URBANFILTER im Härtetest: Wie Gullyfilter Mikroplastik aus dem Stadtwasser holen
Nach 127 Tagen im Testbetrieb in der Frediksberg Allé in Kopenhagen fällt das Ergebnis für den URBANFILTER positiv aus: In insgesamt 3 Ablaufschächten wurde eine speziell auf dänische Dimensionen angepasste Variante des Filters installiert. Verglichen mit den Ablaufschächten ohne URBANFILTER-Module sammelten die Filter mehr als die doppelte Menge an Feststoffen und Mikroplastik im Gully.
30.12.2025
Der Filter hielt vor allem Partikel der Größe 63 bis 500 Mikrometer zurück. Das entspricht beispielsweise der Partikelgröße von Mehl (kleiner als 180 Mikrometer), menschlichem Haar (80 bis 120 Mikrometer), Zucker (400 Mikrometer), Grieß (300 bis 1.000 Mikrometer) oder Espressopulver (300 bis 400 Mikrometer). Das zeigt, dass der URBANFILTER eine sinnvolle Ergänzung für städtische Abwassersysteme sein kann, weil er diese Kleinstpartikel filtert, wenn die Straßenentwässerungsanlagen nicht an eine Kläranlage angeschlossen sind.
Der Test im dänischen Kopenhagen ist der 4. Praxistest im Realbetrieb seit Beginn der Kooperation der Audi Stiftung für Umwelt mit der TU Berlin. Zuvor war der von der TU Berlin entwickelte Filter in der vielbefahrenen Clayallee in Berlin, einer Nass-Handling-Strecke des ADAC sowie in einer Durchgangsstraße mit Kurvensituation von Klein Schöppenstedt in der Nähe des niedersächsischen Braunschweigs im Einsatz – mit ähnlich guten Ergebnissen.
Die Wirksamkeit des ersten URBANFILTER-Systems wurde im Labor unter kontrollierten und reproduzierbaren Bedingungen auf dem Prüfstand der TU Berlin nachgewiesen. Die Implementierungen unter Realbedingungen in Deutschland und Dänemark bestätigten die Retentionsrate der Labortests. Darüber hinaus bewiesen die Implementierungen die Langlebigkeit und Wartungsfreundlichkeit der Filtermodule.
Das eigens für Kopenhagen entwickelte URBANFILTER-Modell ist eine auf dänische Gullysysteme angepasste Entwicklung des Filterherstellers GKD zusammen mit dem dänischen Startup BAIONYX. Damit der Filter in Kopenhagen eingesetzt werden konnte, mussten seine Abmessungen auf die kleineren Schächte dort angepasst werden. Die beiden Partner werten die Testergebnisse aus mit dem Ziel, den URBANFILTER landesweit und im Rest von Skandinavien anbieten zu können.
Rüdiger Recknagel, Geschäftsführer der Audi Stiftung für Umwelt, sagt: „Mikroplastik befindet sich inzwischen überall in der Umwelt. Inzwischen wissen wir, dass sich diese Partikel auch in menschlichen Körpern wiederfinden. Deshalb ist es wichtig, so viel Mikroplastik wie möglich aus der Umwelt zu filtern, bevor es in den Kreislauf der Natur oder den menschlichen Körper gerät. Wir freuen uns sehr über die erfolgreichen Testergebnisse des URBANFILTERs.“