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Grün fürs Eigenheim

Begrünung ja – aber wie? Eine aktuelle Auswertung von rund 250 Verbraucheranfragen zeigt, wo die größten Hemmnisse bei dieser Fragestellung liegen. „Durch unsere Auswertung sehen wir, dass viele Menschen ihr Zuhause klimaangepasster gestalten möchten, sie stoßen jedoch auf Unsicherheiten und Informationslücken“, erklärt Andrea Wegner, Referentin für Gebäudebegrünung bei der Verbraucherzentrale NRW. „Genau hier setzen wir mit unserer Beratung an.“

12.01.2026

Grün fürs Eigenheim

Wie die Ergebnisse der Auswertung zeigen, interessieren sich Eigenheimbesitzer vor allem für die Begrünung von Garagendächern, gefolgt vom Wohnhaus. Kein Wunder – Garagendächer sind häufig ungedämmt und profitieren besonders stark von Begrünung, die sommerliche Hitzeinseln reduziert und das Raumklima verbessert. Die meisten Anfragen betreffen nachträgliche Begrünungen. 74 Prozent der Fragen beziehen sich auf Flachdächer, 26 Prozent auf Schrägdächer – ein Hinweis darauf, wie groß der Informationsbedarf auch bei der am weitesten verbreiteten Dachform ist. Auch an Solargründächern besteht Interesse: 13 Prozent der Fragen drehen sich um die Kombination aus Photovoltaik und Begrünung – häufig verbunden mit Unsicherheiten, ob eine nachträgliche Kombination technisch möglich ist. „Die Möglichkeit der gemeinsamen Umsetzung als Solargründach wird vielen erst spät klar“, so Wegner. „So manche Hausbesitzer würden sich früher für eine Kombilösung entscheiden, wenn die Informationen präsenter wären.“

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Statik als Hemmnis

Die Tragfähigkeit des Daches beschäftigt rund 13 Prozent der Ratsuchenden. Viele wissen nicht, wo sie Informationen zur maximalen Last finden. Dabei liegen statische Berechnungen meist in den Baugenehmigungsunterlagen vor oder sind bei Fertigbauten im Herstellerdatenblatt vermerkt. Zudem äußern zahlreiche Verbraucher den Wunsch nach ökologisch hochwertigen Begrünungssystemen. „Das Interesse an nachhaltigen, insektenfreundlichen und ressourcenschonenden Lösungen ist groß“, bekräftigt die Referentin.

Fassadenbegrünung: so geht’s

Bei der Fassadenbegrünung betrifft die Hälfte der Anfragen Umsetzungsaspekte: Welche Pflanzen eignen sich? Wie groß muss die Pflanzgrube sein? Welches Gerüst wird benötigt? Ein zentrales Hemmnis bleibt die Sorge vor Beschädigungen am Gebäude: 17 Prozent der Fragenden befürchtet mögliche Schäden an Wand, Fundament, Dach oder Regenfallrohren. „Die Angst vor Bauschäden ist weit verbreitet – oft aber unbegründet, wenn die Begrünung fachgerecht umgesetzt und regelmäßig gepflegt wird“, so Wegner. „Hier wünschen sich viele verlässliche Orientierung.“

Fachbetriebe schwer zu finden

Die Suche nach qualifizierten Fachunternehmen beschäftigt fünf Prozent der Fragenden. Hier gibt es einige Hindernisse: Lokale Betriebe bieten die Leistungen häufig nicht an, und die Ergebnisse der Online-Recherche überzeugen fachlich oft nicht. Verbraucher fragen nach Zertifikaten oder Kriterien zur Auswahl geeigneter Unternehmen. Auch die Materialbeschaffung bereitet Probleme: Baumärkte und Gartencenter führen selten die gesuchten Systeme. Viele wissen nicht, dass Dachbegrünungsmaterial gut im regionalen Baustoffhandel erhältlich ist.

Fazit: Hoher Informationsbedarf und klare Chancen für mehr Klimaanpassung

Die Auswertung zeigt deutlich: Verbraucher wollen begrünen, stoßen jedoch auf vielfältige Hürden. Die Verbraucherzentrale NRW wird daher die bereits bestehenden Informations- und Beratungsangebote, praktischen Tipps, DIY-Anleitungen und Hilfestellungen wie Pflanzlisten und Fördermittelinformationen weiter verbreiten. „Dach- und Fassadenbegrünung sind ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung im Wohnumfeld“, fasst Andrea Wegner zusammen. „Wenn wir Unsicherheiten abbauen und Wissen stärken, können wir viele Menschen darin unterstützen, aktiv zu werden.“

Grün fürs Eigenheim
Quelle: UD/pm
 

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