Umwelt

Frontiers Planet Prize 2026: Drei deutsche Forschende für globale Endrunde nominiert

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) hat drei deutsche Kandidaten für die globale Endrunde des mit einer Million US-Dollar dotierten Frontiers Planet Prize 2026 nominiert. Die Akademie fungiert als National Representative Body für Deutschland des von der Frontiers Research Foundation ausgelobten Preises und wählt in dieser Funktion jedes Jahr drei Bewerbungen aus.

06.02.2026

Frontiers Planet Prize 2026: Drei deutsche Forschende für globale Endrunde nominiert

Eine Jury unter der Leitung von Akademiemitglied Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich hat sich in einem kompetitiven Bewerbungsfeld für Prof. Dr. Daniel Hering (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Harald Kunstmann (Universität Augsburg) und Dr. Gustavo B. Paterno (Universität Göttingen) entschieden.

Der Frontiers Planet Prize würdigt wissenschaftliche Durchbrüche, die zur Stabilisierung der Ökosysteme des Planeten beitragen. Sein Ziel ist es, den internationalen Wettbewerb um die besten Lösungen für globale ökologische Krisen zu beschleunigen und wissenschaftliche Zusammenarbeit zu fördern.

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Der Preis wird 2026 zum vierten Mal vergeben. Je eine Nominierungsinstitution ist pro Land berechtigt, drei Personen für die globale Endrunde zu benennen. Eine von Prof. Dr. Johan Rockström (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung) geleitete Jury aus 100 Expertinnen und Experten wählt aus den so nominierten Personen zunächst je einen nationalen „Champion“ aus. Diese werden am 22. April 2025 (Earth Day) bekanntgegeben. Im Juni 2026 werden aus ihrer Reihe die drei globalen „Champions“ benannt und in einer Zeremonie gewürdigt. Die Institutionen der drei gekürten Personen erhalten jeweils eine Million US-Dollar für weitere Forschung.

Daniel Hering ist Professor für Aquatische Ökologie an der Universität Duisburg-Essen und arbeitet zur Gewässerökologie und Biodiversitätsforschung. In seiner Forschung verbindet er langjährige ökologische Datensätze mit politikorientierter Analyse, um Wege zur wirksamen Wiederherstellung von Ökosystemen aufzuzeigen. Das der Nominierung zugrunde liegende, in Science publizierte Paper analysiert die EU-Naturwiederherstellungsverordnung und zeigt, wie ambitionierte, rechtsverbindliche Ziele den Verlust der biologischen Vielfalt wirksam bremsen können. Mit seiner Arbeit leistet Daniel Hering einen Beitrag dazu, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Umweltpolitik und gesellschaftlich wirksames Handeln zu übersetzen.

Harald Kunstmann ist Inhaber des Lehrstuhls für Regionales Klima und Hydrologie sowie Gründungsdirektor des Zentrums für Klimaresilienz an der Universität Augsburg. Zudem ist er stellvertretender Leiter des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung am Campus Alpin des Karlsruher Instituts für Technologie in Garmisch-Partenkirchen. Seine Forschung umfasst die Entwicklung und den Betrieb komplexer regionaler Erdsystemmodelle sowie hochmoderner Beobachtungsinfrastrukturen zur Erfassung der Wechselwirkungen zwischen Klima, Landnutzung, Wasserhaushalt und Treibhausgasflüssen. In dem nominierten Artikel zeigen sein Team und er mithilfe von Eddy-Kovarianz-Messungen Wege für eine klimafreundliche Landwirtschaft und eine verbesserte Ernährungssicherheit in Westafrika auf, indem Methanemissionen aus intensiviertem Reisanbau quantifiziert und Kompensationsmöglichkeiten durch Wälder in Naturschutzgebieten bestimmt wurden.

Gustavo B. Paterno ist ein Ökologe und Biodiversitätsforscher an der Universität Göttingen. Er verbindet in seiner Arbeit funktionelle und evolutionäre Aspekte von Biodiversität mit der Wiederherstellung tropischer Ökosysteme. Seine Forschung liefert wissenschaftlich fundierte Lösungen zur Wiederherstellung von Biodiversität, Ökosystemfunktionen und Resilienz in vom Menschen dominierten Landschaften. Durch die Verknüpfung von ökologischer Theorie mit skalierbaren, praxisnahen Renaturierungsansätzen eröffnet er konkrete Wege und Lösungsansätze, tropische Landwirtschaft mit dem Schutz der Biosphäre in Einklang zu bringen. Der nominierte Artikel zeigt, dass die Einbettung von „Bauminseln“ in großflächige Ölpalmenlandschaften eine wirksame Strategie darstellt, mit der sowohl die heimische Artenvielfalt als auch funktionelle und evolutionäre Vielfalt aufgewertet werden kann – eine zentrale Grundlage für die langfristige Resilienz von Ökosystemen.

Quelle: UD/fo
 

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