Soziales

Myanmar ringt ein Jahr nach dem Erdbeben um den Wiederaufbau

Steigende Preise, gekürzte internationale Mittel und der Einfluss des Kriegs im Nahen Osten erschweren den Wiederaufbau in Mandalay und Sagaing. Millionen Menschen leben weiterhin in provisorischen Unterkünften, während Hilfsorganisationen trotz großer Anstrengungen mit massiven Finanzierungslücken und eingeschränktem Zugang kämpfen.

23.04.2026

Myanmar ringt ein Jahr nach dem Erdbeben um den Wiederaufbau

Ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar kämpfen viele Menschen in den besonders betroffenen Regionen Mandalay und Sagaing weiterhin mit den Folgen der Katastrophe. Zwar konnten einige Familien ihre Häuser reparieren und erste Schritte zurück in den Alltag machen, doch der Wiederaufbau gerät angesichts von Kürzungen internationaler Mittel ins Stocken. Millionen Menschen leben weiterhin in provisorischen Unterkünften. Besonders in ländlichen Regionen fehlt es an Einkommensmöglichkeiten und Zugang zu sauberem Trinkwasser. Aktuell leiden rund 12,4 Millionen Menschen unter akuter Ernährungsunsicherheit, 8,5 Millionen sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Der aktuelle Iran-Krieg führt zu steigenden Treibstoff- und Düngemittelpreisen und trifft ein Land, das sich ohnehin in einer schweren humanitären Krise befindet.

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Wiederaufbau unter schwierigen Bedingungen

„Ein Jahr nach dem Erdbeben konnten Welthungerhilfe und andere Organisationen rund 1,7 Millionen Menschen mit lebensrettender Hilfe erreichen. Dennoch kommt der Wiederaufbau von Wohnraum und Infrastruktur nur schleppend voran. Finanzierungslücken, eingeschränkter Zugang für Hilfsorganisationen und die anhaltende Krise im Land bremsen den Fortschritt erheblich“, sagt Henry Braun, Landesdirektor der Welthungerhilfe in Myanmar. „Die Eskalation des Kriegs im Nahen Osten macht die Lage noch schlimmer. Die Treibstoffpreise sind auch in Myanmar deutlich gestiegen. An den Tankstellen bilden sich lange Schlangen und Transportkosten ziehen an. Das verteuert den Alltag der Menschen ebenso wie die Lieferung von Hilfsgütern und den Zugang zu Märkten und Gesundheitsdiensten.“

Gemeinden in Mandalay zeigen Widerstandskraft

Trotz der schwierigen Bedingungen treiben viele Gemeinden den Wiederaufbau mit großem Engagement voran. „Die betroffenen Dorfgemeinschaften zeigen eine beeindruckende Widerstandskraft. Menschen bauen ihre Häuser wieder auf und unterstützen sich gegenseitig. Gleichzeitig stehen viele Familien, die ihr Zuhause und ihr Einkommen verloren haben, weiterhin vor großen Herausforderungen. Manche mussten etwa Land verkaufen oder beleihen, um zu überleben – steigende Preise verschärfen die Situation zusätzlich“, betont Mi Mi Kyaw, Regionalleiterin der Welthungerhilfe in Mandalay. „Wenn Treibstoff infolge der Krise im Nahen Osten teurer wird und Transporte mehr kosten, trifft das vor allem arme Familien, Vertriebene und ländliche Gemeinden. Schon kleine zusätzliche Preissteigerungen können dazu führen, dass Familien weniger Lebensmittel kaufen und Mahlzeiten ausfallen oder wichtige Ausgaben, etwa für Gesundheit, verschieben müssen.“

Unterstützung wirkt – Bedarf bleibt enorm

Die Welthungerhilfe hat unmittelbar nach dem Erdbeben Nothilfe geleistet und unterstützt inzwischen den Wiederaufbau, etwa durch Bargeldhilfen, die Wiederherstellung von Wasser- und Sanitärsystemen sowie den Bau von Straßen, um den Zugang zu Märkten, Schulen und Gesundheitsdiensten zu verbessern. „Ohne verlässliche und ausreichende Finanzierung droht sich die Situation für Millionen Menschen weiter zu verschärfen“, warnt Henry Braun. „Gerade jetzt ist es wichtig, dass die internationale Staatengemeinschaft auf die wirtschaftlichen Folgen der Eskalation des Kriegs im Nahen Osten reagiert – etwa durch Unterstützung lokaler Märkte und stabile Lieferketten für lebenswichtige Hilfsgüter.“

Welthungerhilfe weiterhin im Einsatz

Die Welthungerhilfe ist seit dem Jahr 2002 in Myanmar aktiv und unterstützt die betroffenen Menschen auch unter schwierigsten Bedingungen. Der Fokus liegt aktuell auf dem Wiederaufbau, der Sicherung von Einkommen sowie der Versorgung mit sauberem Wasser und Nahrungsmitteln. Angesichts der jüngsten hohen Preissteigerungen gewinnen Bargeldhilfen und die Absicherung von Lieferketten weiter an Bedeutung.

Quelle: UD/pm
 

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