EU Reporting

Lieferketten am Limit: Menschenrechte werden zum harten Wirtschaftsfaktor

Unternehmen blicken 2026 auf eine Ära der geopolitischen Fragmentierung und strukturellen Volatilität in ihren globalen Wertschöpfungsketten. Soziale Probleme wie Streiks und Proteste verursachen laut dem World Economic Forum bereits 18 Prozent aller Lieferkettenunterbrechungen. Menschenrechtliche Sorgfaltspfalt ist damit keine bloße Ethik-Frage mehr, sondern eine essenzielle Strategie zur Sicherung der betrieblichen Kontinuität und zur Vermeidung von Importverboten.

16.02.2026

Lieferketten am Limit: Menschenrechte werden zum harten Wirtschaftsfaktor

Die Zeiten, in denen menschenrechtliche Risiken als reine Compliance-Aufgabe der Nachhaltigkeitsabteilungen abgetan werden konnten, sind im Jahr 2026 endgültig vorbei. Wie das aktuelle Executive Briefing von Team Löning verdeutlicht, haben sich diese Themen in das Zentrum des strategischen Risikomanagements verlagert. Die globale Geschäftslandschaft durchläuft eine signifikante Umstrukturierung, in der Handelsallianzen jenseits konventioneller Wirtschaftsmächte den Ton angeben. In diesem Umfeld ist eine robuste Due Diligence kein optionales Extra mehr, sondern die Voraussetzung dafür, in geografisch diversifizierten Lieferketten überhaupt noch handlungsfähig zu bleiben.

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Die Dringlichkeit wird durch harte Daten untermauert: Eine Analyse des World Economic Forum, die über 180.000 Ereignisse zwischen Januar 2023 und Oktober 2025 untersuchte, identifizierte soziale Unruhen als Haupttreiber für Instabilität. Wenn Arbeitnehmerrechte oder der Schutz von Beschäftigten erodieren, stehen Firmen laut dem Bericht nicht nur vor einem moralischen Dilemma, sondern konfrontieren „Frühwarnsignale für regulatorische Eingriffe, betriebliche Störungen und langfristige Wertvernichtung“. Die Frage für das Management lautet daher heute nicht mehr, ob man sich mit Menschenrechten befasst, sondern ob man es sich leisten kann, dies zu unterlassen.

Besonders das Risiko der Zwangsarbeit hat sich zu einer existenziellen Bedrohung entwickelt, da große Volkswirtschaften wie die USA und die EU von freiwilligen Berichtsrahmen zu harten Importverboten und verbindlichen Sorgfaltspflichten übergegangen sind. Die Durchsetzung dieser Regeln beschränkt sich dabei längst nicht mehr auf einzelne Regionen wie China, sondern erfasst zunehmend ganze Sektoren weltweit. Unternehmen müssen erkennen, dass eine intransparente Lieferkette im Jahr 2026 keine tragfähige Geschäftsstrategie mehr darstellt. Während die Vermeidung dieser Risiken erhebliche operative Anpassungen und Investitionen erfordert, begreifen immer mehr Marktteilnehmer die Fähigkeit zur Risikoidentifikation als Wettbewerbsvorteil, um kostspielige Grenzbeschlagnahmungen zu vermeiden.

Der strategische Vorteil liegt nun bei jenen Akteuren, die ihre Ressourcen intelligent priorisieren. Wer die Ursachen von Störungen frühzeitig versteht, stärkt die Widerstandsfähigkeit seiner gesamten Operationen. Letztlich geht es darum, kritische Branchen und gefährdete Stufen der Wertschöpfungskette gezielt zu überwachen, um die langfristige Geschäftskontinuität in einer volatilen Welt abzusichern.

Quelle: UD
 

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