EU Reporting

Earth Day 2026: Nachhaltigkeit braucht Entscheidungen, nicht Berichte

Die Nachhaltigkeitsdebatte in Unternehmen steckt häufig in einem wiederkehrenden Muster fest: Daten sammeln, Bericht erstellen und das Jahr für Jahr. Angesichts des Earth Day am 22. April, fordert Nagarro ein Umdenken. Nachhaltigkeit müsse vom Reporting in die tägliche Entscheidungsfindung überführt werden und künstliche Intelligenz spiele dabei eine zentrale Rolle.

22.04.2026

Earth Day 2026: Nachhaltigkeit braucht Entscheidungen, nicht Berichte

„Die Frage ist nicht mehr, ob Unternehmen nachhaltig handeln wollen. Die entscheidende Frage ist, ob sie Nachhaltigkeit in ihre operativen Entscheidungen integrieren können, genauso selbstverständlich wie bei finanziellen Kennzahlen“, sagt Stefan Bär, CTO bei Nagarro.

Mit KI vom Reporting zur Steuerung in Echtzeit

Denn der Druck auf Unternehmen wächst: Regulatorische Anforderungen nehmen zu, Investoren erwarten belastbare Transformationspläne und Kunden verlangen nachvollziehbare Nachhaltigkeitsnachweise. Gleichzeitig fehlt es in vielen Organisationen an den notwendigen Datenstrukturen und Entscheidungsprozessen, um diesen Erwartungen gerecht zu werden.

Stefan Bär, CTO bei Nagarro.
Stefan Bär, CTO bei Nagarro.

„Besonders deutlich wird diese Lücke in der Lieferkette“, erläutert Bär. „Sie verursacht den Großteil der ökologischen Auswirkungen, ist aber gleichzeitig der am wenigsten transparente Bereich. Scope-3-Emissionen sind im Durchschnitt mehr als elfmal höher als die direkten Emissionen eines Unternehmens, werden jedoch häufig nur geschätzt.“ Künstliche Intelligenz könne hier ansetzen: „KI automatisiert die Datenerfassung, schafft Vergleichbarkeit und ermöglicht erstmals, Nachhaltigkeit kontinuierlich zu messen und in Entscheidungen einzubeziehen.“

Nachhaltigkeit wird zum Bestandteil von Geschäftsentscheidungen

Statt Nachhaltigkeit rückblickend zu dokumentieren, könnten Unternehmen mithilfe von KI künftig aktiv steuern: Welche Produkte verursachen die größten Emissionen? Welche Lieferanten bergen Risiken? Wo lassen sich sofort Verbesserungen erzielen? Damit verändert sich die Rolle von Nachhaltigkeit grundlegend: von einer Reportingpflicht hin zu einem operativen Steuerungsinstrument.

Anzeige

Bewusster Einsatz von Technologie als Schlüssel

Für Stefan Bär ist dabei entscheidend, Technologie gezielt einzusetzen. Er unterscheidet zwischen „Sustainability in IT“, also der Effizienz von IT-Systemen selbst, und „Sustainability by IT“, dem Einsatz von Technologie zur Reduktion von Emissionen in anderen Bereichen. „Künstliche Intelligenz ist kein Selbstzweck. Sie entfaltet ihren Wert dort, wo sie reale Prozesse effizienter und nachhaltiger macht“, so Bär. „Gleichzeitig müssen wir lernen, bewusster mit Technologie umzugehen und genau zu prüfen, wo ihr Einsatz sinnvoll ist – und wo nicht.“

Der Markt für KI in Lieferketten wächst rasant und wird, nach Schätzungen, bis 2030 auf über 70 Milliarden US-Dollar steigen. Unternehmen, die KI bereits einsetzen, berichten von deutlichen Effizienzgewinnen und Emissionsreduktionen. Gleichzeitig zeigt sich: Viele Organisationen stehen noch am Anfang. Ein Großteil der Initiativen bleibt in Pilotprojekten stecken, und mehr als die Hälfte der Unternehmen nutzt KI bislang nicht aktiv für Nachhaltigkeit.

Earth Day als Anlass für einen Perspektivwechsel

Für Nagarro ist der Earth Day ein klarer Aufruf zum Handeln: Nachhaltigkeit darf nicht länger isoliert betrachtet werden, sondern muss integraler Bestandteil von Geschäftsentscheidungen werden. „Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden. Entscheidend ist jetzt, sie konsequent zu nutzen und Nachhaltigkeit in den Kern unternehmerischer Entscheidungen zu rücken“, so Stefan Bär.

Quelle: UD/pm
 

Related Posts

Newsletter

Unsere Verantwortung/Mitgliedschaften

Logo
Serverlabel
The Global Compact
Englisch
Gold Community
Caring for Climate

© macondo publishing GmbH
  Alle Rechte vorbehalten.

 
Lasche