Eine Frau aus der Armut befreien bedeutet, die Armut einer ganzen Familie überwinden
Sie sind Mütter, Schwestern, Ehefrauen und Töchter. Sie sind Lehrerinnen, Unternehmerinnen und Entscheidungsträger. Frauen übernehmen führende Rollen bei zentralen Entwicklungsprozessen einer Gesellschaft. Und dennoch leben rund um den Globus viele in tiefster Armut, weil ihnen die Möglichkeiten verweigert werden, sich eine bessere Zukunft aufzubauen.
10.03.2004
Während sich die Situation von Frauen in reichen Ländern über Jahrzehnte erheblich verbessert hat, bleibt ihre Diskriminierung in zahlreichen Entwicklungsländern bittere Realität. Ausgeschlossen von Bildung und Erwerbsmöglichkeiten, von politischer Mitsprache und Grundrechten, tragen Frauen die größte Last der Armut. Ihr Gesundheitszustand ist oft schlechter als der von Männern. Sie haben begrenzteren Zugang zu medizinischer Versorgung und, verstärkt durch HIV/Aids, eine im weltweiten Vergleich sinkende Lebenserwartung.
Die Zahlen sprechen für sich:
- Mehr als eine Milliarde Menschen in Entwicklungsländern müssen von weniger als einem Dollar am Tag leben - darunter 70 Prozent Frauen.
- Zwei Drittel der 875 Millionen erwachsenen Analphabeten sind weiblich.
- Von 130 Millionen Kindern ohne Zugang zu Basisbildung sind 73 Millionen Mädchen.
- Afrikanische Frauen produzieren 80 Prozent der Nahrung, erhalten aber nur ein Zehntel der Kredite, die für landwirtschaftliche Zwecke vergeben werden.
- In den Ländern des Südens stirbt im Durchschnitt jede Minute eine Frau an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Schwangerschaft.
Aus diesem Grund setzt sich CARE in mehr als 70 Ländern für die Verbesserung der Lebenssituation von Frauen ein - mit Projekten der Ernährungssicherung, Gesundheitsversorgung, Bildung und Erwerbsförderung, aber auch in Nothilfe- und Wiederaufbauprogrammen. Manuela Roßbach: "Eine Frau aus der Armut zu befreien bedeutet, die Armut einer ganzen Familie zu überwinden. Wenn sie die Chance erhalten, lassen Frauen alle verfügbaren Mittel in die Ernährung, Bildung und Betreuung ihrer Kinder fließen. Sie investieren in ihre Familien und damit die Entwicklung der Gesellschaft."
Quelle: UD
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