Studie: 25 Millionen Kaffeebauern stehen vor dem Ruin
Rund 25 Millionen Kaffeebauern stehen nach einer Studie der Organisation Oxfam vor dem Ruin. Der Grund sind dramatische Preiseinbrüche auf dem internationale Kaffeemarkt. So liegt etwa der Preis für Kaffee Arábico mittlerweile bei nur noch 0,50 US-$ je Pfund. Dies ist der tiefste Wert seit 100 Jahren. Die Folge ist, dass Millionen von Kaffeebauern in Lateinamerika, Afrika und Asien an Hunger leiden.
17.12.2002
Oxfam startete daher jetzt eine weltweite Kampagne, um auf eine Lösung der Krise zu drängen, und schlug einen Rettungsplan vor. Sie fordern darin unter anderem die „Vernichtung überflüssiger Bestände minderwertigen Kaffees“ sowie die „Zahlung eines gerechten Rohkaffeepreises“. Auch Verbraucher-ministerin Renate Künast unterstützt die Kampagne und fordert, den Anteil «fair gehandelter» Waren auf bis zu 20 Prozent der Exporte von Entwicklungsländern zu steigern. Künast rief die Verbraucher dazu auf, Politik mit dem Einkaufskorb zu machen. Darauf setzt auch TransFair, das Siegel für den fairen Handel mit den Ländern des Südens. Die Organisation feiert in diesen Tagen ihr zehnjähriges Besehen. Der faire Handel habe sich in dieser Zeit einen festen Platz erobert, teilte die Organisation zum Jubiläum mit. Rund drei Millionen Menschen in Deutschland kauften TransFair-Produkte. Der Umsatz belaufe sich bisher auf 500 Millionen Euro.
Auf der anderen Seite des Globus profitieren nach Angaben von TransFair rund 800.000 Bauernfamilien in 39 Ländern vom fairen Handel. 150 Millionen Euro Direkteinnahmen bei Kaffee seien in den vergangenen zehn Jahren verzeichnet worden. Die gezahlten Tee-Prämien beliefen sich auf rund eine Million Euro. Mit den Geldern könnten die Produzenten und ihre Familien ihre Lebensverhältnisse verbessern. Gelder aus dem Fairen Handel würden überdies für Bildungs- und Sozialprogramme, Maßnahmen zur Frauenförderung, zur Qualitätsverbesserung in der Produktion, für die Umstellung auf den organischen Anbau und für Kleinkreditprogramme verwendet. Die Einführung von Biogas-Anlagen sei ein weiteres konkretes Beispiel für den Nutzen des fairen Mehrpreises.
Quelle: UD
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