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Sonntag, 25.September 2016
Nachhaltige Schokolade zoom

24.03.2015

Nachhaltige Schokolade

Die Nachfrage nach Schokolade ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter gewachsen, und die weltweite Produktion hat sich seit 1960 fast vervierfacht. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Schokoladenwaren betrug laut ICCO 2011 in Deutschland 9,25 Kilogramm. Das beliebte Genussmittel hat aber auch seine Schattenseiten, denn auf westafrikanischen Kakaoplantagen, wo mehr als 70 Prozent des weltweiten Kakaos angebaut werden, sind schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und niedrige Erntepreise weit verbreitet.

Wie das neue Cocoa Barometer 2015 zeigt, sind die derzeit laufenden Initiativen und Programme zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitssituation in den Anbaugebieten noch nicht ausreichend. Europäische Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften fordern daher jetzt eine fundamentale Reform des Sektors.

 
 
 
 
Kakaobaum
 
 
 
 

Die Kernprobleme im Kakaosektor

  • Wenige Großkonzerne kontrollieren bis zu 80 Prozent der einzelnen Teile der Wertschöpfungskette.
  • Niedriges Einkommen: Ein großer Teil der westafrikanischen Kakaofarmer lebt unterhalb der Armutsgrenze.
  • Das niedrige Einkommen führt zu inakzeptablen Arbeitsbedingungen bis hin zu Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit.
  • Zudem fehlt Geld, um in die Pflege der Kakaobäume zu investieren, und es fehlt an Basiswissen für einen produktiveren Kakaoanbau.
  • Durch das niedrige Einkommen ist der Anbau von Kakao für viele Bauern nicht mehr attraktiv und viele ihrer Kinder suchen andere Erwerbsquellen.
  • Viele der derzeitigen Produzenten sind bereits relativ alt und werden ihre Plantagen nicht mehr lange bewirtschaften können.
 
 
 
 
Zwei Hände halten eine geöffnete Kakaoschote.
Bunte Kakaobohnen
 
 
 
 
 

Zertifizierung

Ein mögliches Mittel, um die Lebenssituation der Bauern zu verbessern, ist zertifizierter Kakao. Laut Cocoa Barometer ist der Marktanteil von zertifizierter Schokolade seit der Veröffentlichung des ersten Cocoa Barometers im Jahr 2009 von zwei Prozent auf knapp 16 Prozent gestiegen. Die gängigen Label von Fairtrade, Utz Certified oder Rainforest Alliance/SAN sind bereits auf vielen Produkten zu sehen.

 
 
 
 

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Welche Maßnahmen sind noch für eine nachhaltige Kakaowirtschaft nötig?

  • Diversifizierung der Produktion
  • Investitionen in die Infrastruktur der Anbaugebiete
  • Reformen im Landbesitzsystem
  • Zugang der Farmer zu Weiterbildungsmöglichkeiten und Informationen
  • Höhere Weltmarktpreise für Kakao
 
 
 
 
Rohstoffpreise
 
 
 
 

Wolf Kropp-Büttner, Vorstandsvorsitzender des Forums Nachhaltiger Kakao, machte auf der ISM in Köln im Februar 2015 deutlich:

Für Kakaobauern und ihre Familien muss es möglich sein, von ihrem Einkommen angemessen leben zu können. Die Herausforderungen sind jedoch vielschichtig und nicht einfach zu meistern. Sie erfordern die enge Zusammenarbeit zwischen allen wichtigen Akteuren im Kakaosektor, sowohl in den Erzeugerländern wie auch hier in Deutschland.

Der Anbau von Kakao wird von mehreren Millionen Kleinbauern durchgeführt. In der Elfenbeinküste bauen nach Angaben des Südwind-Instituts rund 800.000 Kleinbauern Kakao an. Für ca. sechs Millionen Menschen bildet dieser Sektor die Lebensgrundlage.

 
 
 
 
Mann bei der Trocknung von Kakaobohnen.
 
 
 
 

Den größten Teil Wertschöpfungskette kontrollieren nur einige wenige multinationale Unternehmen.

Diese Schokoladen-Hersteller erzielten 2014 den größten Nettoumsatz durch den Verkauf von Süßwaren inklusive Schokoladenprodukten (Angaben in Millionen US-Dollar):

Mars Inc (USA) 18.480
Mondelez International (USA) 14.350
Ferrero Group (Luxenburg / Italien) 10.911
Nestlé SA (Schweiz) 10.466

Quelle: ICCO

 
 
 
 

Immer mehr Hersteller verpflichten sich jedoch im Rahmen ihrer Nachhaltigkeits- oder CSR-Strategie dazu, Kakao aus nachhaltiger Herstellung zu beziehen. Nestlé Deutschland zum Beispiel kauft bereits den gesamten Kakao für seine Produkte aus nachhaltigem Anbau. Im Folgenden lesen Sie, was es mit dem 2009 gestarteten Qualitätsprogramm „Nestlé Cocoa Plan“ auf sich hat und welche Maßnahmen Nestlé bereits ergriffen hat.

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Quelle: UmweltDialog

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