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Datteln: Wirtschaftsfaktor und High-Carb-Snack zoom

24.06.2016

Datteln: Wirtschaftsfaktor und High-Carb-Snack

Trendiger veganer High-Carb-Snack in der Rohkostszene oder exotische Köstlichkeit aus der Wüste mit jahrtausendealter Tradition: Der außerordentliche Nährwert der Dattel sichert ihr ihren Platz im Speiseplan. Nicht nur Rohköstler und Paleo-Anhänger, sondern auch Ausdauer- und Kraftsportler schätzen das kleine Energiepaket. Datteln haben doppelt so viele Kohlenhydrate wie Vollkornbrot und in etwa die gleiche Menge an Ballaststoffen. Darüber hinaus haben Datteln doppelt so viel Kalium wie Bananen und sind reich an Eisen, Magnesium und Vitaminen. Kein Wunder also, dass Datteln das Grundnahrungsmittel den Nomaden der Sahara waren und als das „süße Brot der Wüste“ bezeichnet wurden.

Datteln werden in Oasen in gesamt Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel angebaut und stellen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Algerien als das größte Land Afrikas produziert jährlich circa 800.000 Tonnen Datteln und exportiert nur circa drei Prozent der Ernte. Das kleine Nachbarland Tunesien produziert im Schnitt ein Viertel der algerischen Produktion, aber exportiert bis zu 60 Prozent seiner Datteln. Europäischer Spitzenreiter im Import von Datteln ist Frankreich, während nach Deutschland mit 13.000 Tonnen nur ein Drittel der Dattelmenge importiert wurde. Dabei kommt ein Großteil der in Deutschland verkauften Datteln aus Tunesien. Algerische Datteln sind in Deutschland, obwohl qualitativ ebenbürtig, dagegen kaum bekannt.

Daran könnte sich bald etwas ändern. Mit Unterstützung einer deutschen Marketing-Expertin arbeiten mehrere algerische Dattelproduzenten seit einigen Monaten am Markteintritt in Deutschland. „Durch eine bessere Vermarktung und direktere Handelswege können algerische Dattelbauern besser vom Anbau leben“, sagt Evelin Ayadi-Krenzer mit Büro in der Deutsch-Algerischen Industrie- und Handelskammer in Algier. Die algerischen Datteln wurden bisher containerweise an andere Dattel-exportierende Länder verkauft. Ein Großteil des Gewinns geht dadurch an die Zwischenhändler. Mehrere Oasen wurden bereits zugunsten des rentableren Geschäfts des intensiven Gemüseanbaus unter Plastikplanen aufgegeben.

Zwei algerische Dattelbauern.
Zwei algerische Dattelbauern.

Dattelanbau als wichtige Einkommensquelle

Der Dattelanbau in Wüstenregionen ist beschäftigungsintensiv und sichert Familien ihr Einkommen. Die meisten algerischen Oasen werden noch nach traditioneller Art ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel bestellt, daher dürfte eine Bio-Zertifizierung kein Problem sein. „Wir sind dabei, uns speziell für den Export nach internationalen Standards zertifizieren zu lassen. So wird im Moment unsere Produktionshalle so umgebaut, damit im nächsten Schritt die Lebensmittelsicherheit unserer Datteln über alle Zwischenschritte bis zur Verpackung nach HACCP zertifiziert wird. Ein weiteres Ziel für uns ist die Bio-Zertifizierung. Unsere ersten guten Handelskontakte zu Importeuren haben wir durch die Teilnahme als Aussteller auf der internationalen Ernährungsmesse ANUGA in Köln gemacht“, so der Dattelexporteur Hamel Lakhdar von Golden Seed mit Sitz in Algiers.

Künftig soll die Lebensmittelsicherheit der Datteln über alle Zwischenschritte bis zur Verpackung nach HACCP zertifiziert werden.
Künftig soll die Lebensmittelsicherheit der Datteln über alle Zwischenschritte bis zur Verpackung nach HACCP zertifiziert werden.

Bisher sind nur wenige Oasenbesitzer diesen Schritt gegangen, da für den lokalen Markt die Notwendigkeit der Zertifizierung nicht besteht. Mit der Bio-Zertifizierung würden sich aber interessante Vermarktungsperspektiven in Europa entwickeln, wo die Nachfrage nach Lebensmitteln in ökologischer Qualität weiterhin steil ansteigt. Für die überwiegend kleinbäuerlichen Erzeuger ein Lichtblick, denn so können Sie höhere Einnahmen erzielen.

Die wichtigste Dattelsorte ist Deglet Nour. Auf über insgesamt 164.000 ha werden geschätzte 18 Millionen Dattelpalmen in Algerien angebaut. Traditionell werden Datteln in den Herkunftsländern naturbelassen verzehrt. Sie enthalten nur ihre natürliche Süße und sind dadurch gesünder. Naturbelassene Datteln sind aber in der Lagerung und im Transport empfindlicher und wirken schrumpelig. Speziell für den Export nach Europa und Nordamerika werden die Datteln durch Bedampfung und Glukosesirup konserviert. Dadurch werden sie ansehnlicher und wirken praller. „Die naturbelassenen Datteln an den Dattelzweigen sind nicht nur ein echter Blickfang. Geschmacklich haben sie der behandelten Variante einiges voraus. Wir sehen hier großes Potential für den deutschen Feinkosthandel“, so Ayadi-Krenzer.

 
Quelle: UD/pm

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