VW Mexiko sichert Wasserversorgung
Als „dynamisch und überzeugend“ beschreiben Kollegen Raul Rodriguez. Diese Eigenschaften kommen ihm als Umweltbeauftragten des VW-Werks in Mexiko sicher zu Gute: Er hat das Wiederaufforstungsprogramm für den Nationalpark Izta-Popo mit auf die Beine gestellt, etabliert und stetig vorangetrieben. Das Ziel: Die Erhöhung des Grundwasserspiegels und Sicherung der Wasserversorgung in der Produktion. Nebenbei beinhaltet das Projekt aber auch Mitarbeiterschulungen, Umweltbildung für Kinder und die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen. Mit ersten messbaren Erfolgen startet die Initiative nun in die zweite Phase.
Das Naturschutzgebiet Izta-Popo liegt um die beiden Vulkane Iztaccíhuatl und Popocatépetl. Foto: VW
Die Ursachen für den sinkenden Grundwasserspiegel ausfindig zu machen, war ein Leichtes: Der überwiegende Teil des Wassers, den das VW-Werk benötigt, kommt aus dem nahe gelegenen Naturschutzgebiet Izta-Popo. Diese Hochebene rund um die beiden Vulkane Iztaccíhuatl und Popocatépetl, wurde 1948 zum Nationalpark erklärt. Ursprünglich besiedelten dichte Wälder das Gebiet, jedoch haben illegale Abholzung, Viehzucht und zahlreiche Waldbrände den Bestand stark verringert. Die Folge ist, dass sich die Bodenschichten verfestigen, weniger Niederschlagswasser eindringen kann und die Grundwasservorräte nicht mehr aufgefüllt werden. „Wenn es mal geregnet hat“, erklärt Finckenstein-Wang, „lief das Wasser einfach an den steilen festen Berghängen herab in den nächsten Fluss und dann ins Meer. Dadurch war es nicht verloren, aber es kam der Gegend nicht mehr zu Gute.“
Bäume sollen das Abfließen des Wassers verhindern
Als kleine Pflanzen werden die Bäume in die Erde gesetzt. Foto: VW
Durch diese Maßnahmen kann VW de Mexiko messbare Erfolge verzeichnen: Sie ermöglichen jährlich die Einsickerung von 1,6 Mio. Kubikmeter Wasser. Somit hat das Unternehmen sein Ziel erreicht, die gleiche Menge an Regenwasser dem Grundwasser zuzuführen, wie es ihm für die Versorgung des Werks entnimmt. „Dass das erreicht wurde, ist schon mal ein großer Erfolg“, freut sich Finckenstein-Wang.
Nutzen des Projekts wird voll ausgeschöpft
Darüber hinaus schöpft VW de Mexiko weiteren positiven Nutzen aus dem Projekt: So lädt der Umweltbeauftragte des mexikanischen Werks, Raul Rodriguez, regelmäßig Schulklassen ein, die durch das neu bepflanzte Gebiet geführt werden. Rodriguez und seine Kollegen erklären ihnen dabei welche Funktion die Bäume übernehmen – für die Wasservorräte, die Tiere oder die Bindung von CO2. So können die Kinder an einer Umweltbildungsmaßnahme teilnehmen, wie sie von den Schulen selbst selten angeboten wird und in der die Natur zum Greifen nah ist. Nach dem Besuch bekommt jeder Schüler eine kleine Brottasche, die wiederum von behinderten Menschen aus Recyclingmaterialien hergestellt wurden. Die Behinderten sind in kleineren Betrieben beschäftigt, die von VW gefördert werden. Im Zusammenhang mit der Brottasche werden die Schüler also auch über das Thema Recycling informiert. „Das hat mit dem Naturschutzprojekt gar nicht direkt zu tun, aber die Kollegen vor Ort versuchen, die verschiedensten Nachhaltigkeitsaspekte in dem Izta-Popo-Projekt unterzubringen“, erklärt Finckenstein-Wang.
Auch die Mitarbeiter von VW de Mexico können sich an dem Projekt beteiligen und sich zum „Ranger“ ausbilden lassen. Dabei werden ihnen alle Hintergründe, Informationen und Ziele des Programms vermittelt. Außerdem lernen sie, wie sie sich um die neu gepflanzten Bäume und angesiedelten Tiere kümmern. Sie sind sozusagen für das Monitoring des Projekts zuständig und haben einen Blick darauf, wie es sich entwickelt. Dass sich Mitarbeiter engagieren, sei natürlich auch eine gute Werbung für das Projekt, erklärt Finckenstein-Wang. Sie zeigen so dass sie hinter dem Projekt stehen und erzählen oft auch ihren Familien und Freunden davon. Das ist wichtig, um in der ländlichen Bevölkerung eine Akzeptanz für das Projekt und die damit verbundenen Maßnahmen zu schaffen. So musste zum Beispiel das neu bepflanzte Gebiet umzäunt werden, damit die jungen Bäume nicht von den Kühen wieder abgefressen werden. Wenn die Anwohner diese Maßnahme verstehen und wissen, dass auch sie davon profitieren, in dem ihre Wasserversorgung gesichert wird, stören sie sich nicht an der Umzäunung.
Zulieferer werden zum Mitmachen animiert
VW Werk in Mexiko. Foto: VW
Bisher sind dem Projekt zur Wiederaufforstung des Naturschutzgebietes „Izta-Popo“ keine Grenzen gesetzt. Im Gegenteil: „Dass es funktioniert, ist schon offensichtlich geworden. Aber die bisher bepflanzte Fläche ist ja nur ein kleiner Teil von einem riesigen abgeholzten Waldgebiet. Da hoffen wir, immer mehr Partner und Möglichkeiten zu finden, um noch mehr aufzuforsten, und dass unsere Maßnahme in der Gegend dauerhaft akzeptiert wird“, resümiert Finckenstein-Wang.
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