China trocknet aus
In China wird das Wasser immer knapper. Drastische Maßnahmen der Wasserwirtschaft sind notwendig, um das Milliardenvolk auch in Zukunft mit Trinkwasser versorgen zu können. Das wurde diese Woche beim diesjährigen internationalen Grundwasser-Forum in Peking deutlich.
Li-River bei Yangshuo. Foto: Frank Wuestefeld, Flickr.com
"Der Boom der Bevölkerung und Wirtschaft macht China immer durstiger", erklärt Stefan Girod, Geschäftsführer von German Water Partnership. Rund 20 Prozent des Wassers benötigt die Industrie, zehn Prozent die Menschen selbst und bis zu 70 Prozent die Landwirtschaft. "Da China immer mehr Lebensmittel zur Eigenversorgung braucht, geht es mittlerweile schon sehr extreme Wege. Landwirtschaftsflächen werden etwa in Afrika aufgekauft, was global gesehen ein Unsinn ist. Für einen Staat mit 1,4 Mrd. Menschen gibt es aber wenig Alternativen", sagt der Experte.
Speziell in Nordchina ist das Wasser knapp, während der Süden genug des kühlen Nasses besitzt. "Gibt es auch auf der Welt sehr große Wasserressourcen, sind diese regional sehr ungleich verteilt. Deshalb braucht man für einzelne Regionen spezielle Lösungen", betont Girod. Das Phänomen gibt es auch in Europa. Deutschland verfügt über sechsmal mehr Wasser als es braucht. "Dennoch ist etwa die Region Spreewald südlich von Berlin viel trockener als man denkt. Der Wasserverbrauch liegt hier deutlich über dem Angebot."
Eine Lösung erhofft sich China vom Bau eines gigantischen Kanalsystems, das in vierzig Jahren 45 Mrd. Kubikmeter von Süd nach Nord schaffen soll. Derzeit ist man in Planung. "Erst im Frühjahr besuchte eine chinesische Delegation Deutschland, um hier bei den Betreibern Erfahrungen von ähnlichen Systemen einzuholen", berichtet Girod. Darüber hinaus sind nachhaltige Nutzung und Rückführung in den Kreislauf Gebot der Stunde. "Dezentrale Lösungen sind für ein lange Zeit zentralistisch geprägtes Land eine Herausforderung. Es ist schwierig, den Kurs eines großen Schiffes während der Fahrt zu korrigieren."
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