Afrika holt gegenüber dem reichen Norden auf
Afrikas Top-Konzerne haben im vergangenen Jahrzehnt eine beeindruckende Aufholjagd auf den reichen Norden gestartet. Während der Kontinent politisch, sozial und humanitär weithin noch deutliche Rückstände aufweist, "wird seine Wirtschaftskraft oftmals unterschätzt", meint Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin bei der Boston Consulting Group (BCG). Die Beratungsgesellschaft hat 40 afrikanische Player aus den unterschiedlichsten Branchen identifiziert, deren Wachstum selbst die im Dax gelisteten Unternehmen erblassen lässt.
Blick auf Durban, Südafrika. Foto: Foxy Coxy, Flickr
Günstiges Umfeld
Seit 2003 erzielten die international ausgerichteten Firmen, zu denen etwa der Telekomriese MTN, Orascom Construction und Orascom Telecom oder die United Bank of Africa zählen, ein Wachstum bei Exportvolumen und Umsatz von durchschnittlich 24 Prozent pro Jahr. Die Erlössteigerungen seien damit "mehr als doppelt so groß" wie bei den Unternehmen aus Dax, S&P 500 oder Nikkei 225. Zudem wiesen die Wirtschaftsriesen eine Rendite von 20 Prozent auf und bauten ihre grenzüberschreitenden Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen (M&A) stark aus.
Nach Ansicht der BCG streben die Konzerne ein globales Wachstum an und profitieren dabei von diversen Standortvorteilen wie Bodenschätzen, günstigen Arbeitskräften oder dem schnellen Bevölkerungswachstum. Obwohl Experten besonders in Schwellenländern häufig vor Risiken warnen zeige sich das Umfeld in vielen Regionen Afrikas günstig. Dieses sei etwa durch Deregulierung, nationale wirtschaftliche Entwicklungsvorhaben und weitgehend konstant steigende Rohstoffpreise gekennzeichnet.
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