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Afrika holt gegenüber dem reichen Norden auf

Afrikas Top-Konzerne haben im vergangenen Jahrzehnt eine beeindruckende Aufholjagd auf den reichen Norden gestartet. Während der Kontinent politisch, sozial und humanitär weithin noch deutliche Rückstände aufweist, "wird seine Wirtschaftskraft oftmals unterschätzt", meint Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin bei der Boston Consulting Group (BCG). Die Beratungsgesellschaft hat 40 afrikanische Player aus den unterschiedlichsten Branchen identifiziert, deren Wachstum selbst die im Dax gelisteten Unternehmen erblassen lässt.
Blick auf Durban, Südafrika. Foto: Foxy Coxy, Flickr
14.06.2010 Wien (UD/pte) - Anders als Europa, die USA oder Lateinamerika konnte Afrika mit einem BIP-Plus von zwei Prozent auch im Vorjahr weiter zulegen. Einige Länder überholten dank eines Pro-Kopf-BIPs von 10.000 Dollar 2008 sogar die aufstrebenden BRIC-Staaten mit 8.800 Dollar. Beinahe alle der 40 Konzerne stammen aus diesen Ländern. Sie erzielen jährliche Umsätze zwischen 350 Mio. und 80 Mrd. Dollar und sind mit Südafrika, Ägypten, Marokko, Algerien, Angola, Nigeria, Togo und Tunesien in acht der 53 afrikanischen Staaten beheimatet. Die Märkte repräsentieren laut BCG 70 Prozent des BIPs auf dem gesamten Kontinent.

Günstiges Umfeld

Seit 2003 erzielten die international ausgerichteten Firmen, zu denen etwa der Telekomriese MTN, Orascom Construction und Orascom Telecom oder die United Bank of Africa zählen, ein Wachstum bei Exportvolumen und Umsatz von durchschnittlich 24 Prozent pro Jahr. Die Erlössteigerungen seien damit "mehr als doppelt so groß" wie bei den Unternehmen aus Dax, S&P 500 oder Nikkei 225. Zudem wiesen die Wirtschaftsriesen eine Rendite von 20 Prozent auf und bauten ihre grenzüberschreitenden Geschäfte mit Fusionen und Übernahmen (M&A) stark aus.

Nach Ansicht der BCG streben die Konzerne ein globales Wachstum an und profitieren dabei von diversen Standortvorteilen wie Bodenschätzen, günstigen Arbeitskräften oder dem schnellen Bevölkerungswachstum. Obwohl Experten besonders in Schwellenländern häufig vor Risiken warnen  zeige sich das Umfeld in vielen Regionen Afrikas günstig. Dieses sei etwa durch Deregulierung, nationale wirtschaftliche Entwicklungsvorhaben und weitgehend konstant steigende Rohstoffpreise gekennzeichnet.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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