Samsung präsentiert Handy aus Getreide
Die Mobilsparte des südkoreanischen Elektronikriesen Samsung hat ein umweltfreundliches Mobiltelefon entwickelt, das im Laufe der nächsten Wochen in den USA durch den Netzbetreiber Sprint angeboten werden soll. Das "Reclaim", so der Name des Handys, ist ein Slider-Modell, das mit einer QWERTZ-Tastatur, einer Zwei-Megapixel-Kamera, der Erweiterungsmöglichkeit auf 32 Gigabyte Speicher mittels SD-Karten sowie GPS-Empfang kommt. E-Mail, Facebook- und Twitter-Anwendungen sind ebenso inkludiert wie ein Mp3-Player.
Das "Reclaim", Foto: Sprint/Samsung
Nicht nur bei den Materialien, die für das Handy an sich verwendet werden, zeigte man sich umweltfreundlich, sondern auch bei Verpackung und Ladegerät. Die Box, in der das Reclaim ausgeliefert wird, besteht aus wiederverwendeter Pappe und wird mit Soja-Tinte bedruckt. Das Handbuch in Papierform wurde eingespart, stattdessen steht es online zum Download zur Verfügung. Und auch das Ladegerät wurde den Bedürfnissen umweltbewusster Käufer angepasst. Es weist bei abgeschlossenen Ladevorgängen darauf hin, den Stecker zu ziehen und erfüllt die aktuellen Energy-Star-Effizienzrichtlinien. Neben der Hardware an sich kommt das Handy auch mit speziellen Umwelt-Services des Providers Sprint und des Fernsehsenders Discovery Channel zum Verbraucher.
"Dass das Reclaim PVC-frei ist, ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Auch die hohen Energiestandards beim Ladegerät sind ein Schritt in die richtige Richtung", so Greenpeace-Sprecher Tom Dowdall. Samsung sei insgesamt ein Vorreiter auf dem Gebiet der umweltfreundlichen Technik. Dem für das Gehäuse verwendeten Bioplastik steht er allerdings skeptisch gegenüber. "Ob Bioplastik wirklich umweltfreundlicher herzustellen ist als normales, aus alten Handygehäusen recyceltes Plastik, ist fraglich". Weiter, so der Fachmann, müsse der Konzern noch Alternativen für die derzeit verwendeten chemischen Flammenhemmer in den Handys finden. Diese seien hochgiftig. "Langfristig können einzelne umweltfreundliche Produkte nicht die Lösung sein. Die Hersteller müssen darauf achten, ihr gesamtes weltweites Sortiment höheren Umweltstandards entsprechen zu lassen", sagt er.
Samsung bekleidet bereits heute hinter Nokia Platz zwei in der globalen Greenpeace-Rangliste der Elektronikkonzerne mit dem höchsten Umweltverträglichkeitsfaktor. Diesen Platz dürfte das südkoreanische Konglomerat bis 2013 noch weiter ausbauen. Geplant sind neben der Reduktion der CO2-Emissionen der Samsung-Fabriken auch Investitionen von 4,3 Mrd. Dollar in verschiedene Ökomanagement-Initiativen und Kooperationen mit Lieferanten und Partnern. Auch ein "Mobile-Take-back"-Programm, welches das Recycling alter Mobiltelefone zum Ziel hat, betreibt der Konzern. Als Ergebnis der Umweltbemühungen habe Samsung seit Juni 2008 laut eigenen Angaben 635 Tonnen Pappe recycelt sowie rund 16 Mio. Liter Wasser und 2,6 Mio. Kilowattstunden Strom eingespart.
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