Hoher CO2-Gehalt der Meere macht Tieren zu schaffen
Das zum Nationalen Forschungsrat CNR gehörende Istituto per l' Ambiente Marino e Costiero hat den Einfluss des Kohlendioxidgehaltes der Meere auf das Verhalten von Fischen untersucht. Dabei wurden bei steigender CO2-Konzentration für das Überleben schädliche Verhaltensänderungen festgestellt.
Foto: Andreas Hallerbach/flickr
"Der Grund dafür ist das Auftreten einer Fehlfunktion beim GABA-A, einem für das zentrale Nervensystem wichtigen Rezeptor", bestätigt Forschungsleiter Paolo Domenici. "Da dieser einen fundamentalen Einfluss auf verschiedene Arten von Neuronen hat, kann er im Fall einer Schädigung oder Lahmlegung zu einem Versagen dieser lebenswichtigen Verhaltensmuster führen."
Den wissenschaftlichen Nachweis erbracht haben Experimente, bei denen im Anschluss an eine hohe Kohlendioxid-Dosierung der Rezeptor durch die Verwendung des Rezeptor-Antagonisten Gabazine blockiert wurde. Bereits 30 Minuten danach hatten die Fische ihre natürlichen Verhaltensmuster zurückgewonnen. Die CO2-Konzentration der Ozeane ist in den beiden vergangenen Jahrhunderten um 40 Prozent gestiegen.
Die Prognose des Experten: 2100 wird sich die CO2-Konzentration von derzeit 380 auf voraussichtlich 700 bis 900 ppm erhöhen. Dies habe erhebliche Konsequenzen für viele Meerstiere. Einzelheiten der in Zusammenarbeit mit der James Cook University und der Universität von Oslo durchgeführten Untersuchung sind in den Fachzeitschriften "Biology Letters" und "Nature Climate Change" veröffentlicht.
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