IPCC: Kurswechsel bei Extremwetter und Armut
Klimaanpassung bedeutet, nicht nur mit dem graduellen Klimawandel, sondern auch mit Extremereignissen, Katastrophen und der Vulnerabilität der einzelnen Regionen zurechtzukommen. Das macht der von über 100 Wissenschaftlern erstellte Sonderbericht des Weltklimarates (IPCC) deutlich.
Foto: Marion Book
Damit rückt die Anpassung nicht nur an den allmählichen Klimawandel, sondern auch an Extremereignisse in den Mittelpunkt. Dennoch kann man in Einzelkatastrophen allerdings kaum auf verändertes Klima als Einzelursache schließen. "Erst das Zusammenspiel von Klima und gesellschaftlicher Verwundbarkeit entscheidet, ob ein Ereignis zur Katastrophe wird oder nicht", so der Risikoforscher.
Gerade in Sachen Verwundbarkeit sind allerdings arme Länder weitaus schlechter dran als der Norden, besonders wenn sie sozioökonomisch, demografisch, politisch oder gesundheitlich erheblich im Hintertreffen sind. Drastisch zeigt sich dies derzeit in Somalia, das wegen seiner Armut und aufgrund des Bürgerkriegs der Dürre nichts entgegenzusetzen hat. "Der Bericht stellt fest, dass sich wirksame Klimaanpassung nicht auf das Extremereignis allein konzentrieren darf, sondern auch soziale, ökonomische, kulturelle und politische Faktoren wie etwa Korruption bekämpfen muss", betont Birkmann.
Der IPCC-Report liefert noch mehrere neue Schlussfolgerungen. Klima- und Anpassungsszenarien müssen auch stärker die Dynamik von Vulnerabilität berücksichtigen und es gilt künftig, verschiedene Arten von Wissen stärker miteinander zu verbinden. Damit wird außer dem Expertenwissen auch jenes der lokalen Gemeinschaften, die teils bereits Anpassungsmechanismen entwickelt haben, anerkannt. "Zudem muss das Zeitfenster des Wiederaufbaus nach Katastrophen für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel genutzt werden. Beim Tsunami 2005 war das nicht ausreichend der Fall", erklärt der Experte.
Kontakt
Impressum
RSS
English Version



Drucken 
Senden
Leserbrief






