Griff Kolumbus in das Klimageschehen ein?
Christoph Kolumbus und die weiteren Eroberer Nord- und Südamerikas haben das Klima Europas zu Beginn der Neuzeit über Jahrhunderte abgekühlt. Mit dieser gewagten These wartet der Stanford-Geochemiker Richard Nevle am Jahrestreffen der Geological Society of America auf. Folgt man seinen Gedanken, so hat die Ausrottung der indianischen Urbevölkerung eine derartige Wiederbewaldung des Doppelkontinents ausgelöst, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre in Folge dramatisch gesunken ist.
Foto: clows/flickr.com
Für das Klima relevant ist jedoch, inwiefern diese Prozesse die Atmosphäre verändert haben. Nevle rechnet mit „zwischen zwei und 17 Mrd. Tonnen CO2", die die neuen Bäume zusätzlich aufgenommen haben dürften. Dies könnte genug sein, um den plötzlichen Abfall des atmosphärischen Kohlendioxids im 16. und 17. Jahrhundert zum größten Teil oder sogar zur Gänze zu erklären. Klimaarchive wie etwa Luftblasen im Antarktis-Eis deuten auf einen CO2-Abfall zwischen 1525 und 1600 um sechs bis zehn parts per Million (ppm) hin.
Lange war spekuliert worden, ob die nachlassende Aktivität der Sonne im 17. Jahrhundert – das so genannte Maunder-Minimum – an dem Temperaturabfall schuld war. Dass die Sonne dabei jedoch bloß eine untergeordnete Rolle spielte, haben erst kürzlich Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung gezeigt. Forschungsleiter Georg Feulner glaubt allerdings eher, dass Schwefelseäuretröpfchen aus Vulkanausbrüchen dieser Zeit für die Abkühlung verantwortlich waren.
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