Neue Studien zur Klima-Zeitbombe Permafrost
Je feuchter die arktische Tundra wird, desto mehr Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) wird sie abgeben. Zu diesem Schluss kommen Forscher der San Diego State University in der Fachzeitschrift "Global Biogeochemical Cycles". Bisher weiß man, dass im Permafrostboden der Arktis gigantische Mengen von Kohlenstoff schlummern und im Falle der Freisetzung infolge der Erderwärmung eine globale Bedrohung darstellen könnten. Welche Prozesse dabei genau zu erwarten sind, weiß man jedoch noch kaum.
Im Permafrostboden eingeschlossenes Eis, Foto: NASA
Die Forscher waren davon ausgegangen, dass ein höherer Wasserstand den CO2-Ausstoß reduzieren würde. Denn sowohl die Vegetation als auch aerobe Mikroorganismen im darunter liegenden Erdboden, die bei der Zersetzung von pflanzlicher Biomasse CO2 abgeben, würden dadurch an Sauerstoff und Licht beraubt, was die Emissionen senken würde. Doch das Gegenteil war der Fall. Der Seeabschnitt mit dem gestiegenen Wasser gab mehr CO2 ab, während der entwässerte Teil wie auch der Kontrollabschnitt unverändert viel CO2 absorbierten. Die Forscher erklären diese Beobachtung durch anaerobe Mikroorganismen im Boden, die auch ohne Sauerstoff CO2 produzieren und unter überschwemmten Land sogar besonders üppig gedeihen.
"Das ist ein Hinweis dafür, dass die hydrologischen Änderungen in der Arktis unerwartete Ergebnisse liefern werden. Sogar unter komplett anaeroben Bedingungen könnten riesige Mengen von Kohlenstoff aus dem Boden in die Atmosphäre freigesetzt werden", berichtet die Forschungsleiterin Donatella Zona. Zudem taute der Permafrost unter den überfluteten Zonen tiefer auf als unter dem entwässerten Abschnitt, was ebenfalls die CO2-Freisetzung steigern dürfte. Da durch ein tieferes Abtauen ältere Kohlenstoffe aus dem Boden freigesetzt werden, geht man davon aus, dass durch die globale Erwärmung in Zukunft älterer Kohlenstoff in die Atmosphäre dringen wird.
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