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Neue Kleider aus alten

Niederländische und deutsche Partner - unter anderem das Laser Zentrum Hannover (LZH) - arbeiten an einer Fertigungskette, die Alttextilien über einige Stationen zu neuen Textilien bearbeitet. Das Hirn der Sortieranlage ist ein Spektrometer, das vom LZH mitentwickelt wird. Anhand des Reflektionsspektrums im sichtbaren und nahinfraroten Bereich erkennt das System Farbe und Material der Altkleider wie z.B. Baumwolle, Wolle oder Polyester.
Foto: Marion Book
18.12.2009 Hannover (UD/pm) - Altkleidersammlungen sind überall bekannt. Aber was passiert mit den aussortierten Textilien? Circa die Hälfte der Altkleider sind noch tragbar und für den Wiedergebrauch geeignet. Die anderen "Resttextilien" werden entweder verwertet (z.B. als Dämmstoffe im Automobilbau) oder sie werden entsorgt. Zukünftig soll es eine weitere Alternative geben: Aus alten Kleidern werden neue Kleider gemacht.

Niederländische und deutsche Partner - unter anderem das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) - arbeiten an einer Fertigungskette, die Alttextilien über einige Stationen zu neuen Textilien bearbeitet. Am Anfang der Prozesskette steht das Sortieren. Zuerst werden wiedertragfähige Kleidungsstücke per Hand aus Altkleidersammlungen aussortiert. Der Rest wird einer automatischen Sortieranlage zugeführt, die die Textilien nach Materialart und Farbe trennt. Je reiner die Sortierung desto höher der Marktwert des Ausgangsmaterials.

Das Ziel bei der Materialidentifikation ist es, eine Treffgenauigkeit von 95-99% bei einer Leistung von mindestens 10kg/min zu erreichen. Das Hirn der Sortieranlage ist ein Spektrometer, das vom LZH mitentwickelt wird. Anhand des Reflektionsspektrums im sichtbaren und nahinfraroten Bereich erkennt das System Farbe und Material der Altkleider z.B. (Baumwolle, Wolle, Polyester, usw.). Das LZH ist hierbei verantwortlich für die Konzeption der Identifikationseinheit sowie die Softwareentwicklung.

Nach dem Sortieren werden die Altkleider zerrissen und aus den Fasern werden neue Fäden gesponnen. Die Fäden werden zu neuen Stoffen gewebt, die anschließend zu neuen, hochwertigen Textilien verarbeitet werden. Durch die angestrebte Kommerzialisierung der Technologie sollen mindestens zehn Sortieranlagen in ganz Europa errichtet werden. Das Projekt ist auf 30 Monate ausgelegt und wird durch die Europäische Kommission im Rahmen des Eco-Innovation-Programms unterstützt.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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