Solarbranche mit massiven Kostenproblemen

Zu den Hauptproblemen der einst boomenden Solarbranche zählen neben der Krise auf den Finanzmärkten und Subventionskürzungen auch der damit einhergehende Nachfrageeinbruch sowie die nach wie vor zu hohen Kosten für Solarstrom. Um in der zentralen Stromproduktion wettbewerbsfähig zu bleiben und dem Preiskrieg asiatischer Konzerne nicht weiter schutzlos ausgeliefert zu sein, müssen die Preise für Solarstrom um rund zwei Drittel sinken. Denn bis 2020 ist der Photovoltaik- und Solarthermie-Einsatz für die zentrale Stromgewinnung nur mit Staatssubventionen möglich, resümiert The Boston Consulting Group

10.12.2009

Foto: Bernd Müller/BMU
Foto: Bernd Müller/BMU
Obwohl noch viel Nachholbedarf bei der zentralen Energiegewinnung preisbezogen besteht, kommen die Experten in der neuen Branchenuntersuchung "Solar Storm - Navigating Through the Turbulence to Reap Value in Solar Energy" zu dem Fazit, dass die Senkung von Kosten in der dezentralen Stromerzeugung bereits gut umgesetzt ist. Ziel sei es, Solarstrom so günstig anzubieten wie Strom aus Kraftwerken. Um das Ziel zu erreichen, müssten die Kosten um 30 bis 50 Prozent fallen, empfehlen die Berater. Länder mit viel Sonne und derzeit hohen Strompreisen wie Italien, Kalifornien und Japan seien bis 2012 auf einem richtigen Weg.

Ausgaben in Forschung und Entwicklung wichtig

Um sich von der drückenden Kostenlast zu befreien, raten die Experten dazu, weiter massiv in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nur eine Technologievielfalt im Solarsegment könne zusammen mit Unternehmen aus Niedriglohnländern den internationalen Wettbewerb stärken. Auf diese Weise ließen sich Materialengpässe vermeiden. Unternehmen, die näher an den Endprodukten sind, könnten demnach höhere Gewinnspannen erzielen. Die Margen stabilisieren sich The Boston Consulting Group zufolge jedoch auch durch Fusionen und Übernahmen. Geschätzt wird, dass die Photovoltaik bis 2015 um rund 30 Prozent wächst.

Bekenntnis großer Energieversorgungsunternehmen fehlt

"Ohne staatliche Vergütungen läuft nur wenig. Das trifft vor allem für kleine Solarfirmen zu. Bereits große etablierte Energieversorger müssen sich klarer im Sinne der Solartechnologien positionieren", meint Insider Franz Nießler von Eurosolar Austria http://www.eurosolar.at im Gespräch mit pressetext. Ähnlich sieht dies The Boston Consulting Group. Denn wenn große Versorger jetzt aussteigen, laufen sie Gefahr, einen Imageschaden zu erleiden und ihre guten Beziehungen zur Politik zu belasten. "Wenn Energiekonzerne das Sonnenenergie-Geschäft in bisheriger Form betreiben, bleibt dies nur eine Imagepolitur und kein Bekenntnis", so Nießler.
Quelle: UD / pte
 
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