Arbeitgeber Bank: Keine Verbesserung für Frauen

Das ungleiche Lohnverhältnis zwischen Männern und Frauen im Bankgewerbe hat sich in den vergangenen Jahren nicht merklich verbessert. Wie der von der Hans-Böckler-Stiftung betreute LohnSpiegel aufzeigt, verdienen Bankkauffrauen deutlich weniger als ihre männlichen Pendants. Im Durchschnitt liegt ihr Einkommen bei gleicher Tätigkeit um rund 19 Prozent unter jenem von Männern.

23.03.2009

Foto: Presseamt Frankfurt
Foto: Presseamt Frankfurt
"Bei der Lohnlücke für Frauen haben wir eine relative Konstanz festgestellt. Diese beträgt branchenübergreifend sogar bis zu 23 Prozent", erklärt Reinhard Bispinck, Tarifanalyst beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Zudem ziehen sich die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern angesichts der Finanzkrise in die Länge.

"Das Ausmaß der Frauenlohnlücke ist zwar altersabhängig und bei älteren Arbeitnehmerinnen größer als bei jüngeren. Allerdings bestehen auch in der jungen Generation bereits Unterschiede", so Bispinck. Bankkauffrauen verdienen im Durchschnitt 3.063 Euro pro Monat, während ihre männlichen Kollegen auf ein Einkommen von 3.789 Euro zurückgreifen können. "Der im Juni vergangenen Jahres ausgelaufene Tarifvertrag wurde bislang wegen der Finanzkrise noch nicht erneuert", meint Bispinck. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisiert, dass die Arbeitgeber nach wie vor nicht bereit seien, die Verhandlungen ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen. "Die Banken haben nichts dazugelernt. Sie sanieren sich beim Steuerzahler und die Beschäftigten gucken in die Röhre", protestiert die Gewerkschaft. Trotz der Krise und des staatlichen Rettungsschirms würden die Institute an ihren Positionen festhalten.

Dem LohnSpiegel zufolge verdienen Bankbeschäftigte unter Ausschluss von Spitzenverdienern mit sechs- bis siebenstelligen Jahresgehältern im Schnitt 3.621 Euro. Erhebliche Unterschiede seien jedoch nicht nur in der Geschlechterfrage erkennbar. Der Arbeitsmarkt Finanzwelt hat angesichts seiner Krise ohnehin schwere Image-Schäden erlitten und zeigt sich nunmehr gezeichnet. Die Banken selbst scheinen darauf jedoch nur unzureichend einzugehen. So erhält mehr als ein Drittel der Bankkaufleute etwa in keiner Form eine Überstundenvergütung. Einkommensunterschiede von rund 15 Prozent bestehen darüber hinaus zwischen Teilzeitarbeit und Vollzeitbeschäftigung. Ein Lohngefälle sei auch von West- nach Ostdeutschland zu bemerken, wo Bankangestellte um rund 13 Prozent weniger verdienen.
Quelle: UD / pte
 
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