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Zukunftsmarkt Pharmabranche – Bayer Schering setzt auf F&E

Die Pharmaunternehmen sehen sonnigen Zeiten entgegen: Nach einer Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) wird sich ihr Umsatz bis 2020 auf weltweit gut 1,3 Billionen US-Dollar mehr als verdoppeln. Gleichzeitig stehe die Branche bei der Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems mit in der Verantwortung. So sollten die Unternehmen vermehrt auf die Entwicklung präventiver Mittel setzen, damit die Gesundheitsausgaben eingeschränkt werden können. Bayer Schering scheint diesen Trend bereits erkannt zu haben und setzt künftig verstärkt auf die Forschung im Healthcare-Bereich.
Foto: Bayer
30.07.2007 Frankfurt/Leverkusen (UD) - Als Schrittmacher für die zukünftige Entwicklung haben die Autoren der kürzlich erschienenen Studie „Pharma 2020 – The Vision: Which Path will you take?“ vor allem den wirtschaftlichen Aufschwung in den Schwellenländern sowie den demographischen Wandel ausgemacht.
 
So werde im Jahr 2020 voraussichtlich ein Fünftel des gesamten Umsatzes in den sogenannten E7-Staaten Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Russland und der Türkei gemacht. Nach diesem Szenario wäre das Reich der Mitte dann der zweit- oder drittgrößte Gesundheitsmarkt, Indien und die Türkei schafften es immerhin in die Top-Ten. „Die Pharmaindustrie muss sich verstärkt an den Bedürfnissen und Anforderungen der Patienten in den aufstrebenden Märkten der E7 orientieren“, erklärte Volker Booten, verantwortlicher Partner für den Bereich Chemicals & Pharma bei PwC Deutschland, bei der Vorstellung der Studie.

Überalterung als Herausforderung
Foto: Marion Book
Neben den aufstrebenden Märkten wird die Medikamentennachfrage künftig auch aufgrund des demographischen Wandels drastisch zunehmen. Im Jahre 2020 sind voraussichtlich über 720 Millionen Menschen weltweit über 65 Jahre alt. Das entspräche einem Anteil von 9,4 Prozent. Vor dem Hintergrund, dass die Gesundheitsausgaben für Menschen in hohem Alter um bis zu 50 Prozent zunehmen, sicher ein interessanter Zukunftsmarkt. Allerdings führt die Überalterung der Gesellschaft auch zu erheblichen Belastungen der Gesundheitssysteme. Bei einer unveränderten Ausgabenentwicklung würden im Jahre 2020 im OECD-Durchschnitt gut 16 Prozent des Bruttoinlandproduktes auf Gesundheitsausgaben entfallen. Ohne tiefgreifende Reformen dürfte kaum eine Nation in der Lage sein, das zu finanzieren. Deswegen nehmen die Autoren der Studie die Pharmaunternehmen bereits jetzt mit in die Pflicht und fordern, dass die Branche stärker als bislang in die Entwicklung von Präventionsmedikamenten investiert.
 
Derweil rüsten sich die Unternehmen bereits für die Zukunft, wie die Übernahme des Schering-Konzerns durch Bayer beweist. Seit der Fusion konzentrieren sich die Leverkusener wieder auf ihr Kerngeschäft, den Gesundheitsbereich. In diesem Zuge wurde bei Bayer HealthCare zugleich eine Umstrukturierung vorgenommen: „Als wichtigen Meilenstein der Integration haben wir kürzlich die strategische Neuausrichtung des Entwicklungsportfolios abgeschlossen, so dass wir uns künftig auf die aussichtsreichsten Projekte konzentrieren können“, erläuterte Arthur Higgins, Vorsitzender des Executive Committee, bei der Pressekonferenz anlässlich der Erhöhung der Geschäftsprognosen bei Bayer HealthCare. „Wesentlich bei unserer F&E-Strategie ist, die Produktivität zu erhöhen und unsere Innovationskraft zu stärken“, erklärte Higgins. „Neben der Vermarktung neuer Produkte spielt dabei auch die Weiterentwicklung des vorhandenen Portfolios eine entscheidende Rolle“, so Higgins weiter. Als Beispiele für vielversprechende Präperate kam der Bayer-Manager auch auf den Präventionsbereich zu sprechen.
 
Anwendungsspektrum erweitert
 
Durch aktuelle klinische Studien werde derzeit zum Beispiel das Anwendungsspektrum von Betaferon zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) erweitert. So wurde in einer Studie gezeigt, dass die frühzeitige Behandlung mit Betaferon das Risiko für Patienten, eine dauerhafte Behinderung als Folge der MS-Schübe zu entwickeln, um gut 40 Prozent gegenüber der herkömmlichen Behandlung reduziert.
 
Auch der Wirkstoff Rivaroxaban, ein Medikament zur Prävention von Venenthrombosen nach größeren Kniegelenksoperationen hat in einer Studie mit über 2.500 Patienten erfreuliche Ergebnisse gezeigt. „Wir hoffen, mit Rivaroxaban in Zukunft eine wirkungsvolle Thromboseprophylaxe anbieten zu können und planen, den Zulassungsantrag für Europa noch in diesem Jahr einzureichen“, erklärte Dr. Kemal Malik, Entwicklungsvorstand von Bayer Schering Pharma, bei der Pressekonferenz.
 
Neben diesen beiden Beispielen umfasst die neue F&E-Entwicklungspipeline von Bayer HealthCare derzeit 50 Projekte. Neun weitere sind bereits zur Zulassung eingereicht.


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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