ThyssenKrupp: Ökologisches Multitalent Schlacke
Als Nebenprodukt der Stahl- oder Roheisenerzeugung hatte Schlacke einst den Ruf als Abfallprodukt. Diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile ist die Qualität von Schlacke so hoch, dass der Reststoff als hochwertiges Erzeugnis gilt. Ob als Straßenbelag, Baumaterial oder Düngemittel – Schlacke ist ein vielseitiges Produkt und trägt zudem zum Umweltschutz bei. Insgesamt drei Millionen Tonnen Hochofenschlacke hat allein die ThyssenKrupp AG im Geschäftsjahr 2004/05 produziert.
Foto: ThyssenKrupp Steel
Um diese wirtschaftliche und ökologische Bedeutung von Schlacke stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen, hat ThyssenKrupp nun gemeinsam mit der DSU Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik sowie dem FEhS-Institut für Baustoff-Forschung eine Informationsbroschüre herausgegeben. Das 34 Seiten starke Dokument mit Titel "Schlacke. Ökologie und Vernunft" klärt über die vielfältigen Anwendungsbereiche des Rohstoffes auf.
In Deutschland werden pro Jahr rund 13 Millionen Tonnen Schlacke produziert. Stahlwerken. Schlacke entsteht bei fast allen metallurgischen Prozessen. So genannte Hochofenschlacke fällt bei der Erzeugung von Roheisen in Hochöfen an, während Stahlwerkschlacke bei der Stahlproduktion entsteht. Grundlage der Schlacke ist Eisenerz, welches aus Einsenoxid und anhaftendem Gestein, dem Gangart, besteht. Durch Verbrennung des Eisenerzes mit Koks wird aus Eisenoxid Eisen und aus Gangart Schlacke. Dabei variiert die chemische Zusammensetzung von Schlacke je nach Produktionsverfahren.Sieben Millionen Tonnen fallen davon allein in Hochöfen an, sechs Millionen in
Bei weitem kein Abfallprodukt
Zu den größten Schlacke-Herstellern in Deutschland gehört die ThyssenKrupp AG. Allein im Geschäftsjahr 2004/2005 produzierte das Unternehmen rund drei Millionen Tonnen Hochofenschlacke. Die Vorstellung, Schlacke sei ein Abfallprodukt, hat mit der Realität nichts zu tun. Durch Verbesserung der Verfahrenstechniken und spezielle Zuschlagsstoffe konnte die Qualität der Schlacke in hohem Maße gesteigert werden. Ende 2005 schloss das Umweltministerium von Nordrhein-Westfalen mit der ThyssenKrupp Steel AG eine Vereinbarung ab. Demnach sind Nebenprodukte der Stahlerzeugung wie Hochofenstückschlacken und auch Hüttensand kein Abfall mehr, sondern offiziell als hochwertige Erzeugnisse anerkannt.
Foto: Marion Book
CO2-Reduktion dank Schlacke
Mit der Produktion von Schlacke betreibt ThyssenKrupp nicht nur ein Gewinngeschäft. Der Einsatz von Schlacke ist auch ökologisch sinnvoll. „Die Nutzung der Schlacken mindert die Umweltbelastung," sagt Dr. Heribert Motz, Geschäftsführer des FEhS-Instituts. Durch vermehrten Schlackeeinsatz beim Straßenbau kann der Abbau von Natursteinen reduziert werden. Natürliche Ressourcen werden somit geschont.
Überdies wirkt sich die Verwendung von Schlacke positiv auf die CO2-Bilanz aus. Von den drei Millionen Tonnen Schlacke, die ThyssenKrupp 2004/05 produzierte, gingen rund 2,4 Millionen Tonnen als so genannter Hüttensand an die Zementindustrie. Das trug dazu bei, die Zementproduktion und damit den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid zu reduzieren. Im konkreten Fall konnten mehr als 3,1 Millionen Tonnen Primärrohstoffe und 1,4 Millionen Tonnen CO2-Emission eingespart werden.
Auch in der Land- und Forstwirtschaften wird die CO2-Emission durch Schlackenprodukte verringert. So lässt sich aus Eisenhüttenschlacken Konverterkalk herstellen, der als schnell zerfallender Dünger kein Kohlendioxid freisetzt. Aufgrund seines spezifischen Mineralgehalts sorgt der Konverterkalk zudem für ein schnelleres und stabileres Pflanzenwachstum. In zahlreichen Versuchsreihen konnte bewiesen werden, dass Pflanzen dabei resistenter gegen Schädlinge wie Pilze werden. Für die Europäische Union ein Grund, das Düngemittel auf Schlackebasis für den ökologischen Landbau zuzulassen.
Die Broschüre "Schlacke. Ökologie und Vernunft" kann bei der DSU Gesellschaft für Dienstleistungen und Umwelttechnik über info@dsu.eu bestellt werden.
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