„No data, no market“ - Neue Compliance-Lösung für EU-Chemikalienverordnung
Wenn im kommenden Frühling die europäische Chemikalienverordnung REACh in Kraft tritt, muss ein Großteil der industriell genutzten Chemikalien registriert werden. Um die Registrierung gesetzeskonform und effizient vorzubereiten und durchzuführen, müssen die betroffenen Unternehmen die importierten und produzierten Stoffmengen pro Jahr kennen. Eine praxistaugliche Lösung hat SAP zusammen mit TechniData entwicklelt: Als neue Komponente innerhalb der SAP-Lösungen überwacht sie automatisch alle Stoffmenegen während des gesamten Einkaufs-, Produktions- und Vertriebsprozesses.
20.09.2006
Chemikalien sind überall: Ob in
Kleidung, Möbeln, Reinigungs- oder auch Lebensmitteln. In den 30er Jahren waren
es gerade einmal eine Million Tonnen, die weltweit produziert wurden. Heute
sind es weit über 500 Mio. Tonnen jährlich. Neben der Menge hat auch die Zahl
der Chemikalien zugenommen: Über 100.000 verschiedene Stoffe sind nach Angaben
des Deutschen Naturschutzrings alleine innerhalb der europäischen Union
bekannt. Fragen zu Risiken und Folgen für Mensch und Umwelt blieben dabei lange unbeantwortet. 2001
initiierte daher die EU-Kommission eine weitreichende Reform der europäischen
Chemikalienpolitik unter dem Kürzel REACh (Registration, Evaluation and
Authorisation of Chemicals). Hersteller und Importeure
dürfen künftig nur noch solche Stoffe produzieren bzw. importieren, deren
Eigenschaften und Risiken untersucht und die damit registrier wurden.
Mit der Vorgabe „No data, no market“ einigten sich die Brüsseler Politiker dabei auf eine harte Linie, die von den betroffenen Unternehmen eine genaue Benennung und Mengenverfolgung jeder Chemikalie, von der mehr als eine Tonnen verbraucht wird, einfordert. Mit dieser Aufgabe betreten die meisten Compliance Manager in den Unternehmen jedoch informationstechnisches Neuland, berichtet das IT-Unternehmen TechniData. Bisher wurden nämlich in der Regel mit betriebswirtschaftlichen Planungs- und Steuerungsinstrumenten, Materialmengen ermittelt, die Inhaltsstoffe blieben weitgehend außen vor“, erläutert Dr. Karl-Franz Torges, Solution Manager bei der TechniData.
Mengenverfolgung im Fokus
Um diese Informationslücke zu schließen, haben die Softwarehäuser SAP und TechniData gemeinsam ein passendes Werkzeug entwickelt: Mit dem Substance Volume Tracking (SVT) überwachen Unternehmen bestimmte Geschäftsprozesse, zum Beispiel in der Produktion oder im Einkauf. So ermitteln sie die geplanten und bestätigten, produzierten und importierten Mengen des Stoffes. Die Daten stehen dann für weitere Auswertungen und Prozesse bereit und bilden die Grundlage für die korrekte Registrierung der Substanzen. Die SVT-Komponente wird seit Sommer 2006 ausgeliefert und in Markdorf ist man zuversichtlich, dass sich SVT zum Industriestandard in der automatisierten Mengenverfolgung entwickeln wird. “Das Einsatzgebiet des Werkzeuges beschränkt sich nicht nur auf REACh, sondern erstreckt sich auch auf andere gesetzliche Anforderungen, bei denen Stoffmengen eine Rolle spielen, so zum Beispiel in Kanada oder den Vereinigten Staaten“, so Torges weiter.
Wettbewerbsvorteile nutzen!
Ein gutes Compliance-Management ermöglicht den betroffenen Chemieunternehmen auch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Die genaue Mengenverfolgung wird etwa zu einem probaten Frühwarnsystem: „Generieren der Vertrieb oder der Einkauf eine Auftragsanfrage, lässt sich für alle betroffenen Stoffe prüfen, ob das Unternehmen mit dem zusätzlichen Auftrag möglicherweise in das nächst höhere Mengenband eintritt“, erläutert Torges. „Anhand dieser Informationen kann das Management abwägen, ob sich der betreffende Auftrag mit einem wirtschaftlichen Regulierungsmanagement vereinbaren lässt. Ist dies nicht der Fall, verfügt das Unternehmen aber über mehrere rechtliche Einheiten innerhalb der EU, so kann es den Auftrag an eine Einheit delegieren, die noch über Kapazitäten verfügt.“ Das heißt also, dass die Unternehmen nicht mehr Risiko laufen müssen, Mengengrenzen zu überschreiten, ohne es bemerkt zu haben. Zugleich können die einzelnen Abteilungen ihren Verbrauch vorausplanen und entsprechende Registrierungen beantragen. Angesichts der hohen Kosten - pro Stoff muss mit sechs- bis siebenstelligen Eurosummen gerechnet werden - führt dieser Planungsvorsprung zu einem in Euro klar messbaren Wettbewerbsvorteil.
Mit der Vorgabe „No data, no market“ einigten sich die Brüsseler Politiker dabei auf eine harte Linie, die von den betroffenen Unternehmen eine genaue Benennung und Mengenverfolgung jeder Chemikalie, von der mehr als eine Tonnen verbraucht wird, einfordert. Mit dieser Aufgabe betreten die meisten Compliance Manager in den Unternehmen jedoch informationstechnisches Neuland, berichtet das IT-Unternehmen TechniData. Bisher wurden nämlich in der Regel mit betriebswirtschaftlichen Planungs- und Steuerungsinstrumenten, Materialmengen ermittelt, die Inhaltsstoffe blieben weitgehend außen vor“, erläutert Dr. Karl-Franz Torges, Solution Manager bei der TechniData.
Mengenverfolgung im Fokus
Um diese Informationslücke zu schließen, haben die Softwarehäuser SAP und TechniData gemeinsam ein passendes Werkzeug entwickelt: Mit dem Substance Volume Tracking (SVT) überwachen Unternehmen bestimmte Geschäftsprozesse, zum Beispiel in der Produktion oder im Einkauf. So ermitteln sie die geplanten und bestätigten, produzierten und importierten Mengen des Stoffes. Die Daten stehen dann für weitere Auswertungen und Prozesse bereit und bilden die Grundlage für die korrekte Registrierung der Substanzen. Die SVT-Komponente wird seit Sommer 2006 ausgeliefert und in Markdorf ist man zuversichtlich, dass sich SVT zum Industriestandard in der automatisierten Mengenverfolgung entwickeln wird. “Das Einsatzgebiet des Werkzeuges beschränkt sich nicht nur auf REACh, sondern erstreckt sich auch auf andere gesetzliche Anforderungen, bei denen Stoffmengen eine Rolle spielen, so zum Beispiel in Kanada oder den Vereinigten Staaten“, so Torges weiter.
Wettbewerbsvorteile nutzen!
Ein gutes Compliance-Management ermöglicht den betroffenen Chemieunternehmen auch einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Die genaue Mengenverfolgung wird etwa zu einem probaten Frühwarnsystem: „Generieren der Vertrieb oder der Einkauf eine Auftragsanfrage, lässt sich für alle betroffenen Stoffe prüfen, ob das Unternehmen mit dem zusätzlichen Auftrag möglicherweise in das nächst höhere Mengenband eintritt“, erläutert Torges. „Anhand dieser Informationen kann das Management abwägen, ob sich der betreffende Auftrag mit einem wirtschaftlichen Regulierungsmanagement vereinbaren lässt. Ist dies nicht der Fall, verfügt das Unternehmen aber über mehrere rechtliche Einheiten innerhalb der EU, so kann es den Auftrag an eine Einheit delegieren, die noch über Kapazitäten verfügt.“ Das heißt also, dass die Unternehmen nicht mehr Risiko laufen müssen, Mengengrenzen zu überschreiten, ohne es bemerkt zu haben. Zugleich können die einzelnen Abteilungen ihren Verbrauch vorausplanen und entsprechende Registrierungen beantragen. Angesichts der hohen Kosten - pro Stoff muss mit sechs- bis siebenstelligen Eurosummen gerechnet werden - führt dieser Planungsvorsprung zu einem in Euro klar messbaren Wettbewerbsvorteil.
Quelle: UD