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Mysteriöses Bienensterben löst weltweite NGO Kampagne aus

Lautlos sterben weltweit Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Doch ein weltweites Verbot einer bestimmten Gruppe von Pestiziden könnte die Bienen vor dem Aussterben retten. Ein Verbot dieses Gifts in vier europäischen Ländern führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker. Doch mächtige Chemiekonzerne betreiben aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt, klagt die NGO-Aktionsplattform Avaaz. Die Netz-Aktivisten haben eine weltweite Unterschriftenaktion gestartet und bereits mehr als 1 Mio. Unterschriften gesammelt.
Foto: Marion Book
21.01.2011 Washington (pm-el) - Lautlos sterben Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Bienen machen nicht nur Honig, sie sind eine bescheidene und dennoch riesige Arbeitskraft und bestäuben 90 Prozent der Pflanzen, die wir anbauen. Die Folgen treffen nicht nur Honigliebhaber, sondern auch rund zehn Prozent des weltweiten Umsatzes mit Agrarproduktion, die auf die Bestäubung der Pflanzen durch Insekten zurückgehen.

"Die meisten Berichte zu den Ursachen des Bienensterbens fußen auf Vermutungen, nur wenige auf harten Fakten", erklärten Francis Ratnieks und Norman Carreck von der University of Essex gegenüber n-tv. Ursachen scheinen genetisch veränderte Pflanzen, Pestizide sowie Krankheitserreger zu sein. Viele Forscher haben vor allem die Varroa-Milbe im Verdacht. Diese befiel früher nur die asiatische Honigbiene, hat sich aber inzwischen weltweit ausgebreitet.

Doch auch Pestizide spielen eine Rolle und dagegen wendet sich der Protest der Aktionsplattform Avaaz: Das Verbot dieses Gifts führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker in den betreffenden Ländern, heißt es bei der NGO. Ihre Kritik richtet sich dabei vor allem gegen Bayer. „Mächtige Chemiekonzerne betreiben aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt. Unsere größte Chance besteht derzeit darin, die USA und die EU zum Verbot dieser tödlichen Produkte zu bewegen“, sagt Alex Wilks vom Aktionsnetzwerk Avaaz.org. Mit ihren Aktivitäten hat Avaaz Erfolg: Die Zahl der Unterschriften ist mittlerweile auf fast 1,1 Mio. angestiegen.

Um dem Bienensterben entgegen zu wirken, setzt die EU jetzt verstärkt auf Maßnahmen zum Schutz der Bienen, heißt es beim Infoportal Sonnenseite. Pestizide sollen demnach nur dann genehmigt werden, wenn sie für Honigbienen unbedenklich sind. Darüber hinaus sollen Maßnahmen gegen den Verlust der biologischen Vielfalt die Lebensräume der Bienen besser schützen.
Avaaz.org ist eine internationale Nichtregierungsorganisation, die politische Kampagnen in Bereichen wie Klimawandel, Menschenrechte und Naturschutz durchführt. In der Regel basieren die Kampagnen auf öffentlichen Online-Petitionen. Avaaz zählt derzeit etwa 6,5 Millionen Mitglieder in aller Welt. Gegründet wurde das Netzwerk 2006 von NGO-Aktivisten  Ricken Patel. Avaaz bedeutet auf Persisch „Stimme“/"Gesang".


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Grafik: Husin Sani/Flickr

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Foto: Verena N./Pixelio


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