Schutz des Regenwaldes am Scheidepunkt
Der Schutz der Regenwälder befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase. Die Wald- und Klimakonferenz verhandelt derzeit das in Kopenhagen vereinbarte Abkommen "REDD+" (Reducing Emissions from Deforestation and Degradation), das die Richtung des Waldschutzes der nächsten Jahre vorgeben wird.
Foto: WWF/Martin Harvey
Allzu oft zeigte sich bisher, dass die Vernichtung von Regenwald als erstes den Waldbewohnern, die oft indigene Gruppen sind, schadet. Die Prozesse dabei gleichen sich meist, schildert Chatterton. "Abholzungs-Firmen bieten den Anrainern Geld für den Wald oder versprechen Schulen oder Gesundheitsversorgung. Diese stimmen zu, da sie in Armut leben. Langfristig bleibt jedoch oft wenig außer verschmutztem Wasser. Zudem ist der Weg zurück zur Subsistenzwirtschaft versperrt, da mit dem Wald die Grundlage dafür aufgegeben wurde."
Wie sich der Schutz des Regenwaldes auf die Bewohner auswirkt, wurde zuletzt an der Georgia State University untersucht. Laut der Zeitschrift PNAS trägt die Errichtung von Naturparks langfristig zu einer Reduzierung der Armut der lokalen Bewohner bei. Zwar schränken diese Landwirtschaft und Jägerei ein, doch entstehen etwa durch Wildaufsicht, Ökotourismus und Straßenbau neue Berufe, die in Summe das Haushaltseinkommen steigen lassen, zeigen die Wissenschaftler um Paul Ferrano für Costa Rica und Thailand.
Dennoch ist die Diskussion kontrovers, zumal Waldschutz alleine keine Garantie für Armutsbekämpfung ist. "Grund ist, dass hier in der Vergangenheit große Fehler gemacht wurden. Die Lokalbevölkerung wurde bei der Planung der Maßnahmen oft nicht genügend einbezogen, wodurch sie an diesen eher litten als davon zu profitieren", erklärt Chatterton. Dieser Einbezug sei somit entscheidender Faktor für Nachhaltigkeit, zudem könnten die Waldbewohner die besten Wächter des Waldes sein.
Während Organisationen wie WWF und CARE auf konkreter Ausformulierung, Transparenz und Verantwortung bei der Durchführung von REDD pochen, kommt aus anderen Reihen grundsätzliche Kritik an dem Abkommen. Thomas Brose, Experte für die Kooperation mit indigenen Völkern beim Klimabündnis warnt etwa davor, dass sich die Industrieländer durch das Instrumentarium von Verpflichtungen freikaufen. Zudem würden Geldflüsse an indigene Bewohner deren Landtitel aufs Spiel setzen, könnten diese vereinbarte CO2-Grenzwerte nicht erfüllen
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