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14.10.2013

Produktion

Helmut-Schmidt-Journalistenpreis: Wirtschaft verständlich beschrieben

Helmut Schmidt, Altkanzler und nach wie vor Deutschlands meist geschätzter Politiker, kritisiert die Wirtschaftspresse: Sie sei, sagt der fast 95-jährige Herausgeber der Hamburger ZEIT, „leider für Menschen, die nicht selber als Steuerberater, Banker oder Unternehmer tätig sind, nur noch teilweise zu verstehen“. Dieses Manko will die ING DiBa beheben. Zum 18. Mal schon vergibt daher nämlich das Frankfurter Bankhaus den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten Helmut-Schmidt-Journalistenpreis für Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Er soll - wie schmidt dies formuliert - dazu beitragen, dem „Bürger Urteilskraft über ökonomische Themen verschaffen“.

Die ING DiBa vergibt den Helmut-Schmidt-Journalistenpreis für ausgezeichneten Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus, Foto: Marion Lenzen
Die ING DiBa vergibt den Helmut-Schmidt-Journalistenpreis für ausgezeichneten Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus, Foto: Marion Lenzen

Wirtschaftsgeschichten richtig erzählen: Das ist das Credo des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises. Sein Namensgeber ermuntert zu einem Journalismus, der auch heiße Eisen anpackt. Ziel sind gut informierte Zeitungsleser, Radiohörer oder TV-Zuschauer. Für den Altkanzler nämlich ist und bleibt dies „eine elementare und deshalb notwendige Voraussetzung für das Funktionieren einer Marktwirtschaft“.   

Deshalb ist Schmidt der Preis der ING DiBa auch so wichtig. Seit 1996 lässt er es sich nicht nehmen, die ausgezeichneten Wirtschafts- und Verbraucherjournalistinnen und -journalisten alljährlich höchstselbst zu beglückwünschen. Vor der Preisvergabe aus der Hand des Namensgebers am 24. Oktober allerdings musste sich die ebenso prominent wie kompetent besetzte Jury zuerst durch die eingereichten 154 Manuskripte lesen. Ulrich Wickert und seine Gutachter-Kolleginnen und -Kollegen werden das jedoch durchaus mit Genuss gemacht haben. Die Autoren der Beiträge nämlich hielten sich an die Leitlinie Helmut Schmidts. Der erwartet von den Arbeiten: „Wirtschaftsjournalismus, der es als sein Ziel ansieht, Zusammenhänge durchsichtig zu machen und zum kritischen Nachdenken anzuregen.“

Ausgezeichnete Texte erklären Wirtschaft allgemein verständlich

Den Preis wert sind dabei nicht Texte, die Grundsatzfragen der Ökonomie klären. Wirtschaft, sagt Helmut Schmidt, habe stets konkrete Auswirkungen auf die Bürger, deren Arbeit und Leben. Deshalb sucht der Altmeister deutscher Politik „Journalisten, welche die Hintergründe transparent machen und zugleich für jeden verständlich formulieren können“.

Das gelang 2013 prächtig. „Wegen der hervorragenden Qualität vieler eingereichter Arbeiten wird in diesem Jahr der dritte Preis gleich zweimal vergeben“, kündigt die Bank als Veranstalter jetzt stolz das Ergebnis des Wettbewerbs an.

Bastian Brinkmann, Christoph Giesen, Frederik Obermaier und Bastian Obermayer von der Süddeutschen Zeitung erhalten für ihre Arbeit den ersten Preis: Sie deckten darin im Frühjahr 2013 „Offshore-Leaks“ auf. Ihre Enthüllungen über zweifelhafte Strategien dubioser Anleger in so genannten Steuerparadiesen zerrten nicht immer ganz legale Geschäftsbeziehungen von rund 130.000 Personen aus unterschiedlichen Ländern ans Licht der Öffentlichkeit. Die SZ-Serie beflügelte die Debatte um Steuerschlupflöcher und dubiose Geschäftspraktiken von sonst seriös auftretenden Banken.

Im Rahmen ihrer in der ARD ausgestrahlten Reportage machten Diana Löbl und Peter Onneken vom Hessischen Rundfunk die Praktiken des Online-Händlers Amazon publik: Sie dokumentierten die schlechte Bezahlung der Leiharbeiter und die katastrophale Behandlung ausländischer Arbeiter des Online-Riesen, wenn dort - etwa in der Vorweihnachtszeit - das Geschäft boomt. Die Reportage regte nicht nur eine Debatte in der Öffentlichkeit an. Den beiden Autoren brachte sie den zweiten Platz beim Helmut-Schmidt-Journalistenpreis ein.

Kongress über zukunftsfähige Ideen für den Journalismus

Fabian Gartmann vom Handelsblatt deckte die Machenschaften so genannter Berufskläger gegen Aktiengesellschaften auf. Erstmals beschrieb er, wie sich Berufskläger und deren Anwälte nicht nur unerlaubt im Hintergrund die Honorare teilen. Gartmann zeigte auch, dass die Anwälte in diesem Geschäft selbst die Fäden spinnen.

Gartmann teilt sich den dritten Preis mit Annina Reimann von der WirtschaftsWoche. Annina Reimann beleuchtete die Praxis der FXDirekt Bank. Diese Wertpapierhandelsbank hatte bis Ende 2012 über Jahre hinweg Kunden ausgeplündert.

Alle Preisträger eint, dass sie den Anspruch des Helmut Schmidts an den Journalistenpreis beherzigen und vorbildhaft umsetzen: „Weil aber Wirtschaft jeden angeht, sollten Wirtschaftsjournalisten sich deshalb darum bemühen, auch für den ganz normalen Zeitungsleser zu schreiben“, sagt der Namenspatron des von der ING DiBa gesponserten Medienevents.

An der Hamburger Alster wird am 24. Oktober im Rahmen der Preisverleihung im Hotel „Atlantic“ auch über „zukunftsfähige Ideen im Journalismus“ diskutiert. Praktiker aus der Branche debattieren über Themen wie „Crowdfunding für journalistische Projekte“ oder das „Zusammenwachsen von Fernsehen und Social Media“.  

Quelle: UD
 

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