11.12.2018

15.04.2010

Mobilität

Äthiopien präsentiert erstes Elektro-Auto

Äthiopien hat sein erstes selbst produziertes Elektro-Auto vorgestellt. Trotz unsicherer Stromversorgung und Stromausfällen will man es in Addis Abeba herstellen, berichtet BBC-Online. Die beiden Versionen des Solaris Elettra kosten zwischen 12.000 und 15.000 Dollar. Die Autos sollen sowohl im Land als auch im Export verkauft werden.

Foto: NewsDire.com
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Kritiker zweifeln, ob ein afrikanisches Land mit einer chaotischen Infrastruktur und dementsprechend häufigen Stromausfällen sowie einer armen Bevölkerung reif für ein Elektro-Mobil ist. Carlo Pironti, Manager des Fahrzeug-Produzenten Freestyle PLC, sieht die derzeitigen Stromausfälle als kein Hindernis. "In Zukunft wird es aufgrund des massiven Ausbaus der Wasserkraft genügend Strom geben", so Pironti. Zudem könne das Fahrzeug auch mit einem Generator und mit Solarenergie aufgeladen werden. Freestyle PLC ist bereits seit 15 Jahren im Solar-Geschäft.

Die Solaris Fahrzeuge, deren Bestandteile von China, Korea und Singapur kommen, werden in einem Vorort von Addis Abeba zusammengebaut. Die Autoindustrie schafft derzeit rund 100 Arbeitsplätze. Sechs Autos pro Woche sollen in den kommenden drei Monaten vom Band laufen. Angedacht ist es auch, für weniger betuchte Kunden ein spezielles Finanzierungssystem zu schaffen, erklärt Pironti.

Fahrzeuge sind in dem afrikanischen Staat mit Steuern von mehr als 100 Prozent belegt. Für ein Modell könnte sogar die Importsteuer fallen. Damit käme der Kaufpreis an die 10.000 Dollar. Obwohl es derzeit keine Website des Herstellers gibt, sei Interesse an den Solaris-Autos vorhanden, bestätigt Pironti, der sein Produkt "von einem grünen Land in eine grüne Welt" bringen will.

Kritiker zweifeln am Erfolg

Warren Batty, Journalist des südafrikanischen Topcar-Magazins, hält von Solaris in Afrika nicht viel, da nur ein kleiner Prozentsatz Afrikas über die nötige Infrastruktur verfügt, um ein Elektro-Auto betreiben zu können. Für kürzere Distanzen - etwa 40 bis 50 Kilometer - sei ein solches Fahrzeug gut geeignet, aber afrikanische Staaten verfügen über keine Ladungsstationen für längere Fahrten, so Batty gegenüber BBC.

Äthiopien steigt nach Angaben der Nachrichtenagentur Ethiopian News Agency ENA auch voll ins Jatropha-Geschäft ein. Die Purgiernuss (Jatropha curcas) soll in Zukunft Treibstoffe liefern. 68 Investoren arbeiten an der Kultivierung der Energie-Pflanze, 15 Investoren entwickeln im Süden des Landes Jatropha-Plantagen. Nach Angaben der ENA hat die Jatropha-Industrie 140.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Aufgrund ihrer Robustheit und Genügsamkeit - sie übersteht auch länger anhaltende Trockenheit gut - ist sie in tropischen Ländern eine ideale Pflanze zur Aufforstung kahler Landstriche oder zur Wiederaufforstung wegen Dürre oder Bodenerosion aufgegebener Agrarflächen. Wegen ihres giftigen Saftes wird sie kaum von Tieren gefressen.
Quelle: UD / pte
 

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