12.12.2019
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10.07.2019

Innovation & Forschung

Innovationen: Porsche setzt auf Kooperationen

Wer Neues sehen will, muss auch mal über den Tellerrand blicken. Bei Porsche gehört das längst zum Alltag. Um neue Ideen für die Mobilität von morgen zu gewinnen, sucht der Stuttgarter Sportwagenhersteller systematisch den Dialog mit Gründern. Im Porsche-Innovationswettbewerb dürfen die zeigen, was sie draufhaben und vorführen, wie sich Neues anfühlt.

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Laura Bücheler und Isabella Hillmer von„GHOST – feel it.“, Gewinner Porsche Next Open Innnovation Competition 2019.

Fahren mit Gefühl: Wie sich das künftig anfühlen könnte, das hat sich das Start-up „GHOST – feel it“ überlegt. Herausgekommen ist eine Technologie, die dem Porsche-Fahrer in Zukunft haptische Rückmeldungen zu seiner Fahrweise geben könnte. Die Neurowissenschaftlerin Isabella Hillmer und die Ingenieurin Laura Bücheler konnten mit dieser Idee den Innovationswettbewerb „Porsche Next Open Innovation Competition“ für sich entscheiden, und das gegen mehr als 150 eingereichte Projekte.

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Gesucht: Ideen für künftige Boliden 

Mit dem Wettbewerb fahndet Porsche nach praxistauglichen und pfiffigen Ideen für den Sportwagen der Zukunft. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekamen dafür zwei Monate lang Zugriff auf über 300 Datenquellen und Funktionen eines Porsche-Fahrzeugs, auf deren Grundlage sie eigene Anwendungen konzipieren, entwickeln, virtuell präsentieren und testen konnten. Der gemeinsam mit dem Berliner Technologie-Start-up „High Mobility“ veranstaltete Wettbewerb fand dieses Jahr zum zweiten Mal nach 2018 statt.

Gesucht wurden Anwendungen, die sich an den drei typischen Nutzungsphasen eines Pkw orientieren, vom Parken daheim über die Fahrt bis zur Ankunft. Was ist dabei zu beachten? Wie können Porsche-Kunden mehr Komfort genießen, etwa beim Ladevorgang, bei der Produktivität unterwegs oder der Ankunft am Zielort? Freie Entwickler, Start-ups, Studenten, Zulieferer und weitere Porsche-Partner konnten sich bei der Beantwortung einbringen. Auch interne Entwickler waren eingeladen, sich abseits ihres eigenen Aufgabenbereichs auszutoben.

„Smarte“ Fahrassistenten und mehr 

Und was hat’s gebracht? „Der Wettbewerb hat uns bereits in der ersten Auflage bestätigt, wie wichtig es ist, sich als Unternehmen für neue Ideen und Impulse von außen zu öffnen“, sagt Andy Grau, Innovationsmanager bei Porsche und Projektleiter der „Porsche Next Open Innovation Competition“. Außerdem will man mit den besten drei Teams weiter zusammenarbeiten. Das sind neben den Gewinnerinnen von „GHOST – feel it“ zum einem die Köpfe hinter einer App, die Strecken live in 3D visualisiert und so Augmented-Reality-Funktionen für Head-up-Displays möglich macht. Das sind zum anderen vier Briten, die eine Online-Plattform entwickelt haben, die den Austausch von Reiseerfahrungen erleichtert und auf einer bestehenden Porsche-Lösung aufsetzt.

Gewinner des Durchgangs 2018: 

Das Team „AUTOmator“ mit einem von ihm ersonnenen digitalen Wenn-Dann-Assistenten. Der soll Porsche-Fahrer perspektivisch bestimmte Routinen abnehmen, beispielsweise das Smart Home-System Daheim aktivieren, wenn er merkt, dass Fahrer und Fahrzeug auf dem Heimweg sind.

AUTOmator ausgezeichnet von Mark Webber: Steffen Iwan (l), Christian Brachert (r).
AUTOmator ausgezeichnet von Mark Webber: Steffen Iwan (l), Christian Brachert (r).

„Starkes Ökosystem mit kompetenten Partnern aufbauen“ 

Patrick Kück, Leiter Strategie und Innovation bei Porsche sagt, dass Porsche darauf ziele, „ein starkes Ökosystem mit kompetenten Partnern aufzubauen“ und er mit seinem Team stets den Dialog auf Augenhöhe mit Gründern und anderen Investoren suche. Diese Öffnung und der Wille zum Dialog sei wichtig, um „sich gegenüber herkömmlichen und neuen Wettbewerbern zu behaupten“, so Kück. Neben Ausschreibungen wie dem Innovationswettbewerb seien Konferenzen dafür ein gutes Umfeld.

Das gilt zum Beispiel für in Berlin veranstaltete NOAH Conference, die sich seit ihrer Erstauflage 2009 zu einer der renommiertesten Start-up-Konferenzen in Europa entwickelt hat. Porsche ist strategischer Hauptpartner der Veranstaltung und hat ihre diesjährige Auflage Mitte Juni genutzt, um am Berliner Gleisdreieck zwei Tage lange seine Mobilitätslösungen vorzustellen. „Start-up-Konferenzen wie die NOAH bieten für uns ideale Chancen, unser breites Netzwerk zu stärken und so neue, innovative Ideen gemeinsam voranzutreiben“, sagt Patrick Kück.

Porsche bei der NOAH Conference Berlin, 2019
Porsche bei der NOAH Conference Berlin, 2019

Türöffner für neue Technologien und Geschäftsmodelle

Durch Teilnahme an solchen Technologie- und Start-up-Konferenzen ergeben sich für den Sportwagenhersteller nicht nur Möglichkeiten, Innovationen aufzuspüren. Sie bieten auch die Chance, vielversprechende Unternehmen früher als Wettbewerber zu entdecken und sich durch Beteiligungen an diesen Start-ups den Zugang zu Trends zu sichern. Die Investitionssumme für solche Corporate Venture Capital-Aktivitäten hat Porsche jüngst um 150 Millionen Euro erhöht. Beteiligungen an interessanten Start-ups gelten dem Sportwagenhersteller als Türöffner für neue Technologien und Geschäftsmodelle.

Erst im Frühjahr hat sich der Konzern beispielsweise beim US-amerikanischen Start-up Urgent.ly eingekauft, einer Plattform für Mobilität und Pannenhilfe, die im Ernstfall schnelle Hilfe verspricht und dafür auf Künstliche Intelligenz setzt. Seit Juni 2018 hält Porsche zudem Anteile an der kroatischen Technologie- und Sportwagenfirma Rimac Automobili, die Komponenten für die Elektromobilität entwickelt und selbst elektrische Supersportwagen herstellt. Beim Schweizer Start-up WayRay, das holographische Head-up-Display-Technologien produziert, ist der Konzern kurze Zeit später eingestiegen. 

Über den Tellerrand blicken, Kontakte knüpfen, gute Ideen Wirklichkeit werden lassen: Für Porsche hat sich der systematische Dialog mit Gründern und Start-ups längst ausgezahlt. Für Laura Bücheler und Isabella Hillmer, den beiden Gewinnerinnen des diesjährigen Porsche-Innovationswettbewerbs, ebenfalls. „Es
war uns eine Ehre, unser Produkt so vielen Entscheidern präsentieren zu dürfen“, sagt Mitgründerin Bücheler. Und dass sie und ihre Mitstreiterin sich freuen, die von ihnen ersonnene Technologie baldmöglichst zusammen mit Porsche zum Einsatz zu bringen. Das dürfte wohl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Quelle: UmweltDialog
 

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