26.03.2019

21.02.2019

Innovation & Forschung

Innovation braucht Transparenz und Vertrauen

Wir leben in einer Zeit des Misstrauens, in der Fakten immer weniger gelten und politische Debatten zunehmend von Behauptungen, Bildern und Emotionen getrieben werden. Umfragen zeigen: Das Vertrauen der Menschen in gesellschaftliche Institutionen schwindet.

Innovation braucht Transparenz und Vertrauen

In Deutschland zum Beispiel vertrauen nach dem „Global Trust Report 2017“ des GfK Vereins nur noch 18 Prozent den politischen Parteien, 30 Prozent den großen Unternehmen und 45 Prozent den Medien. Aber wenn kein Vertrauen herrscht und nichts mit Gewissheit gilt, worauf gründen wir dann unsere Entscheidungen? Misstrauen ist keine Basis für die Gestaltung der Zukunft. Dabei schürt nichts so sehr das Misstrauen, als wenn die Menschen das Gefühl haben, dass ihnen Informationen ohne ersichtlichen Grund vorenthalten werden. 

Bayer hat daher Ende 2017 damit begonnen, den Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen aus dem Pflanzenschutz-Bereich zu ermöglichen – und hat damit in Sachen Transparenz eine Vorreiterrolle in der Branche übernommen. Unter https://cropscience-transparency.bayer.com sind Zusammenfassungen von Testergebnissen und Bewertungen zum Download verfügbar. Infographiken und Videos sollen helfen, die wissenschaftlichen Informationen besser zu verstehen und einzuordnen. Seit Februar 2018 können zudem umfassende und detaillierte sicherheitsrelevante Studienberichte angefragt werden, sofern sie nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

Eine Brücke zur interessierten Öffentlichkeit 

Übrigens hat sich Bayer auch im Pharma-Bereich schon seit Jahren dazu verpflichtet, Informationen über klinische Studien – inklusive einer Zusammenfassung der Ergebnisse – öffentlich zur Verfügung zu stellen. Die Daten sind über den „Bayer Trial Finder“ auf der Homepage unserer Division Pharmaceuticals sowie unter www.ClinicalTrials.gov und www.clinicaltrialsregister.eu zugänglich. Darüber hinaus können Forscher und Ärzte noch detailliertere Informationen auf Nachfrage von uns erhalten. Dadurch wollen wir dem häufig zu hörenden Vorwurf begegnen, Pharma-Studien würden nur öffentlich, wenn die Ergebnisse für die Unternehmen vorteilhaft sind.

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Diese Aktivitäten zeigen, wie wichtig uns Transparenz ist. Damit wollen wir Fachleuten, engagierten Bürgern und anderen Interessenten die Möglichkeit geben, sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Informationen eine eigene Meinung zu bilden. So bauen wir eine Brücke zwischen der interessierten Öffentlichkeit und unseren eigenen Wissenschaftlern.

Diese Aktivitäten zeigen, wie wichtig uns Transparenz ist. Damit wollen wir Fachleuten, engagierten Bürgern und anderen Interessenten die Möglichkeit geben, sich auf der Grundlage wissenschaftlicher Informationen eine eigene Meinung zu bilden. So bauen wir eine Brücke zwischen der interessierten Öffentlichkeit und unseren eigenen Wissenschaftlern. Sicher, es gibt auch Grenzen für Transparenz. Bei klinischen Studien müssen sensible Patientendaten geschützt bleiben. Und wir müssen natürlich auch

sicherstellen, dass bestimmtes geistiges Eigentum nicht in die Hände von Wettbewerbern fällt – unser gesamtes Geschäftsmodell als innovatives Unternehmen hängt davon ab. Aber wir arbeiten daran, die richtige Balance zwischen größtmöglicher Transparenz und notwendiger Vertraulichkeit zu finden.

Innovationen sind essentiell für unsere Zukunftsfähigkeit

Leider wissen die wenigsten Menschen, mit welcher Sorgfalt heute in der Erforschung und Entwicklung von Medikamenten und Pflanzenschutzprodukten gearbeitet wird. Diese Sorgfalt spiegelt sich in einem enormen Aufwand an Zeit und Geld wider. So kostet die Entwicklung eines neuen Medikaments heute durchschnittlich mehr als eine Milliarde Euro und kann zwölf bis fünfzehn Jahre dauern.

Im Pflanzenschutzbereich sieht es ähnlich aus. Hier kommt von mehr als 100.000 Prüfsubstanzen am Ende nur eine auf den Markt – nach durchschnittlich 10 bis 14 Jahren und 1.200 Registrierungsstudien, die erforderlich sind, bis ein neuer chemischer Wirkstoff die Zulassung erhält. Die Forschungs- und Entwicklungskosten betragen hier im Schnitt rund 250 Millionen Euro.

Untersuchung eines Mannes

Ist dieser ungeheure Aufwand gerechtfertigt? Davon sind wir bei Bayer überzeugt! Dass die Menschen heute gesünder sind und länger leben als je zuvor, das haben wir neben einer verbesserten öffentlichen Gesundheit insbesondere in den Bereichen sauberes Trinkwasser und Wohnverhältnisse vor allem den vielen Fortschritten zu verdanken, die durch das Zusammenspiel von Wissenschaft und Unternehmertum entstanden sind.
Und das wird auch der Weg der Zukunft sein, denn es gibt immer noch reichlich zu tun. 

Beispielsweise haben wir für einen erheblichen Teil der rund 30.000 bekannten Krankheiten noch immer keine zufriedenstellenden Therapien. Hinzu kommt, dass bestimmte Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen immer häufiger auftreten, was primär daran liegt, dass die Menschen älter werden. Und in zahlreichen ärmeren Ländern leidet rund eine Milliarde Menschen unter den sogenannten „Vernachlässigten Tropenkrankheiten“ – wie der Chagas-Krankheit, dem Dengue-Fieber oder der Flussblindheit.

Zugleich leben immer mehr Menschen auf der Erde, deren Ernährung gesichert werden muss – im Jahr 2050 werden es voraussichtlich fast zehn Milliarden sein. Experten schätzen, dass die Nachfrage nach Agrarprodukten bis zur Jahrhundertmitte um 50 Prozent zunehmen wird. Da es für die Erschließung landwirtschaftlich nutzbarer Flächen kaum noch Spielraum gibt, ohne Regenwälder oder andere wichtige Naturflächen zu gefährden, muss unser Ernährungssystem also wesentlich produktiver werden. Es muss aber auch nachhaltiger werden, weil wir derzeit nicht schonend genug mit natürlichen Ressourcen umgehen.

Unser Beitrag zu den 17 SDGs

Das sind nur einige Beispiele für die Herausforderungen der Zukunft. Einen umfassenden Überblick geben die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, das Kernstück der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, zu denen sich Bayer ausdrücklich bekennt. Insbesondere zum Ziel 2 – auf globaler Ebene den Hunger zu beenden, Ernährungssicherheit und bessere Ernährung sowie eine nachhaltige Landwirtschaft voranzubringen – und zum Ziel 3 – für alle Menschen ein gesundes Leben sicherzustellen – wollen wir substantielle Beiträge leisten.

Wenn die Menschheit diese Ziele erreichen will, brauchen wir weiteren Fortschritt und müssen die Chancen nutzen, die neue Technologien bieten. Dafür brauchen wir wieder einen gesellschaftlichen Konsens, dass Innovation gut und nützlich sein kann. Aber ein solcher Konsens kann nur auf der Grundlage eines offenen, aufrichtigen und sachlichen Dialogs entstehen. Nur wenn wir miteinander reden, können wir die Gräben überbrücken, die sich zwischen den politischen Lagern und zwischen den „Filterblasen“ im Internet auftun.

Hier schließt sich der Kreis, denn ein solcher Dialog braucht Vertrauen. Unser Eintreten für Transparenz soll dazu einen Beitrag leisten: Als ein Schritt, damit wieder Vertrauen entstehen kann, und als Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft.

Dieser Artikel ist im Original im Jahrbuch "Global Compact Deutschland 2018" zum Thema "Wirtschaft und Menschenrechte" erschienen.

Das Deutsche Global Compact Jahrbuch 2018 Banner
Quelle: UD/cp
 

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