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19.11.2019

Tourismus

Hotels & Nachhaltigkeit: Steueranreize entscheidend

Damit Reisen und Hotelaufenthalte in Zukunft nachhaltiger werden, ist es höchste Zeit für eine effizientere Nutzung der Energieressourcen. Vor allem die Hotellerie könnte hier eine Vorbildwirkung für die Reiseindustrie haben. Doch dafür ist mehr Unterstützung durch die Politik erforderlich, so das Resümee einer Podiumsdiskussion des Travel Industry Club Austria.

Hotels & Nachhaltigkeit: Steueranreize entscheidend
Der Travel Industry Club Austria diskutierte im MAXX Hotel Wien mit Energie- und Reiseexperten darüber, warum und wie die Umweltkosten künftig in die Reisekosten eingepreist werden (müssen). Im Bild v.l.n.r. Roland Kuras (Power Solution), Roland Paar (Soravia), Mahshid Sotoudeh (Akademie der Wissenschaften), Univ.Prof. Stefan Schleicher (Uni Graz), Hans Harrer (Senat der Wirtschaft), Martin Schrödl (MAXX Hotel).

Synergien zwischen Energienetzen schaffen

Stefan Schleicher, Professor am Institut für Volkswirtschaftslehre an der Universität Graz, erläuterte in seinem Einleitungsstatement, wie ein Umdenken bei den Energieressourcen aussehen könnte: "Nur mit dem 3i-Mindset Innovation, Integration und Inversion sind echte Verbesserungen möglich", so der Forscher. "INTEGRATION meint, dass alle vier Energienetze - also Elektrizität, Wärme/Kühlung, Gas und IT - zusammengeführt werden müssen. So werden durch die Verbindung von Wärme und Elektrizität oder die Nutzung von elektrischen und thermischen Speichern Synergien geschaffen. Aufgabe der IT ist es dabei, alle anderen Netze zu steuern." INVERSION bedeutet, "dass wir nicht mehr zuerst fragen, woher wir die Energie nehmen können, sondern wofür wir sie brauchen", meinte Schleicher.

Martin Schrödl, General Manager des MAXX Hotel, nannte in der Podiumsdiskussion 3D-Drucker als Beispiel für Ressourceneffizienz in der Hotellerie. "Wenn beispielsweise im Spa-Bereich Becher fehlen, könnten wir mit einer eigenen 3D-Produktion rasch und flexibel darauf reagieren und hätten so eine nachhaltige, umweltschonende Lösung für ein häufig auftretendes Problem", meinte der Hotelmanager.

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"System der Blockierer" überwinden

Roland Paar, Leiter der Abteilung für Hotelentwicklung beim Immobilienentwickler SORAVIA, sieht vor allem in der Politik Handlungsbedarf, um das von Schleicher erläuterte Mindset in der Praxis zu erreichen. "Es braucht mehr Steueranreize für Hotelbetreiber, in nachhaltige Strukturen zu investieren. Im deutschsprachigen Raum sieht die Politik solche Incentives aber momentan nur als ein 'Nice-to-have'-Element", bedauerte der Experte.

Die Frustration über mangelnde Weitsicht in der Politik teilte auch Hans Harrer, Chef des Österreichischen Senats der Wirtschaft. "Wir haben in Österreich ein föderales System der Blockierer, nämlich der Länder. Innovative Projekte sind daher nur dann möglich, wenn diese mögliche Förderungen mitttragen. Jedoch kommen bei uns von den 22 Milliarden Euro, die jährlich in Forschung und Förderung investiert werden, nur zwölf Milliarden tatsächlich bei Projekten an", kritisierte Harrer. Die alten Förderstrukturen müssten deshalb aufgebrochen werden, um eine effizientere Ressourcennutzung zu erreichen.

Ressource Mensch besser nutzen

Ein weiteres Thema der Podiumsdiskussion war das Personalpotenzial in der Hotellerie. Roland Paar sieht die Ausbildungsfrage positiv. "Die Jugend von heute ist viel aufnahmefähiger als ältere Generationen. Früher musste man neuem Personal noch stundenlang erklären, auf welche Seite des Tellers die Gabel liegen muss, heute sehen sich junge Angestellte ein Dreiminuten-Video an und wissen schon Bescheid", so der Experte. Das Personal der Zukunft könnte durch stärkere Bildung also deutlich vielfältigere Kompetenzen entwickeln.

Mahshid Sotoudeh, Forscherin am Institut für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sieht das Personal denn auch als wichtigsten Faktor für effiziente Ressourcennutzung. "Jeder Mitarbeiter muss lernen, aufmerksam durch den Betrieb zu gehen, Fehler zu erkennen und darauf zu reagieren. Aber dafür müssen ihnen die Hotelbetreiber vertrauen und besser kommunizieren", meinte Sotoudeh.

Quelle: UD/pte
 

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