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23.08.2018

Textilien

Tchibo entgiftet

Nahezu 90 Prozent unserer Kleidung werden in Asien hergestellt. Die Textilproduktion verursacht dort massive Umweltschäden. Chemikalien vergiften Flüsse, Seen und Trinkwasser. Tchibo setzt sich für Textilien ohne Giftstoffe in der Produktion ein. Seine Fortschritte dokumentierte das Hamburger Handelshaus im aktuellen Fortschrittsbericht zum „Detox Commitment“.

Tchibo entgiftet

Mehr als zwei Drittel der chinesischen Flüsse und Seen gelten als verschmutzt. Das berichtet die Umweltorganisation Greenpeace. Die Ursache dafür: Textilfabriken leiten bei der Produktion genutzte Chemikalien, wie zum Beispiel Färbemittel, ungeklärt in die Gewässer. Diese meist krebserregenden Schadstoffe gelangen so ins Trinkwasser und führen oftmals zu Schäden des Hormonsystems von Menschen und Tieren. Doch wie kommt es dazu? „Von 435 registrierten Abfluss-Stationen in China hielten sich 2012 zwei Drittel nicht an Umweltstandards. Und jede Vierte ignoriert sie einfach ganz“, erklärt Greenpeace. „Die Chemikalien reichern sich im Sediment an und schaden Wasserorganismen und Menschen.“

Weniger Chemikalien im Einsatz

Um dem entgegenzuwirken, rief Greenpeace vor sieben Jahren das Detox Commitment ins Leben. Das Ziel: elf sehr gefährliche Chemikaliengruppen wie zum Beispiel Phthalate (Weichmacher) sollen weltweit aus der Textilproduktion verbannt werden, um die Gefährdung für Mensch und Umwelt in den Produktionsländern zu verringern. Bunny McDiarmid, Geschäftsführerin von Greenpeace International, betonte in einer Bestandsaufnahme im Juli, dass es bereits einen tiefgreifenden Wandel in der Bekleidungsindustrie gegeben habe. So haben sich laut Greenpeace inzwischen 80 Firmen verpflichtet, bis 2020 bei der Produktion ihrer Ware auf den Einsatz der Chemikalien zu verzichten. 

Detox-Kur bei Tchibo

Dazu gehört auch der Hamburger Konzern Tchibo, der sich seit 2014 im Detox Commitment engagiert. Im Mai dokumentierte das Unternehmen seine Fortschritte in einem Bericht. „Einer der Schwerpunkte unseres Handelns ist die Reduktion der Umweltauswirkungen bei der Rohstoffgewinnung und der Herstellung unserer Gebrauchsartikel“, heißt es darin. „Das im Jahr 2014 unterzeichnete Detox Commitment gegenüber Greenpeace ist dabei ein wesentlicher Bestandteil.“

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Dafür erweiterte Tchibo die Liste gefährlicher Chemikalien, die in der Produktion nicht mehr eingesetzt werden dürfen. In 2017 nahm das Handelshaus 30 schädliche Stoffe zusätzlich in die sogenannte „Manufacturing Restricted Substances List“ (MRSL) auf. „Die MRSL legt Grenzwerte und verbotene Substanzen innerhalb der Produktion fest“, erklärt das Unternehmen. „Das Verfahren für die Aufnahme von Substanzen auf die MRSL basiert auf der Prüfung externer Quellen und Substanzlisten sowie der internen Prüfung verwendeter Substanzen in den Veredelungsprozessen von Tchibo-Produkten.“ Insgesamt schlossen die Hamburger bislang 207 Substanzen aus ihrer Herstellung aus. 

Pflanzenöl als Alternative

Tchibo entwickelte außerdem die sogenannte miDori bioWick-Technologie für Sporttextilien. Diese sorgt dafür, dass Kleidung auch bei körperlicher Anstrengung trocken bleibt. Das Besondere: Sie wird hauptsächlich aus pflanzlichem Öl hergestellt und enthält keine Chemikalien. Zusätzlich verbietet Tchibo den Einsatz von Chrom bei der Gerbung von Leder und verzichtet auf sogenannte PFCs (per- und polyflourierte Chemikalien) bei wasser- und schmutzabweisenden Produkten. Außerdem nutzen die Hamburger nachhaltige Materialien in ihren Textilprodukten: „Tchibo ist weltweit der drittgrößte Verwender von zertifizierter Bio-Baumwolle, setzt Standards wie den Global Organic Textile Standard (GOTS) und setzt im Bereich Viskose Lenzingfasern ein“, heißt es in ihrem Bericht. „Auch diese Maßnahmen zahlen auf das Detox Commitment ein, da der Einsatz gefährlicher Pestizide beim Anbau und bei der Verarbeitung vermieden wird.“

Jeans Produktion

Transparenz in der Lieferkette gehört ebenfalls zum Engagement von Tchibo. Dafür veröffentlichte das Unternehmen erstmals in 2017 eine Liste von Vor-Produzenten für Bekleidung, Heimtextilien und Schuhe. Die Auflistung wird halbjährlich aktualisiert und umfasst die Namen und Adressen der sogenannten Nassbetriebe. „Seit der Integration einer entsprechenden Abfrage in die Standardprozesse hat Tchibo für 91 Prozent der platzierten Textilprodukte Informationen über die relevanten Vorstufen erhalten“, betont das Unternehmen. „Insgesamt wurden 166 Nassbetriebe, also Produktionsstätten, in denen wasserbasierte Verfahren wie Färbung oder Ausrüstung durchgeführt werden, identifiziert.“

Training vor Ort

Dadurch hat Tchibo die Möglichkeit, seine Lieferanten und deren Nassbetriebe gezielt bei der Umsetzung eines ganzheitlichen Chemikalienmanagements zu unterstützen. „Den großen Bedarf an Hilfestellungen und Trainingsprogrammen in den Betrieben vor Ort hat Tchibo erkannt – und gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der REWE Group ein entsprechendes Trainingsprogramm entwickelt“, erklären die Hamburger. Das Programm trägt bereits Früchte. Zurzeit werden Mitarbeiter in 20 Tchibo-Fabriken über einen Zeitraum von sechs Monaten geschult. Zu den Schulungsunterlagen gehören beispielsweise Broschüren und Trainingsvideos zum Chemikalienmanagement oder auch ein Online-Trainings-Tool. Dies bietet den Produktionsstätten unter anderem individuelle Handlungsempfehlungen für einen reduzierten Energieverbrauch. Mehr als 30 lokale Trainer sind mittlerweile als Experten ausgebildet. Insgesamt sollen bis 2020 110 Produzenten in Bangladesch und China von dem Trainingsprogramm profitieren.

Quelle: UmweltDialog
 

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