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26.03.2018

Textilien

HAKRO will Corporate Fashion „grüner“ machen

Der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit wird auch bei Arbeitskleidung lauter. HAKRO, ein mittelständischer Corporate-Fashion-Anbieter aus Schrozberg in Baden-Württemberg, hat darauf reagiert, unter anderem mit einer ersten „grünen“ Kollektion. Für die Zukunft hat sich das Familienunternehmen noch viel mehr vorgenommen.

HAKRO will Corporate Fashion „grüner“ machen

Was genau, hat der Mittelständler in seiner im vergangenen Jahr fertiggestellten Nachhaltigkeitsstrategie niedergeschrieben. Die steht unter dem Titel „Wirkstoff“ und führt 25 Ziele auf, mit denen sich der Textilhändler vom Wettbewerb absetzen will. „Wir wollen HAKRO in den nächsten Jahren zu einem der nachhaltigsten Anbieter von Corporate Fashion machen“, sagt die Chefin des 1969 gegründeten Unternehmens, Carmen Kroll.

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„Grüne“ Fäden strategisch verknüpft

Die geschäftsführende Gesellschafterin und Tochter des Gründers hält seit 2003 die unternehmerischen Fäden in der Hand. Zusammen mit ihren rund 150 Beschäftigten und Co-Chef Thomas Müller hat sie HAKRO auf mehr Nachhaltigkeit getrimmt: Briefe und Pakete verschickt das Unternehmen seit einiger Zeit klimaneutral, seine Fachhändler beliefert es ebenso, die Gebäude an den beiden Standorten wurden und werden auf Energieeffizienz getrimmt, letzten Sommer traten unternehmensinterne Umweltleitlinien in Kraft.

Flankiert werden sie von einer zeitgleich fertiggestellten Nachhaltigkeitsstrategie, die Ziele für die Jahre bis 2022 festschreibt. Das wohl ehrgeizigste: Die Erhöhung des Anteils ökologisch und sozial nachhaltig produzierter Baumwolle in den HAKRO-Textilien von heute unter zehn Prozent auf bis zu 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren. Ambitioniert ist das nicht nur wegen dieser deutlichen Steigerung. Die Nachfrage nach nachhaltiger Baumwolle wächst weltweit rasant, Lieferengpässe sind an der Tagesordnung. Selbst große Textilhändler kriegen sie zu spüren.

Die grüne Kollektion ist erst der Anfang: HAKRO hat sich in Sachen Nachhaltigkeit viel vorgenommen.
Die grüne Kollektion ist erst der Anfang: HAKRO hat sich in Sachen Nachhaltigkeit viel vorgenommen.

Schon zu haben: erste Kollektion aus Bio-Baumwolle

Abgeschreckt hat das das Familienunternehmen nicht. Seine erste Organic-Kollektion aus zertifizierter Bio-Baumwolle hat es seit vergangenem April im Angebot. Angebaut und verarbeitet wurden die dafür benötigten Fasern nach dem „Global Organic Textile Standard“ (GOTS), einer weltweit anerkannten Richtschnur für Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Seit Ende 2017 bezieht das Unternehmen zudem nachhaltige Baumwolle aus Afrika; über die Hamburger Initiative „Cotton made in Africa“.

HAKRO-Chefin Kroll sagt, bei der Entscheidung für diese Initiative hätten nicht nur ökologische Aspekte eine Rolle gespielt. HAKRO wolle damit auch einen Beitrag dazu leisten, „den Baumwollsektor in Afrika zu stabilisieren sowie die Lebens- und Arbeitsverhältnisse in den Anbauländern zu verbessern“. Für bessere Arbeitsbedingungen engagiert sich HAKRO daneben im „Bündnis für nachhaltige Textilien“, das Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft 2013 nach Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch ins Leben gerufen hatten. Die Ziele des Bündnisses hat das Familienunternehmen in seine Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen.

Ziele fast komplett erreicht

Was sich der Mittelständler bis jetzt in Sachen Nachhaltigkeit vorgenommen haben, konnte er größtenteils umsetzen. Von den im ersten Nachhaltigkeitsbericht 2016 angekündigten 22 Maßnahmen und Projekten wurden 20 fristgerecht realisiert. Lediglich bei der Entwicklung eines internen Verhaltenskodexes und der Prüfung der Folgen der eigenen Geschäftstätigkeit auf die Biodiversität brauchte das Unternehmen mehr Zeit als ursprünglich geplant. Beide sind den Angaben zufolge aber in Arbeit.

In Arbeit ist aktuell auch die „Begrünung“ des unternehmenseigenen Fuhrparks. Der umfasst rund ein Dutzend Pkw und Kleintransporter und soll schrittweise auf Hybrid- und rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge umgestellt werden, inklusive eigener Schnellladestationen auf dem Gelände des unternehmenseigenen Logistikzentrums. „Wir wünschen uns, dass die E-Mobilität in Deutschland jetzt Fahrt aufnimmt“, sagt Geschäftsführer Thomas Müller. Die ersten beiden E-Autos sind schon im Einsatz. Beschäftigte können auch E-Bikes als Dienstfahrräder leasen.

Klimaneutrale Standorte bis 2020

Auf Klimafreundlichkeit und mehr Nachhaltigkeit werden derzeit auch die beiden HAKRO-Unternehmensstandorte in Schrozberg getrimmt. Sie sollen bis 2020 komplett klimaneutral werden. Die energetische Sanierung der Außenfassade eines Trakts des Verwaltungsgebäudes ist bereits abgeschlossen, eine kleine Photovoltaikanlage auf dessen Dach installiert. Außerdem erweitert HAKRO gerade sein Logistikzentrum, das ebenfalls mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet wird. Rechnerisch soll sie rund 45 Prozent des Strombedarfs decken.

Das Ende der Fahnenstange sieht Firmenchefin Kroll damit noch nicht erreicht. „Wir können in den nächsten Jahren in punkto Nachhaltigkeit noch einiges bewegen“, sagt sie. Mit der Nachhaltigkeitsstrategie habe man dafür „ein ambitioniertes Programm“ entwickelt. „Wir leisten damit auch unseren Beitrag, um die ‚Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung‘ umzusetzen, die die Vereinten Nationen vor zwei Jahren beschlossen haben.“ Konkret erleben können diesen Beitrag zum Beispiel die Arbeiter des HAKRO-Partners in Bangladesch. Das Familienunternehmen unterstützt sie mit einem Solidaritätsfonds.

Weg von „Ex-und-Hopp“-Ware

Einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der UN will der Mittelständler auch grundlegender leisten: „Unsere Vision“, heißt es im Nachhaltigkeitsbericht 2017, „ist, dass Hersteller und Verbraucher für Bekleidung (wieder) eine Wertschätzung aufbringen und sie nicht als kurzlebige ‚Ex-und-Hopp‘-Ware verstehen“. Das Ziel, ganz im Sinne der Agenda 2030, sei die Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster. Mit langlebigen, sozial und ökologisch verantwortungsbewussten Produkten will HAKRO darauf einzahlen.

Quelle: UmweltDialog
 

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