Lebensmittel

Das Klöckner-Siegel hilft nicht einem Tier

Der lang angekündigte Gesetzentwurf für das Tierwohl-Kennzeichen von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner liegt vor und bestätigt einmal mehr: Das freiwillige staatliche Tierwohl-Label wird niemanden voranbringen. Die Verbraucher Initiative e.V. fordert, diesen millionenschweren Unsinn zu stoppen und Zeit, Geld und Energie für zielführendere Maßnahmen einzusetzen.

18.07.2019

Das Klöckner-Siegel hilft nicht einem Tier

Freiwillig soll es sein, das neue Tierwohl-Zeichen der Bundeslandwirtschaftsministerin, Landwirte unterstützen, das Tierwohl in der Nutztierhaltung verbessern und nicht zuletzt die Erwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher erfüllen, so wird das Ziel des vorliegenden Gesetzentwurfes beschrieben. "Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten aber kein neues Siegel, sondern verbindliche Verbesserungen in der Nutztierhaltung und ein Kontrollsystem, das dies auch sicherstellt. Dafür bietet Frau Klöckners Entwurf keine Grundlage", kritisiert Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative e.V. 

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Flächendeckende Maßnahmen zur Verbesserung der Nutztierhaltung

Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten zu Recht, dass auch die Politik nach Wegen sucht, die Nutztierhaltung flächendeckend zu verbessern. "Frau Klöckners neues Zeichen hilft nicht einem einzigen Tier," so Georg Abel. "Sinnvoll und zielführend wäre es, die bereits bestehenden ambitionierten Systeme von Landwirtschaft, Fleischgewerbe und Lebensmitteleinzelhandel zu unterstützen und zu verstetigen. Statt mit Millionen Euro ein Verwaltungsmonster am Leben zu halten, wäre es wichtiger, die Nachfragemacht des Bundes und der Länder zu nutzen und in allen staatlichen Kantinen, Mensen und Cafeterien konsequent Fleisch aus nachweislich tiergerechter Haltung zu ordern. Es muss außerdem darum gehen, diejenigen zu qualifizieren und zu unterstützen, deren Haltungsbedingungen noch immer ernste Tierwohl-Mängel aufweisen."

Der Bundesverband kritischer Verbraucherinnen und Verbraucher weist darauf hin, dass es bereits eine Fülle freiwilliger Systeme gibt. Wer seinen Tieren artgerechtere Lebensbedingungen gewährt, zeigt das längst schon auf dem Produkt. Mit der Haltungskennzeichnung des Lebensmitteleinzelhandels erkennen Verbraucherinnen und Verbraucher schon heute, wie anspruchsvoll die Tierhaltung dahinter ist. Das Tierwohlzeichen der Landwirtschaftsministerin wird sich dort einfügen müssen.

Quelle: UD/pm
 

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