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Lebensmittel

Lidl doch nicht so nachhaltig?

Lidl verspricht nachhaltige Produkte. Doch der Alltag von Arbeitern auf Lidls Zuliefer-Plantagen sieht anders aus. Diese schweren Vorwürfe erheben lokale Gewerkschaften. Sie werden dabei von der Entwicklungsorganisation Oxfam unterstützt. Die gut dokumentierte Kritik wirft dem Discounter den Einsatz von giftigen Pestiziden, unfaire Löhne und die Unterdrückung der Gewerkschaftsfreiheit vor. Lidl wehrt sich gegenüber UmweltDialog gegen diese Vorwürfe.

14.06.2017

Lidl doch nicht so nachhaltig? zoom

„Seit einem Jahr appellieren wir an Lidl, dagegen einzuschreiten. Doch Lidl rührt sich nicht,“ klagt Christin Becker, Kampagnenkoordinatorin „Make Fruit Fair!“, und ruft jetzt zu Protestschreiben auf. Bereits im Mai 2016 hatte die Oxfam-Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheit“ erschreckende Arbeitsbedingungen auf ecuadorianischen Bananen-Plantagen zutage gefördert: Die Arbeiter sind giftigen Pestiziden ausgesetzt, erhalten teilweise weder Mindestlohn noch Sozialversicherung und werden bedroht und bedrängt, wenn sie sich in Gewerkschaften organisieren.

Auch ein Jahr später scheint die Situation nicht verbessert. Das zeigen neue Recherchen des lokalen Partners in Ecuador, der Gewerkschaft ASTAC: Auf allen fünf von ihr untersuchten Plantagen berichten die Arbeiter von den gleichen schlimmen Zuständen wie vor einem Jahr.

Der ASTAC-Gewerkschaftler Jorge W. Acosta schreibt an den Lidl-Vorstand: „In den vergangenen Wochen haben wir die folgenden fünf Plantagen, die Ihre Supermärkte beliefern, besucht: La Palma, Matías, San José de Pongarbel, San Juan und El Naranjo. Wir haben etwa 50 Personen, in der Mehrzahl Plantagenarbeiter und einige benachbarte Anwohner, interviewt. Dabei haben wir mehrere Verletzungen der nationalen Gesetze und internationaler Standards festgestellt.“

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Lidl wehrt sich

Auf Nachfrage in Neckarsulm bezieht Lidl ausführlich Stellung: „Lidl ermöglicht eine transparente Rückverfolgung seiner Obst & Gemüse Artikel bis zum Erzeuger mittels detaillierter Etiketten auf den Umkartons der entsprechenden Waren.“
Außerdem habe man als erster Lebensmittelhändler damit begonnen, Erzeuger von Bananen und Ananas nach den international anerkannten Standards von „Fairtrade“ und „Rainforest Alliance Certified“ zertifizieren zu lassen und das bundesweite Sortimentsangebot auf ausschließlich zertifizierte Ware umgestellt.

Gerade mit Oxfam verbindet Lidl nach eigener Einschätzung ein enger Austausch. Lidl erklärte dazu gegenüber UmweltDialog: „Die Oxfam-Mitarbeiterin aus Costa Rica bestätigt mündlich im gemeinsamen Termin Ende Juni, dass die Farm Finca Once im Vergleich zu den insgesamt über 1.500 Farmen in Costa Rica zu den deutlich „Besseren“ gehört.“

So scheint denn die Situation in Costa Rica deutlich besser zu sein. Das kann Lidl an vielen Punkten belegen. Die aktuelle Kritik von Oxfam richtet sich allerdings gegen die Verhältnisse in Ecuador. Hier fehlt es noch an klaren Antworten aus Neckarsulm. Immerhin hat der Discounter einen „Runden Tisch“ für alle Beteiligten vorgeschlagen und seine eigene Teilnahme bereits versprochen. Ein Signal, das in die richtige Richtung zeigt.

Lebensmittelbranche im Blickpunkt

Lidl ist mit der Kritik nicht alleine. Die großen Supermarkt-Ketten expandieren, ihr Einfluss wächst. Die fünf größten Lebensmitteleinzelhändler Edeka, Rewe, Lidl, Aldi und Metro verfügen heute bereits über einen Anteil von ca. 90 Prozent am inländischen Marktvolumen. Nur wer kontinuierlich große Warenmengen in vorgegebener Qualität und zu niedrigen Preisen liefern kann, ist im Geschäft. Nachhaltigkeit ist hier im Alltag oft kein Kriterium. So beklagt Oxfam, Lieferanten und Erzeuger würden von den Supermarktketten im Preis gedrückt, unfaire Konditionen in die Verträge diktiert. Kleinbäuerinnen und -bauern und Arbeitskräfte am unteren Ende der Lieferkette hätten das Nachsehen.

Quelle: UD
 

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