11.12.2018

13.09.2016

Lebensmittel

Fischkonsum: Nachhaltigkeit wichtiger als Preis

Die weltweite und bislang größte unabhängige Verbraucherumfrage zum Thema Fischkonsum hat ergeben, dass das Thema Nachhaltigkeit in Deutschland eine zunehmend wichtige Rolle beim Fischeinkauf spielt. So ist für die 1.034 befragten Fischkonsumenten in Deutschland neben der Qualität eines Fischproduktes vor allem seine Nachhaltigkeit kaufentscheidend – und zwar deutlich vor den Faktoren Preis oder Marke. Dieses Ergebnis überrascht, da bei Lebensmitteln und anderen 'schnelldrehenden Konsumgütern' üblicherweise neben der Qualität vor allem Preis und Marke als kaufentscheidend gelten.

Fischkonsum: Nachhaltigkeit wichtiger als Preis zoom

"Die Verbraucherumfrage zeigt, wie unterschiedlich die Fischbranche im Vergleich zu anderen Branchen tickt. Nachhaltigkeit hat hier offensichtlich echte Relevanz und Verbraucher geben ihr eine höhere Priorität bei der Wahl ihrer Produkte, als wir dachten", so Caroline Holme, Geschäftsführerin des durchführenden Marktforschungsinstituts GlobeScan.

Drei von fünf der befragten Fischessern in Deutschland äußerten die Bereitschaft, für nachhaltige Fischprodukte tiefer ins Portemonnaie zu greifen als für nicht-nachhaltige. Selbst eine Preissteigerung von 18 Prozent wäre noch für die Hälfte der Befragten akzeptabel – das ist der weltweite Spitzenwert.

Aktuell veröffentlichte Daten des deutschen Fisch-Informationszentrums e.V. (FIZ) stützen diese Beobachtung: So haben die Verbraucher in Deutschland zuletzt ein Prozent mehr Fisch gekauft, als im Vorjahr – dafür jedoch gleichzeitig 3,1 Prozent mehr bezahlt. Die Ausgaben für Fisch sind überproportional zur Einkaufsmenge gestiegen (www.fischinfo.de).

Konsumenten vertrauen auf NGOs – und auf die eigene Verbrauchermacht

Die im weltweiten Vergleich hohe Bereitschaft der Deutschen, nachhaltig gefangenen Fisch zu kaufen und dafür gegebenenfalls auch tiefer ins Portemonnaie zu greifen, hängt auch damit zusammen, dass es hierzulande – auch dank der jahrelangen Aufklärungsarbeit von Organisationen wie WWF oder Greenpeace – ein besonders starkes Bewusstsein für die Gefährdung unserer Ozeane und die Problematik der Überfischung gibt.

Auf die Frage, wer denn am meisten zum Schutz der Meere beitragen könne, wurden denn auch von den Verbraucher am häufigsten Nichtregierungsorganisationen (46 Prozent) und internationale Organisationen sowie wissenschaftliche Institutionen (32 Prozent) genannt. Danach folgen auch schon die Verbraucher selbst: Jeder fünfte Verbraucher glaubt, dass er selbst durch sein Kaufverhalten Einfluss auf den Schutz der Meere nehmen kann. Regierungen und Unternehmen hingegen werden als wenig einflussreich eingestuft.

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"Den Fischessern in Deutschland ist bewusst, wie wichtig nachhaltiger Fischfang ist – und sie sind bereit, ihr Kaufverhalten zu ändern, um die Meere zu schützen. Sie fühlen sich ermächtigt, mit ihren Brieftaschen für Nachhaltigkeit zu stimmen", so Andrea Harmsen, Pressesprecherin des MSC in Deutschland.

Das hohe Verbrauchervertrauen in den positiven Einfluss von Nichtregierungsorganisationen und Wissenschaft passt auch zur Wahrnehmung der Konsumenten vom MSC: 70 Prozent der Verbraucher, die das MSC-Siegel kennen, finden es vertrauenswürdig und sehen den Einfluss der Organisation positiv. Drei Viertel aller Fischkonsumenten in Deutschland sind weiterhin der Ansicht, dass Marken und Supermärkte Aussagen zur Nachhaltigkeit ihrer Produkte von unabhängiger Seite verifizieren lassen sollten.

"Da es bei Fisch und Fischprodukten nach Ansicht der Konsumenten nur wenige vertrauenswürdige Marken gibt, übernehmen unabhängige Siegel hier einen Teil der klassischen Markenrolle: Sie helfen dem Verbraucher, seine Wahl zu treffen und bilden Vertrauen", so Caroline Holme von GlobeScan.

Erweitertes Angebot kann nachhaltige Wahl erleichtern

Das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Deutschen ist hoch, die Bereitschaft, nachhaltig gefangenen Fisch zu kaufen ebenso, und Siegel wie das des MSC machen es dem Verbraucher leicht, nachhaltige Produkte gleich auf den ersten Blick zu erkennen. 63 Prozent der Befragten – Tendenz steigend – geben an, bereits heute wann immer möglich Fisch und Meeresfrüchte mit Nachhaltigkeitssiegel zu kaufen. Allein: Das Angebot an Fischen aus nachhaltigem Fang ist derzeit immer noch begrenzt. So kommen weltweit erst zehn Prozent aller Fische und Meeresfrüchte aus MSC-zertifizierten, nachhaltigen Fischereien.

"Die Zusammenarbeit des MSC mit Wissenschaftlern, anderen Nichtregierungsorganisationen, der Fischindustrie und dem Handel hat bereits zu vielen positiven Veränderungen in unseren Meeren geführt. Aber wir müssen gemeinsam mit unseren Partnern und den Verbrauchern weiter daran arbeiten, den Anteil nachhaltiger Fischerei am globalen Wildfischfang zu erhöhen und damit die Grundlage für nachhaltige Konsumentenentscheidungen zu schaffen", betont Rupert Howes, Geschäftsführer des MSC.

Quelle: UD/pm
 

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