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Klimawandel

US-Klimadaten schocken Klimaschützer weltweit

Mit Entsetzen haben Klimaexperten auf die jetzt vorgelegten CO2-Emissionsdaten des US-Energieministeriums reagiert. Die Daten haben ergeben, dass der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid im vorigen Jahr so rasant gestiegen ist wie nie zuvor. Dem Bericht zufolge wurden weltweit im Jahr 2010 insgesamt 512 Millionen Tonnen mehr CO2 ausgestoßen als 2009. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent. Zum Vergleich: Deutschland stößt pro Jahr rund 800 Millionen Tonnen CO2 aus.

08.11.2011

Foto: Marion Book
Foto: Marion Book
Angesichts des Rekordanstiegs von CO2-Emissionen hat der Kieler Klimaforscher Mojib Latif vor einer grundlegenden Veränderung des Weltklimas gewarnt. "Wenn wir so weitermachen, hätten wir in 90 bis 100 Jahren eine Superwarmzeit, die wir Menschen noch nie hatten", sagt Latif der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen. Dies würde nach Ansicht des Wissenschaftlers bedeuten, dass die Welttemperatur bis Ende dieses Jahrhunderts um durchschnittlich vier Grad Celsius steigt. Für Deutschland erwartet Latif Höchsttemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius. Am Freitag hatte das US-Energieministerium bekanntgegeben, dass der Anstieg der weltweiten CO2-Emissionen 2010 ein Rekordhoch erreicht habe. Es bezifferte den Anstieg bei sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 512 Millionen Tonnen Kohlendioxid waren danach im Jahr 2010 mehr in die Atmosphäre abgegeben worden als 2009. Latif relativierte gegenüber der Neuen Westfälischen allerdings die Aussage der US-Statistik, wonach Indien und China am meisten für den Anstieg der CO2-Emissionen verantwortlich seien. Betrachte man die Emissionen der vergangenen hundert Jahre - und diese seien entscheidend für die Entwicklung des Weltklimas - so lägen die USA "immer noch weit vor den Chinesen", so Latif. Sie hätten in diesem Zeitraum etwa ein Drittel des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Die gleiche Rolle spielten Europa und auch Deutschland.

Dazu erklärt Eberhard Brandes, Vorstand des WWF Deutschland: "Die Daten aus den USA sind schockierend und übertreffen die schlimmsten Befürchtungen und die pessimistischsten Szenarien. Die internationale Staatengemeinschaft hat kläglich versagt, dem Klimawandel gemeinschaftlich Einhalt zu bieten. Vor allem die Weigerung der USA, ihre CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren, ist unverantwortlich. Dies muss die Weltgemeinschaft Präsident Obama unmissverständlich klar machen. Die G20 müssen beim Thema Klimaschutz endlich wieder handeln. Wenn die internationalen Klimaverhandlungen nicht endlich wieder Fahrt aufnehmen, wird der Klimawandel drastischer werden, als wir es in unseren schlimmsten Vorstellungen bislang ausgemalt haben. Wenn nicht schnellstens gehandelt wird, verlieren wir den Kampf gegen den Klimawandel endgültig".

Die WAZ kommentiert die Entwicklung treffend: Je mehr die Welt über Kohlendioxid und Klimawandel redet, desto mehr Treibhausgase werden in die Luft geblasen. Das Fazit eines frustrierten US-Wissenschaftlers untermalte am Freitag die Horrormeldung der Energiestatistiker, die von einem "MonsterZuwachs" sprachen. Nie zuvor verzeichneten sie einen so massiven Anstieg der CO2-Emissionen wie im vergangenen Jahr. Klimawandel, Erderwärmung - war da mal was? China ist der Böse, heißt es. Alle paar Tage geht in diesem Riesenreich ein Kohlekraftwerk ans Netz. Ja, die schmutzigen Emissionen werden das aufzehren, was Peking mit dem Bau riesiger Solar- und Windparks an Klimaschutz erreicht. Doch wenn wir mit dem Finger auf China deuten, zeigen vier auf uns: Das Reich der Mitte ist die Werkbank der Welt, wir lassen dort gern und günstig produzieren. Peking fordert nur das für sich ein, was der Westen durch die Industrialisierung erlebten: Wohlstand, Wachstum. Eine Basis gemeinsamen Handelns, eine völkerrechtlich verbindliche und umfassende Klimaschutzpolitik, ist in diesen Tagen so fern wie nie. Glaubt man Forschern, werden wir das machen müssen, was wir gerade in der Finanzkrise tun: Schirme aufspannen.
Quelle: UD
 
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