18.10.2019
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18.06.2019

Klimawandel

Klimawandel erschwert den Kampf gegen Terrorismus in Afrika

Ein neuer Forschungsbericht zeigt erstmals, wie am Tschadsee eine der weltweit größten humanitären Krisen überwunden werden kann. „Shoring Up Stability“ wurde vom UNDP finanziell unterstützt und nun auf dem Stockholm Forum on Peace and Development vorgestellt.

Klimawandel erschwert den Kampf gegen Terrorismus in Afrika

In der Tschadseeregion sind derzeit rund 10,7 Millionen Menschen auf Unterstützung durch internationale Hilfsorganisationen angewiesen. Damit leidet die Region unter einer der größten humanitären Krisen der Welt. Eine neue Studie der Berliner Denkfabrik adelphi, initiiert von den G7-Staaten, zeigt erstmals, wie sich die Auswirkungen des Klimawandels und der Konflikt in Regionen wie dem Tschadseebecken gegenseitig beeinflussen und die Krisen verschärfen. Das internationale Autorenteam entwickelt Optionen für die internationale Politik, mit denen diese Herausforderungen gelöst werden können. Der Forschungsbericht „Shoring Up Stability“ wurde auf dem Stockholm Forum on Peace and Development vorgestellt.

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Die Tschadseeregion ist in einem Teufelskreis gefangen

Die Autoren zeigen in ihrem Bericht, wie die Folgen des Klimawandels den Druck auf die Bevölkerung in der Region erhöhen, deren Widerstandsfähigkeit ohnehin durch den fortdauernden Konflikt belastet ist. Um ihren Wirkungskreis zu durchbrechen, müssen die Folgen des Klimawandels in alle Maßnahmen der humanitären Hilfe, Friedensförderung und Entwicklungszusammenarbeit gezielt eingeplant werden, empfehlen die Forscher von adelphi in ihrem Bericht. Diese ganzheitliche Herangehensweise ist eine wesentliche Grundlage für mehr Stabilität und nachhaltige Entwicklung in von Konflikten betroffenen Regionen wie der um den Tschadsee.

Bei der Vorstellung des Forschungsberichts in Stockholm sagte Ulrika Modéer, die Direktorin des Büros für Externe Angelegenheiten und Advocacy des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP):

„In vielen Ländern erleben wir, dass die Zahl der Krisen in der Welt aufgrund bewaffneter Konflikte, Korruption oder schlechter Regierungsführung zunimmt und sich diese Krisen verschärfen. In vielen Fällen hat der Klimawandel einen mittelbaren, aber entscheidenden Einfluss, wie das Beispiel des Tschadsees zeigt. Wir müssen daher den Klimawandel als Schlüsselfaktor betrachten und Lösungen entwickeln, die den Klimawandel und die Herausforderungen, die er für die Region darstellt, dauerhaft einbeziehen.“

Frau auf einem Acker

Janani Vivekananda, eine Hauptautorin des Berichts und Senior Advisor bei adelphi, sagt:

„In diesem Bericht haben wir vier Fragilitätsrisiken identifiziert, die der Klimawandel in der Tschadseeregion mittelbar verschärfen kann: Die Lebensgrundlage tausender Menschen ist gefährdet, Ressourcenkonflikte können angeheizt werden, die Rekrutierung nicht-staatlicher bewaffneter Gruppen und ein zu einseitiger Fokus der Regierungen in der Region auf militärische Maßnahmen. Die Analyse dieser Risiken macht deutlich, dass wir die Lösung der Kernursachen des Konflikts in den Fokus rücken müssen, um nachhaltige und andauernde Lösungen zu erhalten, anstatt in konventionellen militärischen Parametern zu denken.“

Zwei Jahre unabhängiger interdisziplinäre Forschung am Tschadsee

„Shoring Up Stability“ ist das Ergebnis von zwei Jahren unabhängiger, interdisziplinärer Forschung in Kamerun, Niger, Nigeria und im Tschad. Die Studie vereint Daten hydrologischer Langzeituntersuchungen aus dem Tschadseebecken mit jüngsten Analyseergebnissen aus zwanzig Jahren Satellitenbeobachtungen. Darüber hinaus wurden fast 250 lokale Akteure interviewt, inklusive aktueller und ehemaliger Mitglieder bewaffneter Gruppen sowie, Vertreter der Zivilgesellschaft, Experten und Entscheidungsträger aus der Region. Das Team hat methodisch neue Wege beschritten und den Grundstein für Analysen klimabedingter Fragilitätsrisiken in anderen Teilen der Welt gelegt.

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UN Development) hat „Shoring Up Stability“ finanziell unterstützt. Zusätzliche Forschung wurde durch das Außenministerium der Niederlande und das Auswärtige Amt unterstützt.

Quelle: UD/pm
 

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