12.12.2018
Infografik: So schnell muss die Welt den CO2-Ausstoß reduzieren | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
 
 

08.10.2018

Klimawandel

Weltklima-Report 2018 – Ein Weckruf an alle

Der IPPC-Bericht warnt vor den drastischen Konsequenzen der Erderhitzung von zwei Grad. Bei diesem Temperaturanstieg würden Ökosysteme wie Korallenriffe zerstört, die bei 1,5 Grad noch zumindest teilweise gerettet werden könnten. Allein Korallenriffe sind die Grundlage für die Ernährung von Millionen von Menschen. „Die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze ist eine moralische Verpflichtung, eine Frage der Gerechtigkeit. Jedes Zehntel Grad, das wir reduzieren können, wird Menschenleben retten und ist zur Bewahrung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen essentiell“, sagte der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger.

Die Staaten müssen ihre jährlichen Emissionen dem IPPC-Bericht zufolge bis 2030 um mehr als 40 Prozent reduzieren. Bis zur Mitte des Jahrhunderts müssten die Emissionen weltweit bei null liegen, um die 1,5-Grad-Grenze nicht zu reißen. Alle in dem Bericht dargelegten Emissionsminderungspfade für ein Szenario von 1,5-Grad-Erwärmung enthalten Maßnahmen zum Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre. Beispiele hierfür sind Bioenergie mit CO2-Abscheidung und Speicherung (BECCS) sowie Aufforstung und Renaturierung von Wäldern, Böden und Mooren. Geoengineering-Methoden wie der Rückspiegelung von Sonnenstrahlen wird eine klare Absage erteilt. Der IPPC kommentiert zudem, dass der enorme Flächenverbrauch durch Aufforstungsmaßnahmen und den Anbau von Energiepflanzen zu einem Konflikt mit dem Nahrungsmittelanbau und zu Schwierigkeiten bei der Ernährungssicherheit führen könnte. Je früher die klimaschädlichen Emissionen reduziert würden, desto weniger müsse man auf diese Methoden zurückgreifen.

Deutschland ist in der Pflicht voranzugehen

Wie nur wenige andere Industrieländer hat Deutschland sowohl die ökonomische Infrastruktur wie auch fachlichen Kompetenzen um den Ausstieg aus den fossilen Energien in der notwendigen Zeit erfolgreich umzusetzen. "Deutschland muss Vorbild sein und ist prädestiniert, bei der globalen Energiewende voran zu gehen. Wir müssen uns einfach entscheiden, ob wir Teil des Problems oder Teil der Lösung sein wollen", sagt Jakob von Uexküll, Gründer der Stiftung World Future Council. "Der Zeitplan des Kohleausstiegs wird vom Klimawandel festgelegt, nicht von den Interessen der Energiebranche. Der Klimawandel ist nicht verhandelbar!"

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Klimaschutz versus Entwicklungshilfe?

„Klimaschutz darf nicht zu Lasten der Nahrungssicherheit gerade der ärmsten Menschen gehen. Deshalb ist es falsch, auf Monokulturen von Energiepflanzen und schnellwachsende Bäume als CO2-Speicher zu setzen. Stattdessen müssen wir Ökosysteme schützen und renaturieren“, sagte BUND-Chef Weiger. Aufforstung müsse vor allem auf degradierten Flächen stattfinden.

Climate Engineering – kein Plan B fürs Klima

Ein Autorenteam um IASS-Direktor Mark Lawrence hat kürzlich in der Zeitschrift Nature Communications eine Studie veröffentlicht, die die Rolle von Climate Engineering beim Erreichen der Klimaziele untersucht. "Die IPCC-Szenarien für die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels verwenden eine Kombination verschiedener Ansätze", erläutert Lawrence. "Dazu gehört die Transformation der Sektoren Energie, Verkehr, Landwirtschaft sowie weiterer Sektoren mit dem Ziel, die Freisetzung von CO2 und anderen Klimatreibern deutlich zu senken. Oft legen die Szenarien auch die großflächige Nutzung von CO2-Abscheidung und -Speicherung zugrunde. Mit dieser Technik sollen die CO2-Emissionen von Kraftwerken und anderen Industrieanlagen verringert werden. Zudem geht die überwiegende Mehrheit der Szenarien von einer großflächigen Anwendung von Kohlendioxid-Abscheidung aus, einem Ansatz des Klima-Geoengineering, mit dem große Mengen CO2 aus der Umgebungsluft entfernt werden sollen", so Lawrence weiter.

Beispiele dafür seien die weltweite Aufforstung und Wiederaufforstung sowie die Kombination von Bioenergie mit CO2-Abscheidung und -Speicherung. "Unser Artikel gelangt zum folgenden Schluss: Wegen der wissenschaftlichen Unsicherheiten und der langen Zeiträume, die für die Entwicklung der entsprechenden Infrastruktur, der nötigen Akzeptanz in der Bevölkerung und eines angemessenen Regulierungsrahmens erforderlich wären, ist keine der vorgeschlagenen Techniken zur Kohlendioxid-Abscheidung als zuverlässiges Instrument für einen bedeutenden Beitrag zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen geeignet."


Quelle: UD
 

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