Biodiversität

Rote Liste (1): Wo Schiffsschrauben und chinesische Heilkunst zur Bedrohung werden

Mit ihren großen schwerfälligen Körpern bewegen Sie sich langsam durch die Gewässer - Seekühe sind, wie viele andere vom Aussterben bedrohte Säugetiere, kaum bekannt. Gefährdet ist aber auch die Existenz mancher Arten eines uns sehr vertrauten Tieres: Den Pferden.

16.04.2009

Seekuh (Dugong), Foto: Silvia Skant
Seekuh (Dugong), Foto: Silvia Skant
Seekühe (Sirenia)

Die Ordnung der Seekühe ist mit 100 % als am stärksten bedroht eingestuft. Dabei handelt es sich um robbenähnliche Meeressäuger mit einer Körperlänge von bis zu vier Metern, einem Gewicht von 250 bis 1.500 Kilogramm und einer Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren. Anders als Robben können sich Seekühe jedoch nicht an Land bewegen. Ihr Verbreitungsgebiet liegt in Flachküsten und Süßgewässern der Atlantikküsten, des Roten Meeres sowie des Indischen und Pazifischen Ozeans. Hier sind sie die meiste Zeit mit dem Fressen von Seegras, Algen und anderen Wasserpflanzen beschäftigt, davon benötigen sie etwa 90 Kilogramm pro Tag. Eine große Gefahr ist daher die Verseuchung der Gewässer, denn pflanzenreiche Gebiete mit ausreichend Nahrung werden so immer seltener. In der Vergangenheit wurden Seekühe auch von den Bewohnern der Küste gejagt, um ihren Fleischbedarf zu decken. Heute geht die größte Gefahrenquelle jedoch von Motorbooten aus. Da sich Seekühe oft nah unter der Wasseroberfläche bewegen und alle ein bis fünf Minuten auftauchen um zu atmen, werden sie häufig von den Schrauben der Sportboote schwer verletzt. Vor den US-amerikanischen Küsten im Golf von Mexiko wurden aus dem Grunde Schutzgebiete angelegt, in denen der Motorbootverkehr verboten ist. Natürliche Feinde gibt es für die Seekühe nur sehr wenige. Dazu gehören größere Haie, der Große Schwertwal, Krokodile und der Jaguar.

Nashorn, Foto: Marion Book
Nashorn, Foto: Marion Book
Unpaarhufer (Perissodactyla)

Zu dieser Ordnung mit einer Bedrohung von 81,3 % zählen die Familien der Pferde, Nashörner und Tapire. Charakteristisches Merkmal der Unpaarhufer ist eine ungerade Anzahl von Zehen.

Den Tapiren wird dabei ein Bedrohungsgrad von 100 % zugeordnet. Typisches Erkennungsmerkmal ist ihr Rüssel, ausgewachsen erreichen sie eine Schulterhöhe von 70 bis 120 Zentimeter sowie ein Gewicht von 150 bis 320 Kilogramm. Das höchste bekannte Lebensalter eines Tapirs betrug 35 Jahre. Der Lebensraum des schweineähnlichen Tieres liegt in Mittel- und Südamerika und Südostasien. Durch Bejagung und Zerstörung ihres Lebensraumes ist der Mensch ihr größter Feind, aber auch Pumas, Jaguar, Bären, Krokodilen und Anakondas fallen sie häufig zum Opfer.

Die Nashörner sind einer Bedrohung von 80 % ausgesetzt. Kennzeichnend sind bei den in Afrika und Asien lebenden Tieren die Hörner auf der Nase. Sie bestehen nicht wie oft angenommen aus Elfenbein, sondern aus Keratin - einem Protein das auch in Haaren vorkommt. Durch Kämpfe und Abreibung nutzt das Horn ab, wird so zunehmend spitzer und dient in Gefahrensituationen als gefährliche Waffe. Trotzdem Nashörner sehr schwerfällig wirken, sind sie in ihrer Schnelligkeit nicht zu unterschätzen: ihre Spitzengeschwindigkeit liegt bei 45 km/h. Zwar können junge Tiere von Großkatzen gerissen werden, ausgewachsene Nashörner haben jedoch kaum natürlich Feinde. Die Gefahr liegt in der Bejagung durch den Menschen. Vor allem in Asien sind ihre Hörner gefragt, hier glaubt man an ihre besondere Wirkung in der traditionellen chinesischen Medizin, oder sie werden für kunsthandwerkliche Schnitzereien verwendet. Durch Abholzung sind auch ihr Lebensraum und damit die Nahrungsversorgung stark bedroht. Allerdings gibt es durch die Errichtung von bewachten und eingezäunten Reservaten heute wieder eine leichte Bestandserholung.

Pferde sind trotz ihrer weltweiten Verbreitung einer Bedrohung von 71,4 % ausgesetzt. Zahlreiche Gattungen sind durch Bejagung und Einschränkung ihres Lebensraumen an den Rand der Ausrottung gedrängt. Dazu gehören zum Beispiel Zebras, Esel und Wildpferde.
Kloakentiere (Monotremata)

Von allen anderen Säugetieren unterscheiden sie sich dadurch, dass sie keinen lebenden Nachwuchs zur Welt bringen, sondern Eier legen. Zu ihrer Ordnung zählen die Familien des Ameisenigels und des Schnabeltiers, das jedoch der Kategorie „nicht gefährdet“ zugeordnet wird. Im Gegensatz dazu gilt die Familie des Ameisenigels mit 75 %  als „vom Aussterben bedroht“. In ihrer äußerlichen Erscheinung ähnelt dieser dem Igel. Verbreitungsgebiete sind Australien und Neuguinea, hier leben sie sowohl in Wüstenregionen als auch in Waldgebieten und Parklandschaften. Größte Bedrohung liegt auch bei den Ameisenigeln in der Einschränkung ihres Lebensraumes durch Waldrodung sowie der Bejagung. Auf Neuguinea gilt ihr Fleisch als Delikatesse, für die Jagd werden speziell trainierte Hunde eingesetzt. 
Quelle: UD
 
Newsletter

Unsere Verantwortung/Mitgliedschaften

Logo
Serverlabel
The Global Compact
Englisch
Gold Community
Deutsches Netzwerk Wirtschaftsethik
Caring for Climate

© macondo publishing GmbH
  Alle Rechte vorbehalten.

 
Lasche