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06.06.2012

Politik & Gesellschaft

Projekt „Go West“ verbessert medizinische Versorgung der Landbevölkerung Chinas

Für viele Bewohner ländlicher Regionen Chinas ist der Weg zu einem Krankenhaus beschwerlich: Zu Fuß oder auf Eselkarren müssen sie oft Tagereisen bewältigen. Für andere Reisemöglichkeiten fehlt häufig das Geld. China hat das Problem erkannt und will durch eine Gesundheitsreform unter anderem den Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern. Unterstützung leistet dabei das Unternehmen Bayer HealthCare: Gemeinsam mit dem chinesischen Gesundheitsministerium riefen sie 2007 das Programm „GoWest“ ins Leben, in dessen Rahmen Ärzte aus ländlichen Gebieten gezielt gefördert werden. Nach den bisherigen Erfolgen wurde das Projekt nun um weitere fünf Jahre verlängert.

Der Landarzt Cai Chaoliang gehört zu den Teilnehmern des Programms „Go West“. Foto: Bayer HealthCare
Der Landarzt Cai Chaoliang gehört zu den Teilnehmern des Programms „Go West“. Foto: Bayer HealthCare

Der Landarzt Cai Chaoliang gehört zu den Teilnehmern des Programms „Go West“. Er ist Sohn einfacher Bauern, hat Medizin studiert und stammt aus der südchinesischen Provinz Yunnan - eine der ärmsten Regionen des Landes. Hier mangelt es häufig an der technischen Ausstattung in den Kliniken, und auch der Ausbildungsstand der Ärzte ist oft nicht umfassend genug. Cai Chaoliang berichtet, dass zudem eine schlechte Infrastruktur herrsche, auf Grund derer die Menschen größere Krankenhäuser nicht erreichen können. Er selbst arbeitet in einem Krankenhaus in Pu Er City. Der Klinikleitung fiel vor allem seine Motivation zu lernen und helfen auf, so dass die Wahl zur Teilnahme am Weiterbildungsprogramm Go West auf ihn fiel. Der junge Arzt reiste dafür in die 500 Kilometer entfernte Provinzhauptstadt Kunming, wo er drei Monate an der Medical School studieren und seine Kenntnisse bereichern konnte. Ziel des Go West-Programms ist es, Wissen und Fähigkeiten der Teilnehmer in den Bereichen allgemeine Innere Medizin, Allgemeinchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie, Radiologie und Labordiagnostik zu fördern. Mehr als zwei Millionen Euro stellen Bayer und das Ministerium für das Projekt zur Verfügung. Die Umsetzung erfolgt durch das chinesische Gesundheits- und Finanzministerium sowie die staatliche Behörde für Traditionelle Chinesische Medizin.

Go West-Teilnehmer geben Wissen weiter

Foto: Bayer HealthCare
Foto: Bayer HealthCare

Eine, die das Programm bereits durchlaufen hat, ist Dr. Li Jianhong vom County Hospital in Wuding - nordwestlich von Kunming. Durch ihre Teilnahme sammelte die Ärztin gezielt Erfahrungen auf einer Neugeborenen-Station. „Natürlich haben Ärzte in unserer Region medizinische Abschlüsse, aber unser Studium vermittelt nicht so fundierte Kenntnisse und detaillierte theoretische Hintergründe wie eine Ausbildung in einer Spezialabteilung“, erklärt Li. Nachdem sie an dem Projekt teilgenommen hat, arbeitet sie an der Verbreitung ihres neu erworbenen Wissens. So lädt sie beispielsweise Kollegen aus Kliniken der umliegenden Region ein, um sie über bessere Diagnosemöglichkeiten von Kinderkrankheiten, Hygienemaßnahmen und Gesprächstechniken mit Patienten zu informieren. Cai Chaoliang will das genauso machen: „Ich habe schon viel gelernt. Davon werden die Menschen in Pu Er profitieren“, ist er sich sicher.

Projekt treibt Gesundheitsreform Chinas voran

Seit dem Start des Go West-Projekts vor fünf Jahren in Lanzhou, in der nordwestlichen chinesischen Provinz Gansu, wurde das Projekt erfolgreich auf 18 Provinzen und Regionen ausgeweitet. Erst Ende Dezember 2011 startete das „Go West Training Program“ für Krankenhausmanager in ländlichen Gebieten in Linyi, dem bevölkerungsreichsten Verwaltungsbezirk der Provinz Shandong. Unter den Teilnehmern waren Regierungsbeamte des chinesischen Gesundheitsministeriums, Vertreter der lokalen Gesundheitsbehörden und über 200 Direktoren von Krankenhäusern in Shandong. Der stellvertretende Gesundheitsminister Ma Xiaowei betonte bei diesem Anlass, die chinesische Gesundheitsreform solle als Chance verstanden werden, um die Entwicklung der Krankenhäuser in ländlichen Gebieten voranzutreiben.

WHO zeigt volles Vertrauen in chinesische Gesundheitsreform

Foto: Bayer HealthCare
Foto: Bayer HealthCare

Seit 2009 treibt China umfangreiche Reformen seines Gesundheitssystems voran. Eines der wichtigsten Ziele war, ein umfassenden Versicherungssystems aufzubauen, das auch die Landbevölkerung bei Krankheit und Unfall schützt ausreichend schützt. Aus Sicht von Margaret Chan, Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat China bei der Umsetzung der Gesundheitsreform erste Erfolge erzielt. Zwar sei es noch ein langer Weg mit vielen Herausforderungen, sagt Chan, doch sie habe volles Vertrauen in die chinesische Reform. Die Erfolge sind auch in Zahlen zu belegen: So stieg die Beteiligung der chinesischen Bevölkerung an der Krankenversicherung in drei Jahren von 30 Prozent auf über 95 Prozent. Ebenso seien in der Infrastruktur und der Ausbildung von Personal Erfolge zu verzeichnen.

Zahlen belegen hohe Reichweite

Zu letzterem leistete Bayer HealthCare durch das Gemeinschaftsprojekt Go West mit dem chinesischen Gesundheitsministerium seinen Beitrag: So wurden bis Ende 2011 im Rahmen des Programms 83 Weiterbildungskurse durchgeführt. Insgesamt haben bisher 3.500 Ärzte und 3.100 Führungskräfte aus Klinikverwaltungen an Go West teilgenommen. Allerdings erreicht das Programm mit Hilfe der weiteren Wissensvermittlung durch die Teilnehmer deutlich mehr Mediziner, als nur diejenigen, die direkt teilgenommen haben. Nachdem das Projekt nun verlängert wurde, ist eine Laufzeit bis 2017 geplant.

Quelle: UD
 

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