27.02.2020
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17.01.2020

Menschenrechte

Adani-Konzern eröffnet Indigenen-Internat

Das umstrittene indische Bergbauunternehmen Adani, dessen Aktivitäten Land, Wälder und heilige Stätten tausender indigener Familien bedrohen, hat in Odisha, Indien, eine Internatsschule für indigene Kinder eröffnet, um sie zu „transformieren“.

Adani-Konzern eröffnet Indigenen-Internat zoom
Chief Minister von Odisha, Shri Naveen Patnaik, und Priti Adani, Ehefrau von Adanis Gründer, bei der Eröffnung der Adani-KISS Schule.

Der milliardenschwere Adani-Konzern ist in Indien und Australien in umstrittene Projekte verwickelt, die zuletzt für Schlagzeilen gesorgt haben. In Indien bedrohen seine Kohleminen die Wälder und die Lebensgrundlage von Tausenden Gond-, Santhal- und Munda-Indigenen.

Adanis neue Schule für indigene Kinder entstand in Partnerschaft mit KISS (Kalinga Institute for Social Sciences), dessen bestehende Schule für 27.000 Indigene in Odisha die größte Internatsschule für indigene Kinder der Welt ist. KISS rühmt sich damit, „Steuerempfänger zu Steuerzahlern, Bürden zu Gewinnen“ zu machen.

Zur Eröffnung der neuen Schule sprach Dr. Priti Adani, die Frau von Adani-Gründer Gautam Adani, von der Notwendigkeit einer „sozialen Transformation“ indigener Kinder.

Entfremdung indigener Kinder von ihrer Herkunft

Survival International hat kürzlich eine Kampagne gegen diese Art von „Fließband-Schulen“gestartet, die unter dem Deckmantel von Bildung systematische kulturelle Auslöschung praktizieren. Sie vermitteln indigenen Kindern sich für ihre Herkunft und Identität zu schämen.

Soni Sor, die bekannte indische Aktivistin für indigene Rechte
Soni Sor, die bekannte indische Aktivistin für indigene Rechte

Die indische Aktivistin Soni Sori sagte: „Wir widersetzen uns dieser Art von Bildung, egal von wem sie kommt – Adani oder sonst jemandem. Sie bieten ihre Art von Bildung an, weil sie wollen, dass unsere Kinder den Dschungel hassen. Sie wollen, dass unsere Kinder ihre eigene Kultur hassen. Sie wollen Distanz zwischen Kindern und Eltern schaffen.“

Dr. Jo Woodman von Survival International sagte heute: „Die Agenda hinter dieser Schule ist klar: Adani will indigenes Land und der Widerstand der Indigenen ist ihnen ein Dorn im Auge. Diese Schule ist ein unverschämter und schamloser Versuch, eine Generation von Kindern umzuprogrammieren, damit sie den Bergbau als gut ansieht – und ihre spirituellen und kulturellen Verbindungen zu ihrem Land als „schlecht“ oder „rückständig“. Dass KISS eine enge Partnerschaft mit einem Unternehmen eingeht, das für seinen Umgang mit den Rechten indigener Völker in Indien und Australien berüchtigt ist, zeigt sein wahres Gesicht.“

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Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Indigene Kinder von ihrer Herkunft zu entfremden, war eine der zentralen Waffen bei der Zerstörung von Minderheiten und dem Diebstahl ihres Landes und ihrer Ressourcen. Es führt zu schrecklichem Leid. In Nordamerika und Australien wird dies heute als falsch und kriminell anerkannt. Aber das Konzept besteht nicht nur in Ländern wie Indien fort, es ist auch wieder auf dem Vormarsch. Wie üblich werden die Menschen zerstört, denen angeblich geholfen werden soll. Die Partnerschaft von Adani mit der KISS-Schule ist ein weiterer eklatanter Schritt in der unternehmerischen Ausrottung menschlicher Vielfalt: Das sollte alle erschüttern, die sich um den Planeten und seine Gesellschaften sorgen.“

Quelle: UD/pm
 

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