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17.06.2018

Entwicklungshilfe

Warum Heimatüberweisungen besser werden müssen

Noch nie lebten so viele Menschen auf der Welt außerhalb des Landes, in dem sie geboren sind. Mehr als 250 Millionen Menschen weltweit sind Migranten. Und sie alle lassen Familienangehörige und Freunde zurück, wenn sie ihre Heimat verlassen. Durch regelmäßige Geldtransfers in ihre Heimat unterstützen Migranten weltweit ihre Familien.

Aktuellen Schätzungen zufolge hängen 750 Millionen Menschen weltweit von Heimatüberweisungen (engl. Remittances) ab. Und doch sind Heimatüberweisungen oft zu teuer, zu langsam und zu riskant. Mehr als 18 Milliarden US-Dollar an Gebühren jährlich müssen Migranten an Banken und Geldtransferinstitute wie Western Union bezahlen. Doch hierzulande hat das Thema bisher kaum Beachtung gefunden. Um das zu ändern, hat Südwind jetzt eine neue Studie mit dem Titel „Geld in Bewegung. Warum Heimatüberweisungen billiger, schneller und sicherer werden müssen“ vorgestellt.

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Im Jahr 2017 wurden mehr als 460 Milliarden US-Dollar von Migranten in ihre Herkunftsländer im Globalen Süden überwiesen. Deutschland ist im weltweiten Vergleich das viertgrößte und innerhalb der EU das mit Abstand größte Senderland. Aber mit 7,2 Prozent durchschnittlichen Kosten pro Überweisung ist Deutschland auch das zweitteuerste Land innerhalb der EU. „Erkennt man das Potenzial von Heimatüberweisungen als innovative Finanzierungsquelle für Familien in Entwicklungsländern, wird als zentrales Anliegen klar, dass es eine Senkung der Kosten für Heimatüberweisungen braucht“, sagt Dr. Pedro Morazán, Entwicklungsexperte bei Südwind und Autor der Studie. Die internationale Politik hat das große Potenzial von Heimatüberweisungen für die Armutsbekämpfung und Entwicklung erkannt. Internationale Initiativen von der G20 bis hin zu der Agenda 2030 haben sich das Ziel gesetzt, die Kosten von Heimatüberweisungen bis auf drei Prozent zu senken. „Es stellt sich die Frage, warum es so schwer ist, die Kosten von Heimatüberweisungen zu senken, wenn der politische Wille eigentlich vorhanden ist“, ergänzt Morazán.

Modernisierung des Überweisungssystems

Obwohl es auf vielen Überweisungskorridoren zwischen zwei Ländern günstige Möglichkeiten des Geldtransfers gibt, bleiben die Kosten insgesamt hoch. Das liegt zum Teil daran, dass kaum jemand einen Überblick über den Markt hat. „Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, Geld ins Ausland zu senden – und noch mehr Anbieter mit unterschiedlichen Informationen. Da ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten“, meint Jannik Krone, Ko-Autor der Studie. Aber auch das Angebot muss an vielen Stellen überarbeitet werden. „Damit der Beitrag von Heimatüberweisungen für die Armutsbekämpfung größer wird, müssen diese modernisiert, optimiert, regulatorisch vereinfacht und an technische Entwicklungen angepasst werden“, ergänzt Krone.

Quelle: UD/pm
 

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