UN-Entwicklungsziele

Gute Gesundheitsversorgung nicht nur für Reiche

Malaria, Bilharziose und bakterielle Infektionen sind aufgrund mangelnden Zugangs zu Medikamenten vor allem in ärmeren Ländern ein großes Problem. Das 2017 gegründete Merck Global Health Institute bündelt die Aktivitäten des Wissenschafts- und Technologieunternehmens, um den Zugang der Menschen zu wirksamen Behandlungen zu verbessern.

13.06.2019

Gute Gesundheitsversorgung nicht nur für Reiche

Wer Geld hat, bleibt länger gesund. Was zunächst wie eine Binsenweisheit klingt, wird im globalen Maßstab dramatisch. Weit über 95 Prozent aller Menschen, die an gefährlichen übertragbaren Krankheiten wie Malaria oder sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten wie der auch als Bilharziose bekannten Schistosomiasis erkrankt sind, leben in besonders armen Regionen Asiens oder Afrikas, hat die „Access to Medicine Foundation“ ermittelt. Ausgerechnet dort ist der Zugang zu medizinischer Versorgung besonders schlecht.

Während Malaria in der „westlichen Welt“ allenfalls als beherrschbares Risiko bei Tropenreisen wahrgenommen wird, erkranken jedes Jahr mehr als 200 Millionen Menschen daran, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Tödlich endet die von der Anopheles-Mücke übertragene Infektionskrankheit jährlich für etwa 440.000 Menschen – nahezu ausschließlich in Afrika. In über drei Viertel der Fälle trifft es Kinder.

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Indien bekämpft Malaria erfolgreich

Dabei ist das Gesundheitssystem nicht machtlos, wie das Beispiel Indien zeigt. Jedes Jahr erkranken dort fast neun Millionen Menschen an Malaria. Die Infektionsrate sank 2017 allerdings um außergewöhnliche 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Indien beschloss 2017 den auf fünf Jahre angelegten nationalen Plan zur Eliminierung von Malaria, wie die Hindustan Times berichtet. Darin enthalten sind viele Maßnahmen zur Verbesserung der Malaria-Behandlung, aber auch Vorsorgeaktivitäten wie die Verteilung von speziellen Moskito-Netzen in besonders betroffenen Regionen.

Die Ausrottung der Malaria hat auch das „Merck Global Health Institute“ auf der Agenda. Es wurde 2017 gegründet und ist ein wichtiger Teil der Merck-Corporate-Responsibility (CR)-Strategie. Es setzt sich ganzheitlich dafür ein, in besonders armen Regionen der Welt den Zugang zu wirksamer medizinischer Versorgung zu verbessern. Neben dem Kampf gegen Malaria befasst sich das Institut mit Schistosomiasis und bakteriellen Infektionen sowie antimikrobiellen Resistenzen. Es basiert auf einem sozialen Geschäftsmodell und arbeitet mit Partnern in den betroffenen Regionen zusammen. Dabei versteht es sich als Inkubator. Denn die angestoßenen Projekte sollen später eigenständig weitergeführt werden können.

Das Global Health Institute war einer der wesentlichen Faktoren, warum Merck seinen guten vierten Platz im „Access to Medicine Index“ (ATMI) bestätigte. Der Index wird alle zwei Jahre durch die Access to Medicine Foundation erstellt. Der ATMI untersucht, was die 20 größten globalen Pharmakonzerne unternehmen, um in über 100 unterprivilegierten Ländern den Zugang zu Medikamenten zu verbessern. Dabei geht es auch um die Bezahlbarkeit der Arzneien, um Vorsorgeprogramme und um die Förderung von spezifischen Forschungsaktivitäten.

Merck Global Health Institute erforscht neue Malaria-Therapie

Schon bevor das Merck Global Health Institute gegründet wurde, engagierte sich Merck in vielfältigen Formen gegen Malaria. Unter anderem rief das Wissenschafts- und Technologieunternehmen die „One Merck for Malaria“-Initiative ins Leben. Noch jüngst unterstützte Merck den Weltmalariatag, der jedes Jahr am 25. April begangen wird.
Derzeit arbeitet das Global Health Institute besonders intensiv an der Weiterentwicklung des Wirkstoffs IR3535. Dieser ist in Insektenschutzmitteln enthalten, die auch vor Dengue-Fieber, Zika und weiteren übertragbaren Krankheiten schützen. In klinischen Studien soll nun dessen Wirksamkeit gegen Malaria in Afrika nachgewiesen werden. Denn IR3535 hat einen besonderen Vorteil: Das Produkt ist für Kinder und Schwangere gut verträglich. Wie IR3535 für die Malariavorbeugung bei besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen genutzt werden kann, wird gerade in Ghana im Rahmen des „National Malaria Control Program“ erforscht.

Auch in Südafrika unterstützt das Global Health Institute die Malariaforschung. Gemeinsam mit der Universität Kapstadt und dem „Medicines for Malaria Venture“ werden neue Therapieformen für Malaria gesucht, Screening-Aktivitäten unternommen und Forschungskapazitäten aufgebaut. Die Forscher interessieren sich für neue Wirkstoffserien, die gegen Formen des Malariaerregers im Leberstadium helfen. Darüber hinaus untersuchen sie Wirkstoffe mit langer Wirkdauer, die die Prophylaxe nach einer Behandlung verbessern sollen.

Merck KgaA - Schistosomiasis NALA Partnership

Kleine Kinder benötigen spezielle Schistosomiasis-Medikamente

Auch bei den Aktivitäten gegen die Schistosomiasis baut das Global Health Institute auf vorhandenen Ressourcen auf. Mehr als 200 Millionen Menschen benötigen nach Annahmen der WHO eine Behandlung gegen die vom Pärchenegel-Wurm übertragene Infektionskrankheit. Schätzungen zu den Todesraten variieren und reichen von mehreren 10.000 bis zu 200.000 pro Jahr. 

Bereits 2007 startete das Praziquantel-Spendenprogramm in Kooperation mit der WHO. Seitdem wurden mehr als 900 Millionen Tabletten zur Behandlung der auch als Bilharziose bekannten Krankheit gespendet. 

Bis 2021 soll es nach den Plänen des Global Health Institutes außerdem spezielle Medikamente gegen Bilharziose für Kinder unter sechs Jahren geben. Das ist das Ziel des 2012 gebildeten Pediatric Praziquantel Consortiums. In der Elfenbeinküste hat eine klinische Studie an Kleinkindern eine geeignete Wirkstoffformulierung ermittelt, welche jetzt final weiterentwickelt wird.

Antimikrobielle Resistenzen werden zunehmend bedrohlich

Auch wenn es wirksame Medikamente gegen Malaria oder auch Schistosomiasis gibt: Die WHO warnt: „Antimikrobielle Resistenzen drohen uns in die Zeit zurückzuwerfen, in der wir nicht in der Lage waren, Infektionen einfach zu behandeln.“ Weltweit sterben bereits 700.000 Menschen pro Jahr, weil sie auf herkömmliche Medikamente nicht mehr ansprechen, hat dazu die Access to Medicine Foundation ermittelt. Als eine der Hauptursachen dafür benennt die WHO den maßlosen Umgang mit Antibiotika.

Nach Lösungen für dieses drängende Problem sucht auch das Merck Global Health Institute. Es entwickelt verbesserte Diagnostika und stellt Laborkapazitäten zur Verfügung, um antimikrobielle Resistenzen besser zu erkennen. An der Makerere University in Uganda wird ein Masterstudiengang unterstützt, in dem es um Strategien zur Prävention, zur Erkennung und zum Management von antimikrobiellen Resistenzen geht. Erarbeitet werden außerdem branchenweite Leitlinien für die Kontrolle von Antibiotika.

Quelle: UmweltDialog
 

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