14.12.2019
Antalis

Dossier: Die nachhaltigen Entwicklungsziele

Die Staats- und Regierungschefs von 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen haben sich am 25. September 2015 auf einen Katalog von 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (SDGs nach dem englischen Akronym) geeinigt. Mit diesem Zielkatalog sollen bis zum Jahr 2030 Armutsreduzierung, Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften weltweit vorangetrieben werden. Die SDGs lösen die Millennium Development Goals (MDGs) ab, jedoch mit einer entscheidenden Neuerung: Sie haben für Industriestaaten und Entwicklungsländer gleichermaßen Geltung. UmweltDialog hat Stimmen und Hintergrundberichte zum Thema in einem Dossier zusammengestellt.

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Statements

Bundesminister Dr. Gerd Müller:

  • "Es sind ambitionierte Ziele, die sich die Weltgemeinschaft gegeben hat, um Hunger und Armut endlich zu beenden und um den Klimawandel stoppen. Jetzt müssen den Worten auch schnell Taten folgen. Eine Welt ohne Hunger ist möglich, wir – in den reichen Industrieländern – können und müssen neu teilen lernen."

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender:

  • "Armut und Hunger weltweit zu beenden kann nur gelingen, wenn der Raubbau an natürlichen Ressourcen und fossilen Rohstoffen sowie der massive Artenverlust gestoppt werden. Industriestaaten wie Deutschland müssen dabei vorangehen. Merkel muss in New York dafür werben, dass die internationale Gemeinschaft den Rohstoffverbrauch begrenzt und ökologisch schädliche Subventionen abbaut. Auch die deutsche Wirtschaftspolitik muss sich neu ausrichten."

Thomas Gebauer, medico-Geschäftsführer:

  • "Das fundamentale Problem der neuen Entwicklungsagenda ist ihre Widersprüchlichkeit, die so weit geht, dass sich ihre Ziele gegenseitig aufheben. Wie sollen Klima und Umwelt geschützt werden, wenn die Mittel, die für solche Maßnahmen notwendig sind, über das Wachstum einer zerstörerischen Produktionsweise generiert werden? Wie soll zugleich mehr und weniger realisiert werden? Wie die Armut bekämpft werden innerhalb eines Systems, dass Armut immer wieder systematisch produziert?"

Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung:

  • "Die neue Entwicklungsagenda ist ein Durchbruch für eine gerechtere Welt. Denn sie fordert auch von den Menschen in Industrieländern mehr Einsatz für eine globale nachhaltige Entwicklung. Für Deutschland bedeutet die neue Agenda, dass sich das politische Handeln nun grundlegend ändern muss. Während die Millenniumsziele vor allem den Einsatz vom Entwicklungsministerium erforderten, sind die neuen Entwicklungsziele nur durch das Handeln aller Ressorts zu erreichen. Ich appelliere daher an die Bundesregierung, ihre Nachhaltigkeitsstrategie grundlegend zu überarbeiten."

Danuta Sacher, Vorstandsvorsitzende von terre des hommes:

  • "Die 17 Ziele für Globale Nachhaltigkeit sind eng mit grundlegenden Kinderrechten verbunden. Nachhaltige Entwicklung heißt, Kindern und zukünftigen Generationen umfassende Lebenschancen zu erhalten und zu sichern, sie vor Armut, Gewalt und Ausbeutung zu schützen und ihnen Gesundheit und qualitativ hochwertige Bildung zu garantieren. Nur wenn es nachprüfbare Schritte in diese Richtung gibt, verdient die Nachhaltigkeitsagenda diese Bezeichnung."
 
 
Interviews
  • Politik & Gesellschaft

    30.03.2016  Lenzen, Elmer Die globale Welt justiert die herkömmlichen Rollenverteilungen neu

    Die Sustainable Development Goals (SDGs) stehen für eine bessere Welt ein. Doch wie realistisch ist das in einer globalisierten Welt, deren Märkte eher Ellbogen als Fairness kennen? Was können Nationalstaaten hier überhaupt noch erreichen angesichts von Schuldenbergen und wachsenden Egoismen? Wir sprachen darüber mit Prof. Dr. Josef Wieland, der als versierter Wirtschaftsethiker sowohl Politiker als auch Studierende in diesen Fragen schult. – Von Elmer Lenzen –

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  • UN-Entwicklungsziele

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  • Politik & Gesellschaft

    23.02.2016  Altmaier: Mangelnde Nachhaltigkeit Fluchtursache

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  • Initiativen

    27.10.2015  Lenzen, Elmer Global Compact soll die UN Entwicklungsziele in Unternehmenssprache übersetzen

    Der UN Global Compact ist mit über 15.000 Teilnehmern die weltweit größte Initiative für unternehmerische Verantwortung. In jüngster Zeit stagniert die Initiative jedoch sowohl bei den Teilnehmerzahlen als auch programmatisch. Jetzt hat die Dänin Lise Kingo als neue Direktorin das Ruder übernommen und soll den Global Compact strategisch neu ausrichten. Dr. Elmer Lenzen, Herausgeber der Global Compact Jahrbücher, sprach darüber mit ihr in einem ihrer ersten Interviews in ihrer neuen Funktion. – Von Elmer Lenzen –

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Ziele für nachhaltige Entwicklung

Ziel 1. Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Ziel 2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Ziel 3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Ziel 4. Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten  und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Ziel 5. Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Ziel 6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Ziel 7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Ziel 8. Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Ziel 9. Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Ziel 10. Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Ziel 11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Ziel 12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Ziel 13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen*

Ziel 14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ziel 15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Ziel 16. Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Ziel 17. Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

* In Anerkennung dessen, dass das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen das zentrale internationale zwischenstaatliche Forum für Verhandlungen über die globale Antwort auf den Klimawandel ist.

Quelle: www.un.org

Meilensteine der nachhaltigen Entwicklung

2012
2002
1997
1992
1987
1972

Rio+20: Die UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro


Rio+10: Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg


Rio+5: Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in New York


UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro

Brundtland-Bericht


Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen


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