31.03.2020
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17.12.2019

Soziales Engagement

In Amerika zählt die „Community“

Fast 50.000 engagierte Mitarbeiter, 9.000 Partnerorganisationen und über 270.000 Stunden Ehrenamt. Engagement hat bei T-Mobile in den USA wie bei allen US-Firmen Tradition und einen hohen Stellenwert.

In Amerika zählt die „Community“ zoom

In den Vereinigten Staaten gehört es zum „guten Ton“, ehrenamtlich zu arbeiten. „In den USA lernt jeder Schüler, sich zu engagieren“, erzählt Rupert Graf Strachwitz in einem SZ-Interview über seine Zeit als Austauschschüler. Grund dafür ist nicht nur eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung für solchen Einsatz, sondern auch mehr Bedarf, da der Sozialstaat in Amerika bekanntlich bescheiden ist. Auch deutsche Unternehmen, die in Amerika geschäftlich tätig sind, fördern deshalb intensiv das „Community Engagement.“ Ein gutes Beispiel für Themen und Umsetzung ist T-Mobile, eine Tochter der Deutschen Telekom.

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Hilfe für Angehörige der Streitkräfte

Dazu gehört zum Beispiel die Veteranenhilfe. Patriotismus, Stolz auf die Fahne, die Armee und ihre Soldaten spielen eine große Rolle im Alltag. Entsprechend richtet sich eines von drei Schwerpunktthemen von T-Mobile an Veteranen und Reservisten: Neben Sondertarifen für entsprechende Kunden bietet das Mobilfunkunternehmen den Reservisten in den eigenen Reihen Vergünstigungen wie Gesundheitsvorsorge, finanzielle Unterstützung bei der Kinderversorgung oder zwei Wochen Lohnfortzahlung bei Übungen.

Vorbild Amerika

Von wegen nur politische Schlammschlachten – nachbarschaftliches Miteinander und bürgerschaftliches Engagement haben in den Vereinigten Staaten eine lange Tradition. Gewachsen ist die Bereitschaft zum Ehrenamt mit der Staatsgründung: Die ersten Siedler, die Pilgerväter, flohen vor Reglementierung in Glaubens- und Lebensfragen in England. Sie hofften, in der „Neuen Welt“ nach eigenen Vorstellungen zu leben, und dazu gehörte ein möglichst reduzierter Staat. Statt Wohlfahrt muss jeder freiwillig mitanpacken. Wichtige Teile des Sozial- und Schulsystems oder auch die Pflege der Kultur werden meist selbst organisiert. Seit den 60er Jahren gehören deshalb „Volunteer Services“ (Freiwilligendienste) ebenso wie „Advocacy“ (Interessenvertretung) wieder verstärkt zum American Way of Life.

Dabei kommt Unternehmen eine besondere Rolle zu: Sie verfügen über Geld, Know-how und begeisterungsfähige Mitarbeiter. Holger Backhaus-Maul schreibt in einer Studie im Auftrag einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags: „In der Förderung bürgerschaftlichen Engagements nehmen privatgewerbliche Unternehmen vor allem in den USA, aber auch in westeuropäischen Ländern wie etwa Dänemark, Großbritannien und den Niederlanden, eine Schlüsselposition ein. Insbesondere in Deutschland lassen ein aufgestauter gesellschaftspolitischer Reformbedarf, stagnierende öffentliche Sozialausgaben und nicht zuletzt auch Managementdefizite in Non-Profit-Organisationen Unternehmen als ressourcenstarke und professionell gemanagte Akteure einer zukunftsträchtigen Engagementpolitik erscheinen.“


In die Jugend investieren


Ein weiterer großer Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit: Schul- und Wissensförderungen, das Schließen der digitalen Kluft oder auch Anleitungen, Dinge des Alltags zu reparieren statt sie wegzuwerfen, gehören dazu. Ein praxisnahes Projekt ist das EmpowerED-Programm. 

Um in der Schule erfolgreich und in der heutigen digitalen Welt wettbewerbsfähig zu sein, braucht jeder Schüler einen gleichberechtigten Zugang zum Online-Lernen. Ohne eine solchen können Schüler aus einfachen Verhältnissen schnell in der Schule zurückfallen, und so wächst die Hausaufgabenlücke. EmpowerED hilft, die Hausaufgabenlücke in Distrikten mit schlecht ausgestatteten Schulen zu verringern, indem den Schülern geeignete Computer mit schneller Internetverbindung sowie Lehr- und Trainingspläne außerhalb des Schulunterrichts zur Verfügung gestellt werden. Die beteiligten Schulen erhalten dafür entsprechende schnelle Datenleitungen sowie speziell entwickelte Lerninhalte für unterrichtsbegleitenden, sogenannten „blended learning“ Unterricht.

Unternehmen profitieren von Corporate Volunteering

Das Engagement von Mitarbeitern und Firmen in den USA ist in der Tat beachtlich. Kann das auch etwas für Deutschland sein? Und was haben Unternehmen von dieser Art von Corporate Volunteering? Suska Dreesbach-Bundy und Barbara Scheck haben ein Fachbuch dazu geschrieben. Sie kommen darin zu dem Schluss: „Neben der signifikanten sozialen Wirkung, die durch Mitarbeiterengagement geschaffen werden kann, profitieren Unternehmen jedoch auch intern von detaillierteren Einblicken in Märkte und Kundensegmente sowie einem Kompetenzzuwachs auf Seiten der Beschäftigten."

Auch Annelie Beller und Cornelius Schaub können in einem Gastbeitrag in dem gleichen Fachbuch die positive Wirkung von Corporate Volunteering bestätigen: „Eine unternehmerische Mission oder ein besonderes gesellschaftliches Engagement kann ein ganzheitliches Wir-Gefühl erzeugen. Insbesondere für hochqualifizierte Bewerber, die sich ihren Arbeitgeber aussuchen können, ist eine ausgeprägte Corporate Social Responsibility ein wesentliches Auswahlkriterium."

Quelle: UmweltDialog
 

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