17.10.2019
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17.09.2019

Soziales Engagement

Temporäre Galerie mit doppelt guter Wirkung

Eine Galerie, die innerhalb einer Woche eingerichtet wurde und nur kurze Zeit geöffnet ist? Mit dieser Idee sorgte HAKRO in Schrozberg für Aufsehen und unternahm gleich doppelt Gutes: Ein leerstehendes Friseurgeschäft in der Innenstadt wurde damit wiederbelebt und mit dem Verkauf der Bilder werden soziale Projekte in Bangladesch finanziert.

Temporäre Galerie mit doppelt guter Wirkung

Deutschlands Stadtzentren veröden immer mehr. In vielen Kommunen suchen die Bürger in der ehemaligen Einkaufsstraße vergeblich nach Friseur, Lebensmittelgeschäft und Boutique. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DtStGB), Dr. Gerd Landsberg, warnt seit Jahren: „Leere Schaufenster in unseren Innenstädten führen zu einer Abwärtsspirale.“ Und auch Stefan Genth vom Handelsverband Deutschland sieht das so: „Früher attraktive und vitale Zentren verlieren an Zugkraft.“

Dem DtStGB schweben zur Belebung der Innenstadtlagen unter anderem gestalterisch gelungene Einkaufsstraßen, Plätze mit guter Aufenthaltsqualität, „grüne Ruheoasen“ und die Förderung des kulturellen Lebens vor. In diesem Sinne trifft die Initiative der HAKRO GmbH an ihrem Unternehmenssitz im 5.000-Einwohner-Städtchen Schrozberg ins Schwarze. In einem ehemaligen Friseurgeschäft eröffnete der Bekleidungshersteller Schrozbergs erste „Pop-up-Galerie“, den temporären Kunstraum „City-Gallery“.

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Nur eine Woche Vorbereitungszeit

Geschäftsführerin Carmen Kroll und Jochen Schmidt, der bei HAKRO für Qualität, Werte und Nachhaltigkeit zuständig ist, ließen sich bei der Realisierung des Ausstellungsraums von der aus den USA stammenden Pop-up-Store-Idee inspirieren. Sie brauchten nur eine Woche, um den alten Laden zu renovieren, eine Bar einzubauen und auch noch die Öffentlichkeitsarbeit für die Kunstausstellung „Bangladesch“ zu organisieren.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Zur Eröffnung war Schrozbergs Bürgermeisterin Jacqueline Förderer eine der vielen Vernissage-Gäste. Sie bewunderte die Werke der Crailsheimer Fotografin Anita Schneider und des Künstlerkollektivs „Johnny O.“, bestehend aus den HAKRO Kollegen Heike Schmidt, Danny Jüngling und Jochen Schmidt. Das Kollektiv findet seine Motive auf den Reisen zu den internationalen HAKRO Produktionspartnern und fotografiert mit handelsüblichen Smartphone-Kameras.

HAKRO - Junge Frau in Bangladesch
HAKRO Mädchen in Bangladesch
Mitarbeiterpicknick in einer Textilfabrik in Bangladesch

Faszinierende Handy-Aufnahmen

„Johnny O.“ präsentierte Bilder von Menschen aus Bangladesch und Einblicke in die Lebensweise. Anita Schneider wiederum zeigte die Menschen dort in sensiblen Porträts. „In Bangladesch gilt ein Lächeln als Zeichen von Unreife, umso wertvoller sind ihre Aufnahmen, die das verschmitzte Lächeln der Porträtierten festhalten“, erklärte Jochen Schmidt.

Natürlich ist es kein Zufall, dass HAKRO eine Kunstausstellung zum Thema Bangladesch organisiert hat. Seit über 20 Jahren produziert das Familienunternehmen dort Teile seiner Kollektion – hochwertige Bekleidung für Corporate Fashion, Beruf, Freizeit und Sport – beim selben Partnerunternehmen. Die Harry Kroll-Foundation betreibt darüber hinaus im Süden des Landes ein Waisenhaus und unterstützt eine Schule für Slumkinder in Dhaka. 

Beim HAKRO Produktionspartner arbeiten etwa 1.600 Menschen. Auf gute Arbeitsbedingungen wird viel Wert gelegt. Die Beschäftigten erhalten nach Angaben des Unternehmens zahlreiche Sozialleistungen. Alle zwei Jahre richtet HAKRO ein großes Picknick für die gesamte Belegschaft aus.

Damit setzt das baden-württembergische Familienunternehmen gerade bei den Arbeitsbedingungen einen besonderen Akzent in Bangladesch, in dem die Bekleidungsindustrie den „wirtschaftlichen Motor des Landes“ darstellt. Laut Ausstellungsprospekt gibt es im ganzen Land 4.000 Textilfabriken und unzählige Hinterhof-Nähereien.

Fotografien aus Bangladesch in der City Gallery in Schrozberg

Aus geschäftlicher Beziehung wurde Freundschaft

Den Projekten in Bangladesch sowie anderen Vorhaben der Harry Kroll-Foundation kam auch der Erlös aus den Bilderverkäufen zugute. Gedruckt wurden die Bilder auf hochwertigen Aluminiumverbundplatten in einer limitierten Auflage von maximal drei Stück. Für jedes der Werke hatten die Ausstellungsmacher einen Mindestpreis angegeben. Kaufwillige durften aber auch gern mehr geben.

„Bangladesch ist in vielen Dingen einzigartig“, schwärmt das Familienunternehmen über das am dichtesten besiedelte Land der Erde und betont: „Aus einer anfangs geschäftlichen Beziehung ist mittlerweile eine tiefe Freundschaft entstanden.“ Dies wird auch im Ausstellungsprospekt durch zahlreiche Aufnahmen von Begegnungen zwischen Besuchern und den Menschen vor Ort deutlich. Zusätzlich vermittelt der Prospekt Einblicke in das dortige Alltagsleben: Er zeigt faszinierende Straßenszenen aus Bangladesch, wo nur drei Autos auf 1.000 Bewohner kommen und Rikschas oder sogar Pferdetransporte dagegen noch recht häufig zu sehen sind.

Und wie geht es weiter mit der „City-Gallery“? Wie es sich für einen Pop-up-Store gehört, wird die aktuelle Ausstellung nur zeitweise in dem von HAKRO erworbenen Geschäft gezeigt. „Das ist erst der Anfang. Die Galerie soll schon mal ein Anstoß sein für neue Ideen“, kündigt Jochen Schmidt an.

Quelle: UmweltDialog
 

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