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23.05.2014

Politik & Gesellschaft

Hannover 96 steigt beim Umweltschutz ab

Fans des Fußballbundesligisten Hannover 96 erhalten ihre Getränke bei Heimspielen zukünftig nur noch in umweltschädlichen Einwegbechern. Dies teilten der Verein und die Hannoveraner Stadtverwaltung jetzt öffentlich mit. Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) kritisiert die Entscheidung als „Sieg der Einwegplastiklobby". Sie forderte Stadtrat und Fanclubs von Hannover 96 dazu auf, den vom amtierenden Oberbürgermeister Stefan Schostok mitgetragenen Entschluss rückgängig zu machen. Hannover sollte sich ein Beispiel an den vielen hundert anderen deutschen Städten nehmen, die in ihren Stadien oder bei Großveranstaltungen umweltfreundliche Mehrwegbecher einsetzen.

Hannover 96 steigt beim Umweltschutz ab zoom

„Bei der Fußball-WM ließen sich die deutschen Erstligaclubs für ihr Mehrwegengagement feiern. Ein Umstieg ausgerechnet von Hannover 96 auf Plastik-Einwegbecher ist peinlich und widerspricht klar den Erwartungen der Fans und den Umweltstandards“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. „Es ist ein Armutszeugnis, dass ausgerechnet in der rot-grün regierten Landeshauptstadt Hannover der neu gewählte OB Schostok einen Politikwechsel hin zu den Interessen der einwegorientierten Chemieindustrie betreibt.“ Stefan Schostok hat nach Informationen der DUH die Entscheidung des stadteigenen Caterers Hannover Congress Centrum (HCC) für ökologisch nachteiligeres Einwegbecherkonzept akzeptiert.

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Hannover 96 und die Stadtverwaltung führen Sicherheitsbedenken als Grund für die Becherumstellung an. Auf Nachfrage der DUH konnten beide jedoch keine belastbaren und nachvollziehbaren Zahlen zu Verletzten durch Becherwürfe vorlegen. „In Hannover wird ein umweltfreundliches Bechersystem abgeschafft und diskreditiert, ohne dass die handelnden Akteure ihre Aussagen zu Sicherheitsbedenken überhaupt belegen können. Das Thema Sicherheit wird instrumentalisiert, um ein logistisch weniger aufwendiges Wegwerfprodukt einzuführen“, sagt der DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Durch den zukünftigen Einsatz von Einwegbechern entsteht pro Spiel in der HDI-Arena ein Müllberg von mehr als 45.000 Plastikbechern. Das verschwendet sinnlos Ressourcen und belastet das Klima, vor allem, weil Hannover 96 plant, die eingesetzten Einwegbecher aus dem maisbasierten Biokunststoff Polylactid (PLA) zu kompostieren. „Durch die Kompostierung von PLA-Bechern werden weder pflanzenverfügbare Nährstoffe freigesetzt noch Humus aufgebaut. Es handelt sich um eine vollkommen nutzlose Entsorgung energieintensiv hergestellter Kunststoffverpackungen“, so Fischer weiter. Er erklärte, dass wegen einer Teilenergierückgewinnung sogar eine Verbrennung sinnvoller wäre.

Die Anwender von PLA-Bechern verschweigen außerdem, dass für deren Herstellung in der Regel gentechnisch veränderte Maispflanzen aus den USA zum Einsatz kommen. Der Maisanbau zerstört naturnahe Landflächen und schädigt Böden und Gewässer.

Abfallflut in Bundesligastadien stoppen

Die deutsche Fußballbundesliga hat ein Abfallproblem. Allein in der am vergangenen Samstag abgeschlossenen Saison 2013/2014 wurden über zehn Millionen Einweg-Plastikbecher verbraucht. Der Trend beim Umstieg von Mehrweg- auf Einwegbecher hat damit einen bedauerlichen Höhepunkt erreicht, wie eine aktuelle Umfrage der Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) unter allen Vereinen der Ersten und Zweiten Fußballbundesliga ergab. Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation fordert Bundesligisten, Stadtverwaltungen und Stadion-Caterer auf, in der nächsten Saison umweltfreundliche Mehrwegbecher einzusetzen, um die Abfallberge wieder schrumpfen zu lassen.

"Spiele in der Fußballbundesliga haben ganz erhebliche Umweltauswirkungen. Deshalb ist es inakzeptabel, wenn Vereine ohne Not unökologische Einwegbecher einsetzen. Dass Mehrweg hervorragend funktioniert, zeigt die problemfreie Nutzung in rund der Hälfte aller Bundesligastadien", sagt der DUH-Bundeschgeschäftsführer Jürgen Resch. Mehrwegbecher sind die beste Lösung, um Abfälle, Energie und CO2-Emissionen einzusparen. Sie lassen sich viele Male wieder befüllen und sind schon nach fünfmaliger Nutzung umweltfreundlicher als Einwegbecher.

In der Saison 2013/2014 besuchten über 31 Millionen Fußballbegeisterte die Spiele der Ersten und Zweiten Bundesliga. Aufgrund der stetig wachsenden Fanzahlen wachse auch die Verantwortung der Vereine für den Umweltschutz, betont der DUH-Bereichsleiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer: "Die Umweltauswirkungen der regelmäßig stattfinden Großveranstaltungen nehmen immer größere Ausmaße an. Aber die Abfallberge nach Ligaspielen sollen kleiner und nicht größer werden. Für Vereine, die es mit dem Umweltschutz ernst meinen, können für den Getränkeausschank deshalb nur Mehrwegbecher in Frage kommen."

Quelle: UD/pm
 

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