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12.10.2018

Flüchtlingshilfe

Die gefährlichsten Flüchtlingskrisen für Mädchen

Weltweit leiden Mädchen am stärksten unter Flüchtlingskrisen. Das geht aus einem neuen Bericht hervor, den die Hilfsorganisation CARE anlässlich des Weltmädchentags veröffentlicht hat. Der Bericht „Far from Home: The 13 Worst Refugee Crises for Girls” zeigt, welchen Bedrohungen rund 17 Millionen vertriebene Mädchen tagtäglich ausgesetzt sind. Am gefährlichsten ist es für Mädchen in Syrien, am Horn von Afrika, in Afghanistan, im Südsudan und in der Tschadsee-Region.

Die gefährlichsten Flüchtlingskrisen für Mädchen

„Für kaum jemanden ist eine Flucht so gefährlich wie für Mädchen“, erklärt Karl-Otto Zentel, Generalsekretär von CARE Deutschland. „In Nigeria werden Mädchen in Sprengstoff gehüllt und so in menschliche Bomben verwandelt, im Jemen steigt die Anzahl der Frühehen dramatisch an. In Syrien werden Mädchen ihrer Zukunftschancen beraubt, sie arbeiten anstatt zur Schule zu gehen.“

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Die Ergebnisse des Berichts sind alarmierend: CARE stellt fest, dass mehr als zwei Drittel der Frauen und Mädchen im Südsudan sexualisierte oder körperliche Gewalt erlebt haben. Nach Ausbruch eines Konfliktes können Mädchen 2,5 Mal so häufig nicht zur Schule gehen wie in friedlichen Ländern. Im Nordosten Nigerias ist das Risiko, als menschliche Bombe eingesetzt zu werden, für Mädchen viermal so hoch wie für Jungen. Im Jemen werden mehr als zwei Drittel der Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet.

Die gefährlichsten Flüchtlingskrisen für Mädchen weltweit:

  1. Syrien – 2,8 Millionen Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mädchenheirat, häufiger Abbruch des Schulbesuchs
  2. Horn von Afrika – 1,3 Millionen Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Schulbesuchsrate von Mädchen geringer als bei Jungen
  3. Afghanistan – 1,1 Millionen Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Entführungen, Säureattacken, Frühehen, Ausbildung von Jungen wird priorisiert
  4. Südsudan – 819.241 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Zwei Drittel der Mädchen erfahren physische oder sexualisierte Gewalt
  5. Tschadsee-Region – 777.855 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mädchen werden als menschliche Bomben eingesetzt
  6. Sudan – 672.256 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Überwiegend vertriebene Mädchen erfahren sexualisierte und geschlechterbasierte Gewalt
  7. Demokratische Republik Kongo – 618.461 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mädchen werden als Kindersoldaten rekrutiert, Vergewaltigung als Kriegswaffe
  8. Irak – 573.036 Mädchen auf der Flucht – Bedrohung: Menstruierende Mädchen bleiben gehäuft dem Schulunterricht fern oder brechen die Schule ab, nicht zuletzt wegen fehlenden Sanitäreinrichtungen in Schulen
  9. Jemen – 551.104 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mehr als zwei Drittel der Mädchen werden vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet, Geburtskomplikationen bei Mädchen sind Todesursache Nummer eins
  10. Ukraine – 500.000 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mädchen werden häufiger Opfer von Landminen, da sie in der Familie meiste für das Feuerholz sammeln zuständig sind
  11. Venezuela – 343.000 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Mädchenhandel, sexuelle Ausbeutung
  12. Zentralafrikanische Republik – 330.686 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Prostitution als Strategie gegen Hunger und Armut
  13. Myanmar – 312.120 Mädchen auf der Flucht / Bedrohung: Frühheirat, Schulabbruch, sexualisierte Gewalt

Hintergründe zum Bericht:

Der Weltmädchentag wurde von den Vereinten Nationen vor sechs Jahren ins Leben gerufen, in diesem Jahr steht er unter dem Motto „Empowering Girls in Crises – Mädchen in Krisengebieten stärken“. Der CARE-Bericht listet die gefährlichsten Flüchtlingskrisen der vergangenen sechs Jahre nach der Gesamtzahl der vertriebenen Mädchen auf. Dabei wurden sowohl außer Landes vertriebene Flüchtlinge, als auch Binnenvertriebene berücksichtigt.

Quelle: UD/pm
 

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