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Wirtschaftsethik

CSR in Nordrhein-Westfalen

Noch vor wenigen Jahren wäre es ein Bild mit Seltenheitswert in der CSR-Welt gewesen: Die Düsseldorfer Rheinterrassen bis an den Rand gefüllt mit Besuchern, und mehr als zehn Diskutanten drängten auf die Bühne, sodass ein zweites Podium zum Fuße der Hauptbühne eröffnet werden musste.

24.03.2014

CSR in Nordrhein-Westfalen zoom

Der Anlass? Garrelt Duin (SPD), Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW, hatte im Oktober 2013 zum CSR Summit geladen. Das gewünschte Signal war klar: In NRW ist CSR keine Mode, sondern traditionell fest in der Wirtschaft verankert. Und so schwor er in seiner Eingangsrede die Anwesenden auf die Formel des Tages ein: „Verantwortliches Unternehmertum stärkt den Standort NRW und Deutschland“.

Duin: „Diese mit dem Begriff der ‚Corporate Social Responsibility’ umschriebenen Anforderungen an Unternehmen sind kein Sahnehäubchen für konjunkturell gute Zeiten. Sie sind ein Grundpfeiler des Selbstverständnisses von Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland.“

Verantwortung mit Tradition

Nordrheinwestfälische Industriemagnaten wie Alfred Krupp prägten bereits im 19. Jahrhundert das Ideal des Ehrbaren Kaufmannes. So baute Krupp als einer der ersten Unternehmer eigene Wohnungen für seine Mitarbeiter und sorgte mit einer Krankenversicherung für die rudimentäre Absicherung der betroffenen Familien. Gemäß dem Motto „Der Zweck der Arbeit muss das Gemeinwohl sein“ führte auch sein Sohn, Friedrich Alfred Krupp, die Firmenphilosophie weiter und prägte damit ganze Generationen von Unternehmern und auch die öffentliche Meinung.

Nicht umsonst verbindet sich heute mit dem Schlagwort „rheinischer Kapitalismus“, als Ausdruck einer sozial orientierten Marktwirtschaft, der Gegenentwurf zum angelsächsischen, liberalen Marktmodell. Der französische Wirtschaftswissenschaftler Michel Albert prägte in den 1990er Jahren diesen Begriff zur Beschreibung eines wirtschaftlichen Zusammenlebens, das von engen Sozialpartnerschaften, Verflechtungen und Kooperationen gezeichnet ist.

Neue Herausforderungen

Längst gilt es aber nicht mehr, nur soziale Herausforderungen in Form existenzieller Absicherung zu meistern. NRW, als das mit über 17 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste und mit einem BIP von mehr als 580 Milliarden Euro ebenfalls wirtschaftlich stärkste Bundesland, blickt auf eine bewegte Wirtschaftsgeschichte mit fundamentalen Strukturänderungen zurück. Der Wandel von der montan- und schwerindustriell geprägten Wirtschaft zum modernen Industrie-, Technologie-, Dienstleistungs- und Forschungsstandort ist längst noch nicht abgeschlossen. Ebenso machen Herausforderungen wie der demographische Wandel, der Klimawandel, der Verlust von Biodiversität, Ressourcenknappheit und Energiewende keinen Halt vor NRW.

Die Inanspruchnahme der Unternehmen und der Appell an ihre gesellschaftliche Verantwortung kommen daher nicht von ungefähr. Längst haben Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft erkannt, dass allein die effektive, trisektorale Kooperation und die transparente und verbindliche Verantwortungsübernahme aller Beteiligten der einzig wirkungsvolle Weg sein wird, um diese großen Themen zu sinnvollen Lösungen zu führen.

Politische Signale

Mit der Verankerung von CSR im Koalitionsvertrag der Rot-Grünen-Landesregierung wurde 2012 ein wichtiges Signal gesetzt. Sie möchte damit – nach eigenem Bekunden –
verantwortlich wirtschaftende Unternehmen in ihrer Vorbildrolle stärken, Anreize zur Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung und Unterstützung bei der Umsetzung von CSR in Branchen und Regionen leisten sowie CSR-Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen stärken.

Einen praktischen Anreiz hat die Landesregierung mit der Verabschiedung des Tariftreue- und Vergabegesetztes TVgG-NRW im Mai 2013 gesetzt. Es soll für fairen Wettbewerb und die Einhaltung von Tarifen und Sozialstandards bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen sorgen. Festgelegt ist hier u.a. ein Mindestlohn von 8,62 Euro – der auch für Leiharbeiter gilt. Zudem wurden weitere Anforderungen z.B. zur Frauen und Familienförderung integriert.

Doch auch für die eigene Politik möchte sich die Landesregierung mit dem Beschluss der Entwicklung einer Nachhaltigkeitsstrategie NRW klare Leitplanken für die Arbeit setzen. Die Strategie soll nach eigenen Aussagen ökologische Verantwortung, ökonomische Vernunft und soziale Gerechtigkeit miteinander verknüpfen. Die bereits verabschiedeten Eckpunkte der Strategie, die bis zum Jahr 2015 ausgearbeitet werden soll, sind:

• Grüne & faire Wirtschaft
• Soziales
• Klimaschutz und Klimaanpassung
• Mobilität
Biodiversität
• Fläche
• Eine Welt
• Bildung für nachhaltige Entwicklung

So sollen Themen wie Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft, regionale Wertschöpfung, Menschenrechte, Sozial- und Öko-Standards, CO2-Reduktion (25 Prozent bis 2020, 80 Prozent bis 2050), Verkehrs- und Logistikkonzepte, Renaturierung von Lebensräumen (45 Prozent der 43.000 Tier- und Pflanzenarten in NRW sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben) Eingang in die Tagespolitik finden.

Dass es mit der Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips noch ein weiter Weg sein wird, macht LAG 21 Geschäftsführer Dr. Klaus Reuter deutlich: „Obwohl wir viele ermutigende Ansätze beschreiben können, steht auch zwanzig Jahre nach Rio ein Agenda 21-Mainstreaming noch aus.“

So zeigte sich im Rahmen einer Studie der LAG 21, dass 57 Prozent der befragten 182 Kommunen und Kreise über einen entsprechenden Agenda-Beschluss verfügen und 34 Prozent über eine Energie- und Klimaschutzstrategie. Zusätzliches Personal oder Sachmittel zur Umsetzung stellt dafür nicht einmal jede zweite Kommune oder Kreis zur Verfügung.

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Entwicklungspotenzial vorhanden


Die 396 Kommunen des Landes NRW sind damit zwar auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit, doch vor allem in Sachen Transparenz und Kommunikation ist noch erhebliches Potenzial vorhanden. Auf Landesebene liegt hier zumindest ein umfassender Umweltbericht vor, der auf gut 140 Seiten ausführlich alle relevanten Themen darlegt. Im Bereich der Kommunalverwaltung sucht man eine Nachhaltigkeitsberichterstattung jedoch meist vergebens. So hat der Kreis Unna gemeinsam mit seinen zehn Städten und Gemeinden als eine der ersten Kommunen in NRW 2013 seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Auf 75 Seiten werden dort für die Handlungsfelder Bildung, Wirtschaft, Fläche, Klima und Mobilität insgesamt 40 Ziele für die Entwicklung der nächsten Jahre formuliert und Auskunft über den Status quo gegeben. Bleibt abzuwarten, wie schnell dieses Vorhaben Schule macht – angesichts der knappen Ressourcen darf man hier vermutlich nicht allzu euphorisch sein.

CSR in der Unternehmensstrategie

Dass VerANTWORTung eng mit Antwort-geben, also Dialog, Kommunikation und Transparenz zu tun hat, ist auf der Unternehmensseite inzwischen ein Allgemeinplatz – zumindest bei den Großunternehmen des Landes. Mit den umsatzstärksten Unternehmen, wie den Versorgern E.ON, RWE und Deutsche BP, den Einzelhandelskonzernen Metro, REWE, ALDI (Süd/Nord), dem Telekommunikationsdienstleister Deutsche Telekom, dem Logistikdienstleister Deutsche Post, dem Maschinen- und Anlagenbauer ThyssenKrupp und dem Chemieriesen Bayer, verfügt NRW nicht nur über wichtige Leuchttürme der deutschen Wirtschaft, sondern auch über eine ganze Reihe von Unternehmen, die zu den Vorreitern des CSR-Managements in Deutschland zählen.

Nicht zu vergessen, die zahlreichen familiengeführten Traditionsunternehmen, die mitunter weltweit agierende Konzerne sind und seit vielen Jahrzehnten für Nachhaltigkeit und faires Wirtschaften stehen, wie zum Beispiel der Oetker-Konzern oder Hausgerätehersteller Miele, der seine Qualitätsstrategie vor allem auf der Motivation und Loyalität seiner Mitarbeiter aufbaut und seit Jahren mit einer Fluktuationsrate von circa einem Prozent Maßstäbe setzt.

CSR im Mittelstand – ein zartes Pflänzchen

Von der Wirtschaft NRWs zu sprechen und dabei nur große Namen im Blick zu haben, wäre jedoch ein Fehler – denn von den insgesamt gut 750.000 Unternehmen in NRW sind mehr als 99 Prozent sogenannte kleine und mittelständische Unternehmen. Nach Definition der EU sind dies Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern und weniger als 50 Mio. Euro Jahresumsatz. Von den 1, 3 Billionen Euro Umsatz aller Unternehmen in NRW im Jahr 2012 entfielen gut 34 Prozent, beinahe 500 Milliarden, auf die KMU des Landes, dabei stellen sie mit über 3 Miollionen mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze.

Wer also von der Wirksamkeit der Unternehmensverantwortung für den Standort NRW spricht, muss vor allem auch diese Unternehmen erreichen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Jahr 2011 das Projekt Unternehmensverantwortung im Mittelstand ins Leben gerufen. Von insgesamt 72 aktiven Projekten sind mehr als zwanzig Projekte in NRW beheimatet.

CSR-Förderung im Mittelstand– der Grundstein ist gelegt

Die NRW Projekte decken dabei ein großes regionales und inhaltliches Spektrum ab.
So treibt beispielsweise die Bertelsmann Stiftung ihr bereits erfolgreich pilotiertes Projekt „Verantwortungspartner“ mit moderativer Unterstützung aus Gütersloh in bundesweit 15 Regionen voran. In NRW ist das Projekt, auch bereits vor der ESF-Förderung, in der Region Lippe vertreten. Die Stiftung ist zudem für die bundesweite Vernetzung der ESF-Projektträger zuständig.

Der UPJ e.V. ist ebenfalls mit einem bundesweit ausgerichteten Projekt auch in NRW aktiv. Das „CSR Regio.Net“ Projekt schult und begleitet in NRW insgesamt zwölf Unternehmen über einen Zeitraum vom drei Jahren. „Wir bieten den Unternehmen in mehreren Beratungstagen und Workshops eine Einführung in alle CSR-Handlungsfelder, mit dem Ziel, gemeinsam mit diesen Teilnehmern einen CSR Fahrplan zu entwickeln“, erklärt Moritz Blanke, Berater des UPJ Netzwerkes. „Uns und die Unternehmen begeistert vor allem, welche Motivation rund um das Thema entsteht, was sich auch darin zeigt, dass alle Unternehmen ihre Bemühungen selbstständig und dauerhaft fortsetzen wollen“, so Blanke weiter. Doch für ihn ist klar: „CSR ist im Mittelstand noch ein Nischenthema, deshalb ist es wichtig, dass der Ansatz auch in der öffentlichen Diskussion auf der Agenda gehalten wird“. Dem pflichtet auch Dr. Frank Osterhoff, Projektleiter der „Verantwortungspartner“, bei: „CSR braucht im Mittelstand noch einige Starthilfe und Moderation, um die Bandbreite der Chancen des Themas verständlich und auch nutzbar zu machen“.

So bietet beispielweise der Future e.V. in seinem Projekt DemographieFit konkrete Hilfe zur Bewältigung der Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt. „Viele Unternehmer gehen mit den Themen aus dem CSR-Spektrum eher intuitiv um. Das möchten wir für eine ganz konkrete Problemstellung beheben, indem wir ihnen, im Rahmen unserer Beratung, analytisch aufzeigen, wo Risiken und Potenziale für das Unternehmen bei der Mitarbeiterentwicklung liegen und ihnen helfen, die Erkenntnisse strategisch umzusetzen – was letztlich zu einer umfassenderen CSR-Strategie führen kann“, erklärt Udo Westermann, Vorstand des future e.V.

Die Schwierigkeit, CSR als Gesamtpaket bei den KMU zu platzieren, haben auch andere Projekte erkannt und sich deshalb gezielt auf Einzelaspekte in der Unternehmensansprache konzentriert. Wie das Projekt „Bocholter Unternehmer engagieren sich für Bocholt“, das sich in erster Linie mit den Themenfeldern Mitarbeiter und Gesellschaft befasst. „Darüber hinaus haben wir in unserer Steuerungsgruppe einen Maßnahmenkatalog für Bocholt entwickelt, denn aus unserer Sicht spielt CSR auch bei der Regionalentwicklung eine wichtige Rolle“, sagt Klaus Merten, Projektleiter in Bocholt.
Ein Ansatz, der auch bei der CSR Initiative Rheinland der IHK Bonn/Rhein-Sieg verfolgt wird. Das Projekt hat sich insgesamt vier Handlungsfeldern verschrieben: CSR Information und Schulung über Workshops und Sprechstunden für Unternehmen und NGOs, CSR-Erstberatung inkl. eines CSR-Checks nach ISO 26000, Etablierung eines CSR Netzwerkes im Rheinland und der Förderung von CSR-Kooperationen, die ebenfalls auf einem, im Partnerkreis der Initiative abgestimmten, Themenkatalog für die Region beruhen. „Wir wollen mit der CSR Initiative Rheinland, auch über den Projektzeitraum hinaus, ein Kompetenz- und Vernetzungszentrum zum Thema CSR im Rheinland schaffen. Dafür haben wir bereits ein Netzwerk gebildet, dem neben der Bundesstadt Bonn, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Bistum Aachen, der Handwerkskammer zu Köln oder auch dem Generali Zukunftsfonds noch weitere große gemeinnützige Institutionen und Verbände als Partner angehören“, sagt Michael Pieck, Pressesprecher der IHK Bonn/Rhein-Sieg.

In der Region KölnBonn sind mit den Projekten der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg („Förderung von weiblichen Führungskräften“), dem 3 Win e.V.(„Personalentwicklung durch Engagement“) zwei weitere Projekte vertreten, die sich vor allem über das Themenfeld Mitarbeiter dem Thema CSR nähern. „Personalentwicklungsziele mithilfe von Aktivitäten bei und für gemeinnützige Zwecke zu verbinden, ist aus unserer Sicht, gerade für KMU, eine effiziente Alternative zu üblichen Personalentwicklungsmaßnahmen“, erläutert Dieter Schöffmann, Vorstand von 3WIN.

Über die Platzierung von Absolventinnen als „CSR-Kümmerer“ positioniert sich die Hochschule Rhein-Sieg erfolgreich bei KMUs der Region. „Das Thema Fachkräfte bewegt die Unternehmen, denn es betrifft sie schon heute ganz konkret – hier haben wir angesetzt. In unserem Projekt haben wir bisher neun Unternehmen über einen längeren Zeitraum begleitet, in sechs Unternehmen waren Studentinnen der Hochschule über einen längeren Zeitraum im Einsatz, wovon vier auch direkt ein Beschäftigungsangebot erhalten haben“, sagt Simone Matthei, Leiterin des Projektes.

Autoren:

Riccardo Wagner und Marcus Eichhorn sind Inhaber der CSR-Agentur BetterRelations in Brühl bei Bonn.

Die Erfahrung, dass KMU bei CSR kompetente Hilfe über einen längeren Zeitraum benötigen, hat auch Martina Meeuvissen, Projektleiterin des Projektes CSR Mehrwert der Wirtschaftsförderung des Rhein-Kreis Neuss gemacht. “Wir haben im Projekt Unternehmen aus fünf wichtigen Kernbranchen in einem mehrstufigen Workshopprozess begleitet. Wir sind froh, dass alle Unternehmen diesen Weg mit uns konsequent gegangen sind und sich in jedem der insgesamt 23 Unternehmen konkrete CSR-Projekte und Strategien entwickelt haben, die auch über den Projektzeitraum hinaus verfolgt werden.“

Einen etwas anderen Ansatz hat das Projekt „MIT 3 – Mitverantwortung und Mitbestimmung im Mittelstand“ gewählt. Das DGB Bildungswerk NRW hat es sich mit dem Projekt zur Aufgabe gemacht, Betriebsräte für das Thema CSR zu gewinnen. „Wir sind im ersten Schritt bei sehr vielen Betriebsräten und Unternehmen auf offene Ohren gestoßen. So konnten wir insgesamt bisher gut 70 Betriebe persönlich besuchen und werden zunächst circa 15 davon intensiver beraten und begleiten“, erklärt Nikolaus Bley, Leiter des Projektes. „Wichtig ist es dabei, dass wir es schaffen, dass das Thema CSR für die Agenda des Betriebsrates fruchtbar gemacht wird und dass sich eine gute Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung entwickelt, die wir auch von Anfang an einbinden“. CSR, als fester Bestandteil der Unternehmensstrategie, sieht Bley jedoch noch als Zukunftsmusik bei vielen Unternehmen. „Der Informationsbedarf ist riesig und wir sollten mit der Marke „CSR in Germany“ den besonderen bundesdeutschen Weg aus CSR, Ehrbarer Kaufmannstradition und Mitbestimmung weitergehen.“

Die CSR Welt expandiert

Doch auch jenseits der geförderten CSR-Projekte entwickelt sich in NRW eine immer buntere CSR Welt. Ob „CSR-Frühstücke“, „Marktplatz Gute Geschäfte“, Verbandsaktivitäten wie die des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik, der studentischen Nachhaltigkeitsorganisation sneep oder auch regionale Netzwerke wie das „CSR-Netzwerk Dortmund“, das auf Betreiben der Stadt Dortmund, Unternehmensvertretern und der evangelischen Kirche im September 2013 ins Leben gerufen wurde – CSR als Diskussionsthema und als Managementkonzept wird immer öfter sichtbar.

Welchen Stellenwert CSR in den nächsten Jahren einnehmen wird, zeigt sich vor allem bei einem Blick auf die Bildungslandschaft in NRW. So sprießen inzwischen nicht nur die Angebote zu praktischen Weiterbildungen, z.B. als CSR Manager (z.B. IHK Bonn/Rhein-Sieg), aus dem Boden, sondern auch die Universitäten und Fachhochschulen nehmen sich in großer Breite des Themas an. Einen guten Überblick bietet hier der 2012 veröffentlichte CSR-Atlas, der auf mehr als 200 Seiten einen Großteil der Aktivitäten in NRW vorstellt (www.csr-atlas.de).

Immer mehr Hochschulen gehen darüber hinaus den Weg, eigene Institute mit dem Themenschwerpunkt CSR und Nachhaltigkeit zu gründen. Beispielsweise das IZNE (Internationales Zentrum für nachhaltige Entwicklung) der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg, das es sich zum Ziel gesetzt hat, Studierende, neben der Vermittlung von Fachkompetenzen, für die gesellschaftlichen Herausforderungen zu sensibilisieren und entsprechend auszubilden. Dafür arbeitet das IZNE hochschulübergreifend mit Professoren verschiedenster Fachrichtungen. Oder das EthNa Kompetenzzentrum CSR der Hochschule Niederhein, das sich mit den Themen Wirtschafts- und Unternehmensethik, CSR und Nachhaltigkeit befasst und hochschulinterne, aber auch hochschulexterne, Bildungsangebote, Forschungen und Beratung anstrebt.

NRW – ein CSR-Land im Aufbruch


Die Vielzahl von Aktivitäten zu Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit, die hier nur in Auszügen skizziert werden können, macht vor allem eines deutlich – CSR ist fester Bestandteil der Unternehmenszukunft und spielt bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes NRW eine Schlüsselrolle – dafür war nicht zuletzt die große Teilnahmebereitschaft am CSR Summit eindrucksvoller Beleg. Nun gilt es, die junge Pflanze zu stützen und behutsam aufzuziehen.

Quelle

Der Beitrag erschien im Original im Jahrbuch Global Compact Deutschland 2013

 

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